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Gartenbau-Chef freut sich über Auftragsboom

Während es in etlichen Branchen derzeit kaum Arbeit gibt, haben Sandro Gebler und sein Team im Haselbachtal alle Hände voll zu tun. Das liegt auch an Corona.

Garten- und Landschaftsbauer Sandro Gebler experimentiert auch gern auf seinem Firmengelände in Gersdorf im Haselbachtal. Kürzlich legte er einen kleinen Weinberg an - mit Spalierobst und viel Lavendel dazwischen.
Garten- und Landschaftsbauer Sandro Gebler experimentiert auch gern auf seinem Firmengelände in Gersdorf im Haselbachtal. Kürzlich legte er einen kleinen Weinberg an - mit Spalierobst und viel Lavendel dazwischen. © René Plaul

Gersdorf. Alles, was Garten und Haus verschönert, läuft zurzeit wie "geschnitten Brot". Das weiß Sandro Gebler aus dem Haselbachtal gut. Seine Firma Galand Gebler Landschafts- und Gartenbau hat in Corona-Krisenzeiten alle Hände voll zu tun. Seine elf Mitarbeiter sind von früh bis abends unterwegs. "Wir könnten noch mehr Aufträge annehmen, aber wir schaffen es einfach nicht", sagt der 48-Jährige.

Immer wenn das Telefon klingelt, hoffe er, dass er nicht schon wieder einen Kunden vertrösten muss. "Wir haben ein halbes Jahr Vorlauf und tun, was wir können", sagt Gebler. Jetzt im Frühling habe die Kundschaft oft keine Zeit zum Warten. Ideen sollen bestmöglich und vor allem schnell umgesetzt werden. Diese Rechnung gehe aber nicht immer auf.

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Kunden ordern Pools, weil Urlaub ausfällt

Durch Corona sind die Leute seit Monaten daheim und wollen vor allem eins: Wenn man schon nicht verreisen darf, soll es wenigstens zu Hause schön sein. "Den langen Winter haben viele genutzt, um Pläne zu schmieden", weiß Sandro Gebler.

Der Poolanlagenbau boome vor allem, weil der nächste Urlaub am Meer in den Sternen steht. Neue Terrassen, Mauern, Zäune werden im Akkord hochgezogen, Einfahrten gepflastert. "Auch das Thema Rollrasen ist groß im Kommen. Das hat aber nichts mit Corona zu tun, eher mit dem Klimawandel und den trockenen Sommern, wo frisch gesäter Rasen ewig nicht anwächst und endlos bewässert werden muss", erklärt der Fachmann. Deshalb würden viele Kunden gleich eine moderne Bewässerungsanlage mit ordern. Der Trend gehe zum "vollautomatischen" Garten.

Gegen den Trend: Keine Nachwuchsprobleme

Auf Sandro Geblers Firmengelände in Gersdorf stand früher die Gärtnerei seiner Vorfahren. Seit 125 Jahren gibt es das Familienunternehmen am Ort. Den heutigen Galand Landschafts- und Gartenbau hob Sandro Gebler vor 20 Jahren aus der Taufe. Der 48-Jährige ist stolz darauf, dass er in fünfter Generation in dieser Branche tätig ist.

Seit vorletztem Jahr bildet er auch aus. Der eigene Nachwuchs sei Gold wert. Gerade hätten zwei von drei Azubis ausgelernt und einen festen Vertrag bei ihm unterschrieben. Dabei liegen grüne Berufe bei jungen Leuten nicht gerade im Trend, die meisten Firmen suchen händeringend nach Mitarbeitern. Gebler sagt jedoch, er habe nicht lange auf die Suche gehen müssen. "Jetzt haben sich schon wieder zwei neue Azubis beworben. Das spricht ja irgendwie auch für uns", freut sich der Firmenchef.

Bischheim bekommt einen neuen Spielplatz

Im Team sei er der Älteste, so Sandro Gebler. "Meine Jungs sind topfit, gut geschult und weitergebildet. Man muss in unserer Branche schließlich Maurer, Rohrverleger, Tiefbauer, Techniker, Kanalbauer, Gärtner und Ideengeber zugleich sein." Für ein gutes Arbeitsklima müsse ein Chef heute mehr tun als früher, findet er. Damit die Mitarbeiter zur Stange halten. Neben ordentlicher Entlohnung gehöre deswegen eine angenehme Arbeitsumgebung dazu. In ihren Pausen können die Männer beispielsweise im neuen Glasanbau relaxen, der irgendwie an Urlaub in den Bergen erinnert.

Doch die nächsten Aufträge warten schon. Ganz aktuell wird gerade ein naturnaher Mehrgenerationenspielplatz in Bischheim fertiggestellt. Dieser wird am 31. März eingeweiht. "Unser Leistungsspektrum ist groß. Dadurch wird die Arbeit nie langweilig", schwärmt Sandro Gebler. Früher seien es mehr öffentliche Ausschreibungen gewesen, heute zu 90 Prozent Aufträge von Privatkunden. Der Landschaftsgartenbau sei eben im Wandel.

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