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Elstra: Was passiert auf dem Gelände des alten Bahnhofs?

Nichts erinnert im Ortsteil Rauschwitz mehr daran, dass dort einmal Züge hielten. Die Fläche ist seit Jahren verwildert. Doch das ändert sich jetzt.

Vater und Sohn vor dem neuen Baugebiet in Rauschwitz bei Elstra: Jens (l.) und Thomas Mager betreuen das Projekt am alten Bahnhof.
Vater und Sohn vor dem neuen Baugebiet in Rauschwitz bei Elstra: Jens (l.) und Thomas Mager betreuen das Projekt am alten Bahnhof. © René Plaul

Elstra. Es sieht recht wild aus auf dem Gelände des alten Bahnhofes im Elstraer Ortsteil Rauschwitz. Was kaum verwunderlich ist. Seit Jahren liegt die Fläche brach und ist eher ein Schandfleck in dem kleinen Dorf zwischen Elstra und Bischofswerda. Doch demnächst soll sich das ändern. Die Stadt Elstra plant auf der Fläche einen Standort für Eigenheime. Im Stadtrat wurde dafür eine weitere Voraussetzung geschaffen: Der Bebauungsplan für das Areal liegt jetzt öffentlich aus.

Die Bahnstrecke zwischen Kamenz und Bischofswerda gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr. Vor 20 Jahren hat dann die Stadt Elstra das Gelände von der Bahn gekauft und alles abgerissen. So verschwand auch der alte Bahnhof, es war eher ein Haltepunkt und Verladeplatz für die Landwirtschaft. Dann passierte lange Zeit nichts.

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Vor zirka drei Jahren kam bei den Stadträten von Elstra der Wunsch auf, das brachliegende Gelände zu erschließen. "Ein gutes Jahr später, im Oktober 2019, wurde der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes gefasst", berichtet Bürgermeister Frank Wachholz (Runder Tisch). Es konnte also losgehen.

Ein Wohnhaus ist schon fertig

Die Fläche des gesamten Baugebietes ist etwa 6.000 Quadratmeter groß. Sie bietet Platz für fünf Wohngrundstücke, diese sind bereits vermessen. Das erste Haus, gleich am Anfang der Straße Am Alten Bahnhof, steht sogar schon, die Bewohner sind bereits eingezogen. Jetzt geht es darum, den Rest der Fläche zu erschließen. Dort sollen dann noch einmal vier Wohngrundstücke mit einer Größe von 1.000 bis 1.500 Quadratmetern entstehen.

Etwa 270.000 Euro investiert die Stadt Elstra in die Erschließung, einschließlich der Verlegung aller erforderlichen Medien. Die Kosten sollen dann über den Verkauf der Grundstücke refinanziert werden.

Beauftragt mit der Planung ist das Ingenieurbüro für Tiefbauplanung von Thomas Mager in Pulsnitz. Es ist eines der letzten Projekte für den Diplom-Ingenieur. Am Ende des Jahres tritt der selbstständige Planer in den Ruhestand. Sein Sohn Jens, der bisher im Unternehmen mitgearbeitet hat, wechselt zu einem regionalen Versorgungsbetrieb, also schließt das Planungsbüro.

"Das Rauschwitzer Projekt bringe ich aber noch zu Ende, es wird sicher auch noch Restarbeiten im kommenden Jahr geben", sagt Thomas Mager, der in seinem 40-jährigem Arbeitsleben an vielen Tiefbauplanungen, überwiegend im gesamten Landkreis Bautzen, beteiligt war. Als Beispiele nennt er die Zusammenarbeit mit den Städten Elstra, Bernsdorf, der Verwaltungsgemeinschaft Pulsnitz sowie mit der Ewag Kamenz und der Landestalsperrenverwaltung Bautzen.

85 Euro kostet der Quadratmeter

Nach den Vorstellungen von Planer und Bürgermeister könnte die Erschließung des neuen Wohngebietes noch im Winter ausgeschrieben werden, im Frühjahr könnte Baustart sein. Wenn es gut läuft, wären die Arbeiten dann Ende August 2021 abgeschlossen.

Die Stadt Elstra hat bereits begonnen, die dann komplett erschlossenen Flächen für 85 Euro pro Quadratmeter zu vermarkten. "Damit sind wir natürlich wesentlich günstiger als die Stadt Dresden und auch immer noch preiswerter als viele andere Orte im Umfeld. Dazu kommt, dass man von Rauschwitz aus ganz schnell auf die Autobahn kommt", sagt der Bürgermeister. Bis jetzt gebe es aber noch keine verbindlichen Interessenten für die Grundstücke. Möglich wäre es auch, einzelne Parzellen zu teilen, falls jemand Interesse an einem kleineren Grundstück hat.

Mit der Erschließung des Wohngebietes gibt es für den Ortsteil Rauschwitz noch einen weiteren positiven Effekt. "Wir können die Versorgung mit Löschwasser verbessern, weil es nach der Baumaßnahme wohl höhere Durchflussmengen zu den Hydranten geben wird", erklärt Frank Wachholz. Darüber werden sich vor allem die Feuerwehrleute des Ortes freuen.

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