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"Wir müssen klar benennen, wo Verzicht nötig ist"

In Großröhrsdorf wurde im vergangenen Jahr viel geschafft, sagt der Bürgermeister. Doch die Corona-Pandemie erschwert auch einiges.

Der Großröhrsdorfer Bürgermeister Stefan Schneider wünscht sich vor allen Zuversicht und Vertrauen in das neue Jahr.
Der Großröhrsdorfer Bürgermeister Stefan Schneider wünscht sich vor allen Zuversicht und Vertrauen in das neue Jahr. © Matthias Schumann

Großröhsdorf. Seit Juni 2019 ist Stefan Schneider (parteilos) Bürgermeister von Großröhrsdorf. Anderthalb Jahre leitet er jetzt die Geschicke der Stadt. Sächsische.de sprach mit ihm über das zu Ende gegangene Jahr.

Was war für die Stadt Großröhrsdorf im vergangenen Jahr die größte Herausforderung?

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Angesichts der schwierigen Haushaltslage, auch wegen der Pandemie, alle Aufgaben erfüllen zu können und sich nur im gebotenen Rahmen von Corona das Tagesgeschehen bestimmen zu lassen.

An welcher Stelle konnte die Stadt konkrete Hilfen in der Pandemie anbieten?

Wir haben im Frühjahr Hilfestellung beim Lebensmitteleinkauf gegeben für diejenigen, die durch Quarantäne und so weiter sich die notwendigen Dinge des täglichen Bedarfs nicht selbst beschaffen konnten. Die Verwaltung, aber auch ich ganz persönlich, waren jederzeit Ansprechpartner bei Fragen und Problemen und haben bestmöglich die Bürger mit Informationen versorgt.

Was war aus Ihrer Sicht das größte Vorhaben, was 2020 in Großröhrsdorf geschafft werden konnte?

Wir haben viele kleine und größere Dinge geschafft, wobei die Planungen der neuen Kita Bummiland und unserer neuen Halle am Sportplatz die wichtigsten Großprojekte waren, an denen wir arbeiten.

Was wurde im vergangenen Jahr in Großröhrsdorf noch geschafft?

Eine Reihe von Baumaßnahmen konnten realisiert und fertiggestellt werden so unter anderem die Fertigstellung Adolphstraße, der Austausch des alten Abwasserkanals vor der Praßerschule, die energetische Sanierung der Turnhalle der Praßerschule, die Sanierung der Sporthalle in Bretnig, die Schaffung von drei neuen Garagen für den FSV Bretnig-Hauswalde, die Fertigstellung des Fußgängerüberweges in Bretnig an der Klinke oder die Instandsetzung des Ablassbauwerkes an der Buschmühle.

2020 war auch das Jahr der Röder-Beräumung. Vor allem in Bretnig-Hauswalde sind viele zugewachsene Gewässerabschnitte kosten- und zeitintensiv unter Einbeziehung von Fachfirmen, aber auch durch den technischen Dienst der Stadt beräumt worden.

Ist es gelungen, die Ortsteile ausreichend in die Stadtpolitik mit einzubeziehen?

Das müssen Sie die Ortschaftsräte fragen. Aus meiner Sicht aber ja, da sie wesentlich mehr Dinge selbst entscheiden können und auch im Rahmen unserer Möglichkeiten eigene Budgets erhalten haben. Sie werden bei Entscheidungen des Stadtrates, die die Ortschaften betreffen, angehört, und ich bin jeweils einmal im Quartal in den Sitzungen des Ortschaftsrates selbst anwesend. Außerdem bieten die Ortsvorsteher regelmäßig Bürgersprechstunden an, bei denen ich auch jeweils einmal im Quartal in jeder Ortschaft persönlich anwesend bin. Dies hat Corona allerdings teilweise nicht zugelassen.

Wo liegen die größten Herausforderungen für die nächste Zeit?

Die geplanten Vorhaben in der Stadt auch unter den widrigen finanziellen Voraussetzungen umzusetzen. Der Fokus liegt dabei für mich in der Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung - und nicht auf Gebühren- oder Steuererhöhungen. Ich glaube, dass viele Bürger und Unternehmen jetzt schon an der Grenze der Belastung angelangt sind. Wir müssen sehr klar benennen, was uns unbedingt wichtig ist oder als Pflichtaufgabe zu erfüllen sein wird und wo wir Verzicht üben können. Dies ist angesichts unserer finanziellen Lage unausweichlich.

Wie steht die Stadt finanziell da?

Aktuell noch ganz gut, da wir Liquidität zur Finanzierung der kommenden großen Investitionen angespart hatten. Wir leben sozusagen von der Substanz, was aber nicht zukunftsorientiert ist und dauerhaft nicht funktionieren kann. Im nächsten Haushaltsplan ist das ganz deutlich zu sehen. Dies in Kombination mit der völlig offenen Frage der zukünftigen Einnahmen führt zwangsläufig dazu, dass Sparsamkeit das oberste Gebot ist, um eben die geplanten Investitionen doch umsetzen zu können.

Was wünschen Sie sich für 2021?

Für alle Gesundheit und Zufriedenheit sowie Zuversicht und Vertrauen in das neue Jahr. Ich persönlich würde mich gern wieder auf die wirklich wichtigen Vorhaben konzentrieren, was angesichts der unwägbaren Lage kaum möglich ist. Manchmal einen Tag mehr zum Nachdenken, weil die Zeit und der Anspruch auf schnelle und doch richtige Entscheidung enorm zugenommen hat.

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