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Kamenz: Linke für mehr Frauen auf Straßenschildern

Die Vergabe von Straßennamen sorgt immer wieder für Diskussionen. Deshalb hat die Stadt jetzt Regeln dafür aufgestellt. Einigen gehen die nicht weit genug.

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Auf Kamenzer Straßenschildern sollen mehr Frauen gewürdigt werden, das fordert die Fraktion der Linken im Stadtrat. Zuletzt war über die Benennung des Lichthornwegs diskutiert worden.
Auf Kamenzer Straßenschildern sollen mehr Frauen gewürdigt werden, das fordert die Fraktion der Linken im Stadtrat. Zuletzt war über die Benennung des Lichthornwegs diskutiert worden. © Matthias Schumann

Kamenz. Für die Vergabe von Straßennamen in Kamenz gibt es jetzt ein Regelwerk. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Im Nachgang kritisiert nun die Fraktion der Linken, dass dabei eine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern nicht berücksichtigt worden sei. Ihr Antrag für eine entsprechende Formulierung sei abgelehnt worden.

„Es wäre aus unserer Sicht ein wichtiges und richtiges Zeichen für die Gleichberechtigung in unserer Stadt gewesen. Dass ein von Männern dominierter Stadtrat diesen Passus nicht aufnehmen wollte, ist selbstbeschreibend und sicher nicht mit dem verfassungsmäßigen Gleichbehandlungsgrundsatz zu begründen“, sagt Fraktionsvorsitzender Alex Theile.

Bei Straßennamen bisher kaum Frauen berücksichtigt

Bei der Vergabe von Straßennamen sollten Männer und Frauen gleichermaßen Berücksichtigung finden, hatte die Linke vorgeschlagen. Wenn Personennamen vorgeschlagen werden, sollten Kandidatinnen und Kandidaten zur Auswahl stehen. Es seien in Kamenz verschwindend wenige Namen von Frauen auf Straßenschildern zu finden. Mit Sicherheit gebe es aber auch in der Kamenzer Geschichte namhafte Frauen, die bisher noch nicht auf einem Straßenschild gewürdigt werden.

Das Thema Straßennamen war durch eine Debatte auf die Tagesordnung des Stadtrates gerückt, bei der es um die Benennung einer neugebauten Straße ging - und die Frage, ob lebende Zeitgenossen auf Straßenschildern verewigt werden sollten. Das ist mit der neuen Satzung jetzt ausgeschlossen. (SZ/ha)