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Kamenz: Das wird aus dem Forstfest

Sachsens größtes Schul- und Heimatfest kann auch dieses Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Aber die Stadt plant eine Alternative.

Die blütenreichen Festumzüge sind eine Besonderheit des Kamenzer Forstfestes - in diesem Jahr allerdings erneut nicht zu erleben. Doch die Stadt plant eine Alternative zum traditionellen Fest.
Die blütenreichen Festumzüge sind eine Besonderheit des Kamenzer Forstfestes - in diesem Jahr allerdings erneut nicht zu erleben. Doch die Stadt plant eine Alternative zum traditionellen Fest. © Archivfoto: Matthias Schumann

Kamenz. Das Kamenzer Forstfest wird auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie nicht in seiner traditionellen Art und Weise stattfinden. Das wurde jetzt einstimmig im Forstfest-Komitee beschlossen. Die Mitglieder, bestehend aus Schulleitern, Vertretern aller Arbeitsgruppen und Stadtratsfraktionen sowie der Kamenzer Stadtspitze um Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos), hatten zuvor noch einmal alle Möglichkeiten abgeklopft.

"Es tut uns in der Seele weh, aber wir müssen akzeptieren, dass vor allem die Festumzüge mit 1.200 Schülerinnen und Schülern abermals nicht realisierbar sind", sagt Volker Schmidt, Vorsitzender des Forstfest-Fördervereines. Besonders tragisch sei, dass man seit diesem Jahr den Titel "Immatrielles Kulturerbe" besitzt, aber erneut nicht feiern kann.

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Zwar ist die für Corona-Maßnahmen maßgebliche Inzidenz momentan rückläufig. Aber welche Regelungen nach Auslaufen der Bundesnotbremse am 30. Juni gelten und wie sich die Pandemie bis Ende August entwickelt, kann keiner voraussehen. Viele Großveranstaltungen in Sachsen wurden genau aus diesem Grund in den letzten Tagen abgesagt, so auch der Bautzener Frühling und in Dresden das Hechtfest, das Dixieland-Festival und die Bunte Republik Neustadt.

Keine Umzüge und kein Adlerschießen

Auch für das Forstfest im traditionellen Stil hätte man spätestens jetzt mit den Vorbereitungen starten müssen. Viele kleine Rädchen müssten in Bewegung gesetzt werden. "Und man muss auch bedenken, was man für Botschaften sendet: In den letzten Monaten war pandemiebedingt kaum normaler Unterricht in Sachsen möglich. Wie soll man dann Eltern begreiflich machen, dass es zwar nicht geht , ihre Kinder zu unterrichten, aber man nun einen so großen Umzug durchführen will? Womöglich noch mit Maske, was auch nicht wünschenswert wäre", sagt Volker Schmidt.

"Wir mussten eine Entscheidung treffen. Und diese geht nun als Empfehlung in den Stadtrat, der in der nächsten Woche darüber befindet", sagt Oberbürgermeister Roland Dantz. So soll es also im August, genauer gesagt traditionell in der Bartholomäus-Woche, kein Schul- und Heimatfest geben, wie man es kennt. Doch es ist eine Alternative geplant.

Ein Plan B schlummerte seit Wochen in der Schublade. "Es handelt sich aber ausdrücklich nicht um ein 'Forstfest light'. Unser Forstfest ist so etwas Komplexes, das kann man einfach nicht in Häppchen anbieten", sagt Roland Dantz. Darum werde es definitiv keine Umzüge, Spiele, Schauturnen, Schützenumzüge und Adlerschießen geben, dafür aber eine andere Einmaligkeit - ein dreitägiges Stadtfest in der City. Ein entsprechendes finanzielles Budget dafür sei vorhanden.

Altstadt wird drei Tage zur Feiermeile

"Warum sollen wir nicht zusammenkommen und ein Wochenende die schöne Forstfestzeit feiern?", fragt Dantz, schiebt aber gleich hinterher: "Alles, was wir jetzt planen, setzt niedrige Inzidenzen voraus. Ein Plan B für den Plan B wäre nicht so prickelnd. Deshalb bleibt ein Restrisiko."

Das dreitägige Stadtfest soll vom 20. bis 22. August in der gesamten Altstadt stattfinden. Markt und Schulplatz, Gastronomen und Händler werden einbezogen. "Die Gewerbetreibenden waren anderthalb Jahre schwer gebeutelt und sollen davon profitieren", sagt der Bürgermeister. Vom Platzkonzert am Freitagabend mit Forstfestliedersingen über historische Filme, Livemusik bis hin zum Feuerwerk auf dem Hutberg reichen die Vorstellungen. Auch der Forstfest-Parcours von 2020 könne aktiviert werden.

Auch das Rankewinden gehört dazu, denn die Stadt soll geschmückt sein. Und der Rummel im Forst wird ein zweites Mal in Eigenregie der Schausteller über einen längeren Zeitraum anvisiert.

"Wir sind jetzt einfach mal optimistisch, dass das alles klappt", sagt Roland Dantz. "Es soll ein Fest von Kamenzern für Kamenzer werden!" 2022 lege man dann endlich "volle Kanne" wieder mit dem Forstfest los.

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