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Elstra: Radweg kann endlich gebaut werden

Seit Jahren kämpft die Stadt um eine Verbindung zwischen Kamenz und Rauschwitz. Jetzt hat der Landkreis mitgeteilt, wann der Bau beginnen soll.

Sicher fährt es sich für Radler hier nicht: Lucas ist unterwegs von Rauschwitz nach Elstra. Autos kommen ihm beim Überholen recht nahe. Einen Radweg gibt es bisher nicht.
Sicher fährt es sich für Radler hier nicht: Lucas ist unterwegs von Rauschwitz nach Elstra. Autos kommen ihm beim Überholen recht nahe. Einen Radweg gibt es bisher nicht. © René Plaul

Elstra. Jahrelang haben die Elstraer auf diesen Radweg gewartet – jetzt soll er endlich gebaut werden. Gemeint ist die Strecke von Kamenz-Wiesa über Prietitz weiter nach Elstra bis zum Ortsteil Kindisch. „Dieser Radweg ist dringend erforderlich, stellt er doch künftig eine Verbindung zwischen Kamenz und Bischofswerda her“, erklärt der Elstraer Bürgermeister Frank Wachholz (Runder Tisch). Auch in den sozialen Netzwerken wird von den Elstraern immer wieder die Notwendigkeit dieses Radweges diskutiert, verbunden mit der Frage, wann es denn endlich losgeht.

Jetzt gibt es darauf eine Antwort, denn das Landratsamt Bautzen macht erstmals konkrete Aussagen zu einem Termin für den Baubeginn. Die Behörde rechnet mit einem Start im späten Frühjahr des nächsten Jahres. „Das setzt natürlich eine zeitnahe Bewilligung der Fördergelder voraus“, sagt Cynthia Thor von der Pressestelle des Landratsamtes. Auch der Bürgermeister ist optimistisch, immerhin stehe der Radweg auf der Prioritätenliste ganz oben.

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Planungen für zwei Abschnitte liegen vor

Seit etwa 30 Jahren gibt es in Elstra den Wunsch nach diesem Radweg. Vor 20 Jahren gab es sogar schon einmal eine Diplomarbeit zu diesem Thema. „Das waren alles leider nur Absichtserklärungen ohne konkrete Planungen“, erinnert sich Frank Wachholz. Im Jahr 2017 setzte das Landratsamt dann die Stadt davon in Kenntnis, dass man mit den Planungen beginnen wolle. Das passierte dann auch in enger Abstimmung mit der Stadt. Seit vorigem Jahr liegen nun die Feinplanungen für zwei Streckenabschnitte vor: einmal von Kamenz-Wiesa nach Prietitz und dann von Elstra nach Rauschwitz-Kindisch.

Mit der fertigen Planung – also der konkreten Streckenführung – begannen aber die eigentlichen Probleme, wie sie beim Radwegbau häufig auftreten, was zu großen Zeitverzögerungen führen kann: Eigentümer von Privatflächen müssen überzeugt werden, Teile ihres Grund und Bodens für den Radwegbau zu verkaufen. Denn in den meisten Fällen führen die geplanten Strecken nicht nur über öffentliche Flächen, sondern auch über private.

40 Grundstückseigentümer müssen mitwirken

Im aktuellen Fall musste mit etwa 40 Grundstückseigentümern gesprochen werden. Schon im August vorigen Jahres fand eine Eigentümerversammlung statt. Das Landratsamt ist optimistisch, bis zum Sommer eine Lösung mit allen betroffenen Privatleuten gefunden zu haben. Erst Mitte Mai gab es ein Gespräch mit einem Agrarbetrieb, welcher große Flächen gepachtet hat und diese jetzt zur Verfügung stellt.

Doch wie soll eigentlich gebaut werden? „Auf einer Länge von etwa 3.200 Metern entsteht der Radweg straßenbegleitend. Das sind auf dem Abschnitt Rauschwitz-Elstra 1.900 Meter und auf dem Stück Prietitz-Wiesa 1.300 Meter. Auf einer Strecke von etwa 540 Metern werden vorhandene Wege als Radweg grundhaft ausgebaut. Das betrifft den Feldweg zwischen Kindisch und Rauschwitz“, erklärt Cynthia Thor.

Der erste Abschnitt wird von Wiesa nach Prietitz rechts an der Straße entlang führen. Am Mammutgarten wird es eine Bushaltestelle geben. Weiter geht es dann in Prietitz vom Hainmühlenweg bis nach Elstra, über die Klosterstraße bis zum Markt. Der zweite Abschnitt führt am Friedhof der Stadt vorbei – linksseitig der Straße – bis zum Ortseingang von Rauschwitz. Dann wird es einen Seitenwechsel geben, weiter bis zur Caravan-Firma und letztlich bis nach Kindisch. „Für die weiterführende Strecke bis nach Bischofswerda gibt es noch keine Detailplanungen“, sagt der Bürgermeister.

Radweg soll Ende nächsten Jahres fertig sein

Die Kosten für den neuen Radweg betragen voraussichtlich rund 2,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind reine Baukosten, das Geld für den Grunderwerb sowie die Planung. Das Landratsamt wird Fördermittel aus dem Sonderprogramm für Radwege Stadt und Land beantragen. Möglich ist eine 90-prozentige Förderung.

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Auf die Stadt Elstra kommen für Nebenanlagen wie Bushaltestellen, Beleuchtung oder Schilder Kosten in Höhe von 300.000 Euro zu. Davon müssen aus dem eigenen Haushalt zehn Prozent finanziert werden. „Dieses Geld ist im aktuellen Etat auch schon eingeplant“, sagt der Bürgermeister.

Geht alles nach Plan, und der Bau startet im nächsten Frühjahr, wäre noch Ende 2022 mit einer Fertigstellung zu rechnen. Dann können die Elstraer Radler aufatmen.

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