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Denkmal-Spaziergang mit dem Smartphone

Auf dem Kamenzer Hutberg stehen etliche Gedenksteine. Ihre Bedeutung ist heute oft nicht mehr bekannt. Das soll sich jetzt ändern.

Der Bismarck-Stein auf dem Kamenzer Hutberg soll durch eine Tafel mit Erläuterungen ergänzt werden - ebenso andere Denkmale.
Der Bismarck-Stein auf dem Kamenzer Hutberg soll durch eine Tafel mit Erläuterungen ergänzt werden - ebenso andere Denkmale. © Matthias Schumann

Kamenz. Der Kamenzer Hutberg ist reich an Steinen – insbesondere auch solchen zum Gedenken. Es sind um die 20: zur Erinnerung an Politiker, ein Heimatfest, Monarchen, aber auch an Honoratioren der Stadt wie Bürgermeister, einen Ratsuhrmachermeister und den bedeutenden Kamenzer Gärtner Wilhelm Weisse. Häufig wurde aus solchen Anlässen auch noch ein Baum gepflanzt.

Allerdings befinden sich heute auch etliche Denkmale auf dem Berg, deren Bedeutung für Besucher nicht mehr ohne Weiteres verständlich ist. Das soll sich ändern. Diese Steine sollen nun nach und nach Tafeln mit Hintergrundinformationen erhalten.

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Die Anregung dazu kam von Bürgern. Besonders der heimatgeschichtlich engagierte Kamenzer Wolfgang Heichel habe sich um die Tafeln sehr bemüht. Es sei eine gute Sache, wenn sich Bürger einsetzen, so Oberbürgermeister Roland Dantz.

Ein Infotafel steht bereits

Für die Stadt sei wichtig, auch bei historischen Personen, die eher überregional wirkten, wie dem Reichskanzler Otto von Bismarck, den Bezug zu Kamenz herzustellen. So müssten die näheren Umstände erklärt werden, warum die Denkmale errichtet wurden, und von wem. Im Fall von Bismarck zum Beispiel wurde damals in Kamenz eigens für den Gedenkstein ein Komitee gegründet.

Im Kulturausschuss der Stadt fand die Idee mit den Infotafeln viel Zustimmung. Es sei wichtig, die Denkmale historisch einzuordnen, so Jens Krüger (Wählervereinigung).

Da an den historischen Objekten selbst keine Tafeln angebracht werden können, sollen freistehende Versionen zum Einsatz kommen. Der Prototyp ist bereits am Feig-Stein zu besichtigen. Feig war ein Kamenzer Bürgermeister.

Jetzt sollen der Bismarck-Stein und der Jägerstein Info-Tafeln erhalten. Letzterer wurde erst im Vorjahr wieder an seinem historischen Platz aufgestellt. Dass er nun wieder auf dem Hutberg mit einer Tafel an die Völkerschlacht erinnert, ist ebenfalls Wolfgang Heichel zu verdanken.

Die Initiative Anfang des vorigen Jahrhunderts zur Errichtung des Steins und der Tafel  geht auf die Kamenzer Stadtverordneten beziehungsweise den Stadtrat zurück. Wie das Denkmal zum Namen Jägerstein kam, konnte noch nicht bis ins Detail geklärt und mit Fakten belegt werden. Es gibt dazu auch unterschiedliche Ansichten. 

QR-Code verrät noch mehr

Auf einer Postkarte von 1915 wird der Findling als Jägerstein bezeichnet. Es sei laut Stadt der einzige zeitgenössische Hinweis auf diesen Namen. Auch ein Jägerkorps oder ein Jägerverein wird mit dem Stein in Verbindung gebracht. Ein direkter Beleg dafür habe sich in Quellen des Stadtarchivs  bisher nicht finden lassen, heißt es. Es könne nur vermittelt werden, was gesichert ist, war die Aussage im Ausschuss. Der Bismarck-Stein wurde aus Anlass des 80. Geburtstages des Politikers 1895 aufgestellt.

Es gab auch Diskussionen, was vielleicht noch Wichtiges über die Personen auf die Tafeln müsste. Zum Beispiel die Verdienste Bismarcks um den Sozialstaat, die Wolfgang Heichel mit ins Spiel brachte. 

Auf einer Tafel ist freilich nicht unendlich Platz. Und die Betrachtung historischer Personen ändere sich, die persönliche Leistung sei ebenso zu würdigen wie kritische Aspekte. Für die Informationsbreite sieht die Stadt aber eine Lösung - mit QR-Codes auf den Tafeln. Mit dem Smartphone wäre es Spaziergängern dann möglich, über die Verknüpfung noch viele weitere Informationen zu erhalten. Geplant ist auch, Straßennamen in der Stadt mit Zusatzinformationen zu erklären.

Diese historische Postkarte zeigt den Gedenkstein zum 100. Jahrestag der Völkerschlacht auf dem Kamenzer Hutberg.
Diese historische Postkarte zeigt den Gedenkstein zum 100. Jahrestag der Völkerschlacht auf dem Kamenzer Hutberg. © privat

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