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Schwepnitz: Erste Abiturienten an der Freien Schule

Die Zahl der Schüler ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Jetzt folgt in der Geschichte der Schule ein weiterer Meilenstein.

Felicitas Pritzsche leitet die Freie Schule in Schwepnitz. Sie ist stolz auf das Erreichte und hat noch jede Menge vor.
Felicitas Pritzsche leitet die Freie Schule in Schwepnitz. Sie ist stolz auf das Erreichte und hat noch jede Menge vor. © Matthias Schumann

Schwepnitz. Jessica Garten wirkt ein wenig aufgeregt und doch froh zugleich. Auf der einen Seite stehen in nächster Zeit die Prüfungen an, auf der anderen hat sie bald ihr Abitur in der Tasche - ein wichtiger Meilenstein im Leben. Die 18-Jährige gehört zum ersten Jahrgang, der demnächst die Abiturprüfungen an der Freien Schule Schwepnitz absolvieren wird. Insgesamt machen fünf Schüler der 13. Klasse ihren Abschluss am Beruflichen Gymnasium der Freien Schule.

Die Einrichtung, deren Träger ein Verein ist, erhielt zu Beginn dieses Jahres die staatliche Anerkennung als Berufliches Gymnasium. "Nun dürfen wir uns Berufliches Gymnasium, Fachrichtung Gesundheit und Sozialwesen, nennen", freut sich Claudia Hiller vom Vorstand des Vereins. Damit verbunden ist das Recht, Abiturprüfungen abzunehmen und Zeugnisse auszustellen. "Unser Dank gilt der gesamten Schulgemeinschaft", sagt Claudia Hiller.

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Deutschunterricht in der Abschlussklasse des Beruflichen Gymnasiums Schwepnitz. Nur fünf Schüler lernen in dieser Klasse.
Deutschunterricht in der Abschlussklasse des Beruflichen Gymnasiums Schwepnitz. Nur fünf Schüler lernen in dieser Klasse. © Matthias Schumann

Derzeit gibt es drei Klassen am Beruflichen Gymnasium, das im Juni 2017 die Genehmigung zur Eröffnung erhielt. Die elfte Klasse ist die Orientierungsstufe, die zwölfte und dreizehnte die Qualifizierungsstufe. "Gelehrt wird der gleiche Unterrichtsstoff wie an jedem anderen Gymnasium", sagt Schulleiterin Felicitas Pritzsche. Der Fachrichtung Gesundheit und Soziales wird mit speziellen Bildungsangeboten und dem Leistungskurs Gesundheitslehre und Sozialwesen Rechnung getragen. "Dabei geht es um viele Aspekte des Menschen: gesunde Lebensweise, Anatomie, Ernährung und Ähnliches", erläutert Lehrerin Claudia Kalich, die seit September an der Schule unterrichtet.

Familiäre Atmosphäre an der Schule

Doch der Berufswunsch der Schüler muss nicht unbedingt in diese Richtung gehen. Nur einer der fünf diesjährigen Abgänger will eine medizinische Richtung einschlagen. Jessica Garten, die seit der 5. Klasse in Schwepnitz zur Schule geht, wird nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr im Krankenhaus in Arnsdorf absolvieren. Später will sie eine Ausbildung zur anästhesietechnischen Assistentin beginnen. Sie fühlt sich wohl an der Schule. "Es ist familiär, wie man es sonst an keiner anderen Schule findet. Ich habe es nie bereut, hier zu lernen", sagt sie.

Der einzige Junge in der Abschlussklasse ist Franz Weimer. Seine Berufswahl geht in eine ganz andere Richtung. Er will Bauingenieur werden. Der 20-Jährige kommt aus Liebenau, sein Cousin hat ihm die freie Schule empfohlen. Es macht ihm nichts aus, nur mit Mädchen zusammen zu lernen. "Alles gut", sagt er lakonisch. Toll finde er vor allem, dass die Lehrer immer ein offenes Ohr haben.

Freie Schule hat insgesamt 280 Schüler

Die 19-jährige Amy Hommel war zuerst auf dem Gymnasium in Kamenz und ist erst später nach Schwepnitz gewechselt. "Mir hat das Konzept einfach besser gefallen, und das Verhältnis zwischen Mitarbeitern der Schule und den Schülern ist sehr offen", sagt sie. Vor den Abiturprüfungen hat sie ein gutes Gefühl. "Der Online-Unterricht lief bestens, und bei Fragen und Problemen konnten wir immer den direkten Kontakt zum Lehrer suchen."

Diese positive Resonanz spürt die Schulleitung auch bei den Anmeldungen fürs Gymnasium und für die Oberschule. "Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren nach oben gegangen", erklärt die Schulleiterin. Besuchen insgesamt fünf Schüler die 13. Klasse, sind es in der zwölften schon acht und in der elften 18.

Insgesamt lernen an der Freien Schule Schwepnitz 280 Schüler, die von 28 Lehrern unterrichtet werden. Dazu kommen vier Sozialpädagogen, ein Schulbegleiter für Berufsorientierung, der Hausmeister, Büromitarbeiter sowie Reinigungskräfte. Auch der Hort für die Schüler der benachbarten Grundschule gehört zum freien Träger. Die Schüler selbst kommen aus der Region, am weitesten entfernt aus Ohorn, Haselbachtal, Pulsnitz und sogar Thiendorf.

Zum Campus gehört auch ein Grünes Klassenzimmer

Zum Campus der Schule gehören der sanierte Altbau, ein Neubau, ein weitläufiger Pausenhof sowie ein Grünes Klassenzimmer. Außerdem kann die Einrichtung die Sporthalle der Gemeinde auf Mietbasis und den Sportplatz nutzen. Alles ist modern eingerichtet, hell gestaltet und mit zeitgemäßer Technik ausgestattet. In einigen Klassenzimmern hängen inzwischen digitale Tafeln. Alt- und Neubau sind miteinander verbunden, so dass man im Inneren die getrennten Gebäude kaum noch erkennt.

Alle Investitionen werden über den Verein finanziert - mithilfe von staatlichen Subventionen, dem Schulgeld der Eltern und Spenden. "Die vergangenen Jahre waren vor allem von Wachstum geprägt. Das betrifft zum einen die Schülerzahl, aber auch die Ausstattung und bauliche Veränderungen", erklärt Claudia Hiller vom Vorstand. Das Hauptaugenmerk liege nun in der inhaltlichen Stabilisierung, ergänzt die Schulleiterin.

Jetzt sind erst einmal alle froh, dass trotz Corona die ersten Abiturienten ihre Prüfungen ablegen und sich neue Schüler für das Gymnasium anmelden können. Die Anmeldefrist läuft bis zum 31. März. Felicitas Pritzsche ist sich sicher, dass auch in Zukunft viele junge Menschen die Atmosphäre an der Schule bereichern werden.

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