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Laußnitz: So packt die Jugendfeuerwehr an

Dorflinde, Bänke und Balancierbalken: Der Dorfmittelplatz ist nach einem Einsatz der jungen Feuerwehrleute nicht mehr wieder zu erkennen. Doch das ist noch nicht alles.

Von Ina Förster
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Leon (vorn), Julia, Luis, Moritz und viele andere fleißige Helfer der Laußnitzer Jugendfeuerwehr waren eifrig dabei, als jetzt der Dorfmittelplatz komplett umgestaltet wurde. Jugendfeuerwehrwart Andreas Altenburger (hinten) ist stolz auf seine Truppe.
Leon (vorn), Julia, Luis, Moritz und viele andere fleißige Helfer der Laußnitzer Jugendfeuerwehr waren eifrig dabei, als jetzt der Dorfmittelplatz komplett umgestaltet wurde. Jugendfeuerwehrwart Andreas Altenburger (hinten) ist stolz auf seine Truppe. © René Plaul

Laußnitz. Diese Aktion kann sich sehen lassen! Der Dorfmittelplatz zwischen "Laußnitzer Hof" und Blumengeschäft Zahn in Laußnitz ist neu gestaltet worden. Nicht etwa von einer Baufirma - sondern von der Laußnitzer Jugendfeuerwehr. Der Platz war zuletzt nicht mehr ansehnlich, und so wurde die Jugendfeuerwehr angesprochen, ob sie da nicht etwas machen könne. Die Mädchen und Jungen hörten sich das Ganze an und meinten: Klar, da fällt uns etwas ein!

Doch was können Jugendliche im Alter von neun bis 18 Jahren in so einer Sache schon bewirken? Sollen sie Bäume pflanzen? Sitzgelegenheiten allein bauen? Genau das und noch viel mehr! "Es war schon eine ganz außergewöhnliche Herausforderung, aber am Ende haben wir es geschafft, wie so vieles", sagt Jugendfeuerwehrwart Andreas Altenburger immer noch stolz.

15 Tonnen neuen Belag auf dem Platz verteilt

Im Rahmen der bundesweiten 48-Stunden-Aktion wurde angepackt - und zwar richtig. "Wir haben zusammen mit der Gemeinde Laußnitz ein Konzept entwickelt, Sponsoren angefragt und Arbeiten geplant. An zwei Sonnabenden bauten die Jugendlichen dann mit tatkräftiger Unterstützung durch den Bauhof der Gemeinde und einiger aktiver Feuerwehr-Kameraden den Dorfmittelplatz komplett neu auf", erzählt Altenburger.

Sie brachten beispielsweise eigenhändig 15 Tonnen sogenannte sächsische Wegedecke per Hand auf, nachdem sie den alten Belag des Platzes abgetragen hatten. "Die Wegedecke - ein spezieller Asphalt, der nur in Königsbrück produziert wird - sieht prima aus. Das Material bekamen wir gesponsert, wie viele andere Dinge auch. Ohne dem wäre alles nicht möglich gewesen", sagt der Jugendfeuerwehrwart. Schlussendlich fielen für die Gemeinde nur rund 400 Euro Materialkosten an.

Findling und Tafel für die Partnergemeinde Aidlingen

Sogar ein riesiger Findling wurde verbaut. An diesem fand auch noch eine Aluminium-Tafel Platz, auf der die Partnergemeinde mit dem baden-württembergischem Aidlingen gewürdigt wird. Außerdem setzten die Kinder 20 Meter Natursteinbord zur Rasenkante. "Die Jugendlichen hatten weiterhin die Idee, einen Baum zu pflanzen. Nun hat Laußnitz eine echte Dorflinde, an der man sich treffen kann", erzählt Andreas Altenburger. Auch eine Rundbank inklusive Fundament wurde versetzt.

Mit dem Pflanzen hatten die Jugendlichen übrigens schon Erfahrung. Bereits im letzten Jahr setzten sie ebenfalls im Rahmen der 48-Stunden-Aktion ganze 270 Bäume im Wald zwischen Laußnitz und Königsbrück. "Für diese besondere Aufforstung hatten wir auch den Sonderpreis der Sparkasse bekommen", erzählt Altenburger. Nicht zum ersten Mal.

Dass es in der Jugendfeuerwehr einen tollen Zusammenhalt gibt, merkt man sofort. Das sei nicht überall so. "Wir können uns eigentlich nicht retten vor Anfragen. Das liegt auch an der sehr guten Arbeit unserer Kinderfeuerwehr im Ort. Von dort schließt der Nachwuchs immer wunderbar zu uns auf", sagt der Chef der Jugendfeuerwehr, zu der aktuell 24 Mädchen und Jungen gehören. In der Kinderfeuerwehr sind immerhin zwei Vorschulgruppen und die Kinder bis zur zweiten Klasse aktiv.

Bienenlehrpfad wird im Frühjahr vollendet

Nach der großen Aktion zur Umgestaltung des Dorfmittelplatzes kommt im nächsten Frühjahr noch das i-Tüpfelchen. "Wir haben an den beiden Wochenenden bereits einen Bienenlehrpfad mit neun Informationstafeln errichtet. Das Ganze in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Imkerverein Königsbrück und Umgebung", erzählt Andreas Altenburger. Imkerin Dorothea Steger habe dabei sehr geholfen. Interessierte erfahren nun auf dem Dorfmittelplatz schon alles rund ums Thema Bienen und Imkerei. Doch ein echtes Bienenvolk soll noch folgen.

Die Schaubeute konnte bisher aber noch nicht aufgebaut werden. "Wir hatten uns von der Fernsehsendung ,Höhle der Löwen' inspirieren lassen und eine so genannte 'Easy BeeBox' bestellt. Das ist ein Starter-Set für Neu-Imker und auch gut zu händeln. Leider gibt es zurzeit Lieferengpässe. Wir müssen also bis zum Frühling warten, ehe der Lehrpfad dann komplett sein wird", erklärt der Jugendfeuerwehrwart.

So hat die Jugendfeuerwehr aber gleich im nächsten Jahr wieder etwas zu werkeln. "Die Umgestaltung des Dorfmittelplatzes war schon eine etwas größere Sache, die man nicht jedes Jahr durchziehen kann. Das war nur dank ganz vieler Helfer und Sponsoren möglich", sagt Andreas Altenburger. Die nächste 48-Stunden-Aktion könnte also durchaus etwas kleiner ausfallen. Müll sammeln sei ja aber schließlich auch eine sehr ehrenwerte und nützliche Aufgabe.