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Königsbrück: Dienst von Heiligabend bis Silvester

Während die meisten Menschen die Feiertage genießen, müssen andere arbeiten, etwa in der Pflege. Wie eine Mutter von zwei Kindern damit umgeht.

Von Heike Garten
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Ist für jeden Bewohner des ASB-Pflegeheims in Königsbrück ein Päckchen dabei? Pflegefachkraft Stefanie Beyer überprüft vor dem Fest, ob alles gut vorbereitet ist. Sie ist auch an den Feiertagen für die Senioren da.
Ist für jeden Bewohner des ASB-Pflegeheims in Königsbrück ein Päckchen dabei? Pflegefachkraft Stefanie Beyer überprüft vor dem Fest, ob alles gut vorbereitet ist. Sie ist auch an den Feiertagen für die Senioren da. © Matthias Schumann

Königsbrück. Stefanie Beyer freut sich auf das Weihnachtsfest, auch wenn diesmal vieles anders sein wird als in den Jahren zuvor. Denn die Königsbrückerin arbeitet vom 24. bis zum 31. Dezember durch, also am Weihnachtstag selbst, über die Feiertage und die Tage bis zum Jahreswechsel.

Stefanie Beyer ist als Pflegerin im ASB-Pflegeheim in Königsbrück beschäftigt. Die Bewohner müssen rund um die Uhr betreut werden, und die Mutter von zwei Kindern hat auch kein Problem damit, an allen Tagen zu arbeiten. „Es ist ja nicht so, dass ich gar nicht zu Hause bin. Durch die Schichten gibt es immer noch genügend Freiraum für die Familie“, sagt sie.

Stefanie Beyer hat zunächst den Beruf der Sozialassistentin gelernt, sich später zur Heilerziehungspflegerin weitergebildet. Im Jahr 2014 fing sie im ASB-Pflegeheim in Königsbrück an, arbeitete dort als Pflegehilfskraft. Doch das reichte ihr nicht. „Ich hatte 2007 schon einmal ein Praktikum in der Pflege gemacht und auch bei der Arbeit im Heim erkannt, dass ich für diesen Beruf bestimmt bin“, sagt die 32-Jährige.

Im September 2019 begann sie eine Umschulung zur Altenpflegerin, der praktische Teil fand in der Einrichtung in Königsbrück statt, der theoretische in Hoyerswerda. „Kurz darauf begann die Corona-Zeit – eine zusätzliche Herausforderung für alle Schüler“, blickt Stefanie Beyer zurück.

Dankbarkeit der Bewohner baut immer wieder auf

Doch sie hat in diesem Jahr ihren Abschluss erfolgreich geschafft und ist froh darüber. Das sehen auch ihre Kollegen im ASB-Heim so. „Stefanie ist eine sehr gute Pflegefachkraft. Sie ist ausgeglichen und ruhig, und das überträgt sich dann auf die Bewohner“, lobt die Leiterin der Betreuung, Martina Kaiser.

Stefanie Beyer sagt, dass sie gut mit der Arbeit als Pflegerin klarkommt, dass sie gern mit den Bewohnern arbeitet. „Die Dankbarkeit, die mir und meinen Kollegen von den älteren Menschen entgegengebracht wird, ist toll. Das baut immer wieder auf, besonders dann, wenn schwierige Situationen zu bewältigen sind“, sagt sie. Sie könne sich ihre Zeit während des Dienstes selbst einteilen, sei deshalb auch nicht so unter Druck. Hauptsache, es laufe alles.

Als Ausgleich zu ihrer Arbeit verbringt sie ihre freie Zeit gern mit ihren Kindern und dem Lebenspartner, zum Beispiel mit gemeinsamen Spielen oder Spaziergängen.

Den Festtagsbraten gibt es erst am Abend

Die beiden Kinder, fünf und 13, wissen genau, was ihre Mutti arbeitet und auch, dass sie dadurch zu verschiedenen Zeiten nicht zu Hause ist. „Sie kennen es nicht anders“, sagt die Pflegerin. Froh ist sie, dass ihr Partner sie in allen Dingen unterstützt. Er arbeite in einem Familienbetrieb, könne sich die Zeiten zur Kinderbetreuung einteilen. Das mache vieles leichter.

Mit den Diensten über Weihnachten bis zu Silvester kann sich Stefanie Beyer gut arrangieren: Sie arbeitet am 24. Dezember von 6 bis 12.30 Uhr, am 25. und 26. Dezember von 6 bis 13.45 Uhr, und bis Silvester stehen dann Nachtdienste auf dem Programm. „Gerade zu Weihnachten ist es gut, dass ich nach dem Mittag wieder zu Hause bin“, sagt sie.

Es sei alles für das Fest vorbereitet: erst ein gemütliches Kaffeetrinken, und nach einem Spaziergang wird beschert. In den Vormittagsstunden ist der Partner für die Kinder da. Am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es den Festtagsbraten dann eben erst am Abend. Um die Zubereitung der Ente kümmert sich auch der Partner, so dass die Familie am Nachmittag noch in aller Ruhe Oma und Opa in Pulsnitz besuchen kann.

Der Weihnachtsmann kommt ins Pflegeheim

Auch im Pflegeheim wird mit den Bewohnern Weihnachten gefeiert. Kurz vor dem Fest kontrolliert Stefanie Beyer noch einmal die Päckchen. Jeder Bewohner bekommt ein Geschenk von seinen Angehörigen, das dann liebevoll verpackt vom Weihnachtsmann überreicht wird. Vorher wird gemütlich Kaffee getrunken. Der Posaunenchor von Königsbrück bringt den Senioren von draußen ein Ständchen.

Die Angehörigen können am ersten Feiertag zu Besuch kommen, allerdings nur mit vorheriger Anmeldung. „Es haben sich schon ganz viele angemeldet“, weiß Martina Kaiser. Wenn die Besucher kommen, wird Stefanie Beyer schon zu Hause bei ihrer Familie sein. Aber am nächsten Tag ist sie wieder für die Bewohner da.