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So kommt Elstra durch die Pandemie

Corona-Aufgaben und trotzdem die Stadtpolitik voranbringen? Der Elstraer Bürgermeister sagt, wie dies gelingen kann.

Frank Wachholz, Bürgermeister von Elstra, blickt mit gemischten Gefühlen auf das zu Ende gehende Jahr zurück. In der Stadt wurde viel geschafft, aber die Corona-Pandemie sorgt für so manche Herausforderung.
Frank Wachholz, Bürgermeister von Elstra, blickt mit gemischten Gefühlen auf das zu Ende gehende Jahr zurück. In der Stadt wurde viel geschafft, aber die Corona-Pandemie sorgt für so manche Herausforderung. © René Plaul

Elstra. Das zu Ende gehende Jahr brachte für alle Menschen neue Herausforderungen. Wie kam die Stadt Elstra durch die Zeit? SZ sprach mit dem Bürgermeister Frank Wachholz (Runder Tisch) über Erreichtes und neue Vorhaben.

Was war für die Stadt Elstra in diesem Jahr die größte Herausforderung?

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Die Corona-Pandemie war wohl die größte Herausforderung für alle Städte und Gemeinden. Es galt, vor allem die Pflichtaufgaben zu erfüllen, das heißt, dafür Sorge zu tragen, dass die Schulen, die Kitas, die Verwaltung, der Bauhof und die Feuerwehr trotz der Einschränkungen ihren Betrieb fortsetzen können. Das haben alle Haupt- und Ehrenamtlichen nach meiner Einschätzung mit Bravour getan.

Was war dabei besonders schwierig?

Mit den Herausforderungen einer solchen Pandemie waren wir noch nie konfrontiert. Der administrative Aufwand war erheblich größer. Wichtig war für uns in der Verwaltung mit den angeschlossenen Schulen, in der Kita und im Hort, auch zu Zeiten der Pandemie den Kontakt mit unseren Bürgerinnen und Bürgern aufrecht zu halten. Das hat nach meiner Einschätzung - leider in vielen Wochen nur über Telefon und E-Mail - recht gut funktioniert. Am Anfang der Pandemie war es natürlich auch extrem herausfordernd, sich auf die Corona-Schutzmaßnahmen in angemessener Weise einzustellen.

An welcher Stelle konnte die Stadt Elstra konkrete Hilfen in der Pandemie anbieten?

Es ging vor allem um einen engen Informationsaustausch, unter anderem auch mit dem Seniorenzentrum. Im Kern ging es einfach nur um das Angebot der Stadtverwaltung Elstra, immer jemanden helfen zu können, wenn er die Hilfe benötigt.

Was war aus Ihrer Sicht das größte Vorhaben, was in diesem Jahr in Elstra geschafft werden konnte?

Das ist ohne Zweifel die Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses, was immerhin 1,25 Millionen Euro gekostet hat. Wichtig war, dass wir den finanziellen Rahmen eingehalten haben. Noch im Winter können die Kameraden einziehen und haben dann viel bessere Bedingungen als vorher. Eine gebührende Einweihung verbunden mit einem Tag der offenen Tür planen wir selbstverständlich - aber erst, wenn es die Pandemie zulässt.

Was wurde noch erreicht?

Es gibt einige Investitionen, die in diesem Jahr zur Verbesserung des Gemeindelebens beigetragen haben. Ich möchte an dieser Stelle nur ein paar Beispiele nennen: der Beginn der Teilsanierung des Herrenhauses im Ortsteil Prietitz, die Straßeninstandsetzungen zwischen Talpenberg, Ossel und Boderitz, die Zufahrt zum Feuerwehrgerätehaus einschließlich einiger Gehwege in Prietitz, die Umstellung der Beleuchtung auf LED an der Skirollerstrecke am Schwarzenberg, der Breitbandausbau in fast allen Ortsteilen, der öffentliche Trinkwasseranschluss in Welka oder der Bebauungsplan für das Gelände am alten Bahnhof in Rauschwitz.

Ist es gelungen, die Ortsteile ausreichend in die Stadtpolitik mit einzubeziehen?

In Elstra fällt dies generell nicht schwer, da wir sehr engagierte Stadträte und Ortschaftsräte haben, die einfordern, dass auch ihr jeweiliger Ortsteil bei allen zu fällenden Entscheidungen berücksichtig wird.

Wo liegen die größten Herausforderungen für die nächste Zeit?

Um alle Aufgaben zu bewältigen, ist es wichtig, ein engagiertes Team zu haben. Ich bin überzeugt, unsere Mannschaft war und ist - auch für diese unvorhergesehenen Herausforderungen - gut aufgestellt. Das trifft gleichermaßen für das Rathaus, für den Bauhof, für die Schulen, für die Kita und den Hort zu. An vorderster Stelle der Herausforderungen steht natürlich auch die Digitalisierung der Verwaltung. Hier ist es wichtig, alle Bürger, Alt und Jung gleichermaßen, mitzunehmen. Hier steht die Bürgerfreundlichkeit aber über allem!

Wie steht die Stadt finanziell da?

Wir stehen trotz Corona finanziell noch gut da. Große Einbußen zum Beispiel bei der Gewerbesteuer sind aktuell nicht zu verzeichnen. Elstra hat glücklicherweise ein breites Spektrum an Betrieben, und eine Insolvenz gab es noch nicht. Die Stadt selbst musste keine Haushaltssperre erlassen. Welche finanziellen Langzeitfolgen die Corona-Pandemie hat, ist aktuell noch nicht abzusehen.

Was wünschen Sie sich für das nächste Jahr?

Ich hoffe auf Licht am Horizont bezüglich der Corona-Pandemie. Außerdem wünsche ich mir, dass die Haushaltssituation von Elstra weiterhin stabil bleibt. Dann können wir auch in Zukunft erfolgreich an der weiteren Gestaltung der Stadt und ihrer zwölf Ortsteile arbeiten. Nicht zu vergessen ist das Vereinsleben, das in der Corona-Zeit an vielen Stellen viel zu kurz kam. Das muss sich wieder beleben, weil Vereine eine der wichtigsten Säulen eines bunten Alltagslebens sind.

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