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Kamenz: Fünf Orte - ein gemeinsames Ziel

Eingemeindung steht nicht zur Debatte, doch Städte und Gemeinden an der B 97 wollen enger zusammenarbeiten. Das sind die Vorteile.

Sie arbeiten künftig enger zusammen: Laußnitz, Schwepnitz, Königsbrück, Oßling und Bernsdorf.
Sie arbeiten künftig enger zusammen: Laußnitz, Schwepnitz, Königsbrück, Oßling und Bernsdorf. © Montage: SZ-Bildstelle

Kamenz. Joachim Driesnack, Heiko Driesnack, Elke Röthig, Johannes Nitzsche, Harry Habel – fünf Namen, fünf Bürgermeister. Sie alle haben eines gemein: Sie sind die Chefs in den selbstständigen Gemeinden Laußnitz, Königsbrück, Schwepnitz, Oßling und Bernsdorf, und ihre Orte liegen entweder entlang der B 97 oder in der Nähe der Bundesstraße. Trotz ihrer kommunalen Unabhängigkeit ziehen sie bei der Entwicklung er Städte und Gemeinden an einem Strang.

„Wir wollen auf bestimmten Gebieten zusammenarbeiten, um die Orte voranzubringen“, beschreibt Königsbrücks Bürgermeister Heiko Driesnack (CDU) das Ziel der Kommunen. „Von dieser Zusammenarbeit profitieren letztlich die Einwohner“, ergänzt sein Amtskollege aus Laußnitz, Joachim Driesnack (Freie Wähler).

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Alle fünf Kommunen liegen im Nordwesten des Landkreises Bautzen, ihre Nähe zu Dresden und die schnelle Verbindung dort hin ist ein wichtiger Standortfaktor. Zudem ist die Struktur ähnlich: zum einen eine naturnahe Umgebung mit guten Möglichkeiten zum Wohnen, zum anderen große Gewerbeansiedlungen. Beispiele dafür sind das Porotonwerk in Laußnitz, der Kunststoffhersteller RCS in Königsbrück, Packwell in Schwepnitz oder TDK im Bernsdorfer Ortsteil Straßgräbchen genannt.

Technik wird zusammen angeschafft

Im Bereich der Wirtschaftsförderung lehnte Oßling eine Zusammenarbeit ab, da in dem Dorf nur ein größerer Betrieb, die Laußitzer Grauwacke, existiert. Erst seit Kurzem gibt es für die vier anderen Orte eine Wirtschaftsförderin, die die Aufgaben auf diesem Sektor koordinieren und letztlich auch voranbringen soll.

Doch nicht nur auf wirtschaftlichen Gebiet wollen die fünf zusammenarbeiten. „Es gibt so viele andere Bereiche, wie die Anschaffung von Technik, gemeinsame Weiterbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter, zum Beispiel im Ordnungs- oder Polizeirecht, oder der Gewinnung von Arbeitskräften“, erklärt Heiko Driesnack das Anliegen.

Bereits vor vier Jahren begann die Zusammenarbeit, die künftig intensiviert werden soll. „Gemeinsam mit der Kommunalentwicklung Mitteldeutschland wurde ein Konzept erarbeitet, das den Ist-Zustand in den Kommunen und die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit aufzeigt“, so Joachim Driesnack. Das fast 50-seitige Papier, auf dessen Grundlage jetzt gearbeitet wird, liegt seit 2019 vor.

Der Königsbrücker Bürgermeister nennt konkrete Beispiele, wie eine Gemeinde von anderen profitieren kann. „Die Anschaffung eines großen Gerätes für den Bauhof steht an. Ein Ort nutzt aber dann diese Maschine natürlich nicht rund um die Uhr. Warum soll sie nicht auch von einer anderen Gemeinde mit genutzt werden“, erklärt er. Man kann sich sozusagen in Aufgaben und Investitionen rein teilen oder auch mal eine Sammelbestellung aufgeben, was dann für alle günstiger ist. Möglichkeiten der Zusammenarbeit gäbe es seiner Meinung nach aber auch auf den Gebieten der Straßenplanung, bei den Kitas und Schulen, bei Freizeitangeboten. „Das ist ein weites Feld“, ergänzt der Laußnitzer Amtskollege. „Wir sind da schon auf einem guten Weg“, so Joachim Driesnack.

Menschliches Miteinander funktioniert

Mit Beginn des neuen Jahres wollen sich alle Bürgermeister und Amtsleiter der fünf Kommunen zusammensetzen und über das weitere Zusammengehen beraten. Außerdem sind Zusammenkünfte mit den Firmen und Dienstleistern ins Auge gefasst, „nicht alle an einen Tisch, weil Größe und Profil der jeweiligen Firmen zu unterschiedlich sind“, so Heike Driesnack. Das soll keine Plauderei sein, sondern den Betrieben echt helfen. So kommt es auch zum Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen. Gerade die Organisation von Letzterem liegt vor allem auf dem Tisch der Wirtschaftsförderin.

Zwischen den Bürgermeistern von Laußnitz, Königsbrück, Schwepnitz, Oßling und Bernsdorf herrscht ein gutes Klima. „Das passt einfach. Wir kommen menschlich bestens miteinander aus“, schätzt Joachim Driesnack die gegenwärtige Situation ein. Er und seine Amtskollegen hoffen, dass dies auch künftig so bleibt. Alle betonen, dass es um eine gute Zusammenarbeit geht. Eine Eingemeindung in die eine oder andere Richtung ist für alle fünf kein Thema.

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