merken
PLUS Kamenz

Oberlichtenau: So schön ist die Grundschule jetzt

Ein Jahr lang mussten die Schüler wegen der Sanierung in einem Ausweichobjekt lernen. Nun kehren sie in ihr eigenes Haus zurück - und sind überrascht.

Endlich wieder in der eigenen Schule lernen. Die Mädchen und Jungen der Grundschule Oberlichtenau freuen sich über den Umzug ins sanierte Haus.
Endlich wieder in der eigenen Schule lernen. Die Mädchen und Jungen der Grundschule Oberlichtenau freuen sich über den Umzug ins sanierte Haus. © René Plaul

Oberlichtenau. Es riecht nach frischer Farbe. Eine Lehrerin beklebt die Scheibe einer Tür mit kleinen Schmetterlingen, eine andere hängt Ostereier an einen Strauch. Handwerker schrauben Balken mit Kleiderhaken an die Wand der Garderobe im Kellergeschoss. An anderer Stelle wird schnell noch ein Regal mit einem Lappen saubergewischt.

In der Grundschule in Oberlichtenau herrscht am Montagnachmittag noch mächtig Gewusel. Und doch ist auch irgendwie Aufregung zu spüren. Am Dienstag war für Schüler wie Lehrer so etwas wie der erste Schultag. Nicht wegen einer Corona-bedingten Schließung oder den langen Sommerferien. Nein, die Kinder und Mitarbeiter konnten ihre Grundschule wieder beziehen, in ihr eigenes Haus zurückkehren.

LandMAXX - Baumärkte und Baustoffzentren
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen

LandMAXX ist der freundliche, kreative und innovative Nahversorger für alle, die in Haus, Hof und Garten gern selbst anpacken.

Für das vergangene Jahr hatte die Stadtverwaltung Pulsnitz die Innensanierung der Grundschule Oberlichtenau am Keulenbergweg geplant. Anfang März packten Schüler, Lehrer und auch Eltern Kisten, damit der Unterricht im Übergangsdomizil in den Räumen der ehemaligen Grundschule in Bischheim weitergehen konnte. Täglich wurden die Mädchen und Jungen dann mit einem Bus in den benachbarten Ort gebracht - natürlich nur in der Zeit, in der aufgrund der jeweiligen Corona-Regeln ein Präsenzunterricht möglich war.

Heiko Morche (l.) und René Schaaf vom Bauhof bringen bringen Kleiderhaken im Umkleideraum an.
Heiko Morche (l.) und René Schaaf vom Bauhof bringen bringen Kleiderhaken im Umkleideraum an. © René Plaul

Von diesem Zeitpunkt an zogen Bauleute in die Grundschule in Oberlichtenau ein. "Geplant war die brandschutzmäßige Ertüchtigung der genutzten Schulräume, was im Grunde die vollständige Sanierung des Erdgeschosses und des Kellergeschosses bedeutete", erklärt der Pulsnitzer Bauamtsleiter Kay Kühne. Im Grunde genommen wurde in diesen beiden Etagen alles neu gemacht. Das ging los mit der vollkommen neuen Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallation, über Schallschutzdecken, den vollständen Neuaufbau der Fußböden, neue sanitäre Anlagen bis hin zu den Malerarbeiten sowie Innen- und Brandschutztüren.

Die Schule bekam im Zuge der Sanierung gleich noch Sonnenschutzanlagen, und auch die gesamte Kanalisation im Außenbereich wurde erneuert. "Hinzu kam die Umsetzung der Vorgaben aus dem Digitalpakt", so Kay Kühne.

1,3 Millionen Euro veranschlagte die Stadt Pulsnitz für die Sanierung. "Diese Summe musste dann noch einmal leicht aufgestockt werden, weil zum Beispiel Gelder aus dem Digitalpakt mit eingeflossen sind", erklärt der Bauamtsleiter. Das heißt, das Computerkabinett wurde mit der notwendigen Technik ausgestattet. Letztlich floss auch Geld in neue Möbel und Einrichtungsgegenstände. Ein großer Teil kann aber aus dem bisherigen Bestand genutzt werden.

Corona sorgt für Verzögerungen beim Bau

Der Bauamtsleiter ist jetzt froh, dass die Sanierung geschafft wurde. Er räumt aber auch ein, dass es zeitliche Verzögerungen gegeben hat. Eigentlich sollte der Bau schon Ende vergangenen Jahres fertig sein. "Es gab Firmen, die hatten Probleme, weil Mitarbeiter an Corona erkrankt waren. Da konnte dann natürlich nicht gearbeitet werden", sagt Kay Kühne. Größere Probleme habe es auch bei der Trockenbau-Firma gegeben, die trotz mehrmaliger Aufforderung nicht die vertragsmäßige Leistung erbracht und gekündigt werden musste. Zusammengearbeitet wurde fast ausschließlich mit sächsischen Firmen.

Bis Donnerstag vergangener Woche wurde in Bischheim unterrichtet. Noch am gleichen Abend begann das große Packen. Alle Schulmaterialien mussten in Kisten verstaut und für den Abtransport fertiggemacht werden. Mitarbeiter der Schule, aber auch Eltern haben mitgeholfen. Freitag und Montag hatten die Grundschüler frei, damit der Umzug bewältigt werden konnte. Der ging dann am Freitag über die Bühne, und noch am gleichen Tag und am Sonnabend dann das umgekehrte Spiel: alles wieder auspacken, einräumen und ein wenig putzen. Die Grobreinigung gehörte zu den Aufgaben der Baufirmen. "Meine Mitarbeiter und Eltern haben sich bei all dem beteiligt. Darüber bin ich froh", sagt Schulleiterin Melanie Teege.

Jetzt ist es geschafft, und Kinderlachen und Plappern ist seit Dienstag wieder auf den Gängen und in den Zimmern der sanierten Grundschule Oberlichtenau zu hören. Die Kinder waren überrascht, wie schön ihre Schule geworden ist. "Klar ist noch nicht alles fertig bei der Einrichtung, aber die Mädchen und Jungen helfen bei der Gestaltung der Zimmer mit", so Melanie Teege. Sie und ihre fünf Kollegen sind froh, jetzt in diesem Haus unterrichten zu können.

Schulleiterin Melanie Teege freut sich besonders über die große, helle Küche in der sanierten Grundschule Oberlichtenau.
Schulleiterin Melanie Teege freut sich besonders über die große, helle Küche in der sanierten Grundschule Oberlichtenau. © René Plaul

Der Schulleiterin gefallen vor allem die hellen, großen Räume. "Es ist überall viel Licht", sagt sie. Besonders freut sie sich über den Trinkbrunnen und die große Küche, in der auch die Schüler beim Zubereiten von Speisen mithelfen können. "Das passt in das Konzept unseres Hauses", sagt Melanie Teege. Dabei wird gesunde Ernährung ganz groß geschrieben. Aktuell hat man sich beim europäischen Schulobstprojekt beworben. Bei diesem sollen Kindern und Jugendlichen Obst und Gemüse sowie frische Milch und Milchprodukte schmackhaft gemacht und eine gesündere Ernährung gefördert werden.

Mit der Innensanierung der Grundschule Oberlichtenau sind aber noch nicht alle Aufgaben am Schulstandort geschafft. Als nächstes kommen die Außenanlagen an die Reihe. "Auf dem Schulhof gibt es noch einiges zu tun", weiß Bauamtsleiter Kay Kühne. Jetzt wurde eine Architektin beauftragt, erste Ideen aufs Papier zu bringen und eine Kostenschätzung vorzunehmen. Nur so können auch für dieses Projekt Fördermittel beantragt werden. Einen Termin für die Umgestaltung der Außenanlagen gibt es noch nicht.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Kamenz