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Kamenz: So ist der Stand am Schulcampus

Die ersten Wände für den Erweiterungsbau am Lessinghaus stehen schon - dabei wurde jetzt erst der Grundstein gelegt.

So soll der Lessing-Campus in Kamenz einmal aussehen. Gebaut wird schon länger, aber der Grundstein wurde jetzt erst gelegt.
So soll der Lessing-Campus in Kamenz einmal aussehen. Gebaut wird schon länger, aber der Grundstein wurde jetzt erst gelegt. © Ansicht: pdw Architekten Ingenieure GmbH

Kamenz. Die ersten zwei Geschosse des Schulneubaus zwischen Ost- und Haberkornstraße in Kamenz stehen schon: Hier wird die historische Lessingschule mit einem modernen Gebäude erweitert. Wegen der Corona-Krise war der erste Spatenstich für das Millionenprojekt im Frühjahr ausgefallen. Der symbolischen Grundsteinlegung stand am Freitag aber nichts mehr im Weg. Und da der Bau eben schon fortgeschritten ist, hatten die zahlreichen Gäste - Lokalpolitiker, Bauleute, Planer, Lehrer und Schüler - ein Dach überm Kopf, als der Regen auf die Baustelle niederprasselte.

Bauherr ist der Landkreis Bautzen. Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) versenkte gemeinsam mit dem Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) eine  Edelstahlkartusche im Fundament. Darin wurden zuvor Planungsunterlagen, die Sächsische Zeitung vom Tage und das aktuelle Amtsblatt des Kreises verstaut.

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100-jähriger Lehrer bei der Grundsteinlegung dabei

Udo Witschas hatte einen Satz Euromünzen besorgt. Die durfte Werner Geißler als ehemaliger Schüler und Lehrer des Gymnasiums in die Kapsel legen. Mit 100 Jahren ist er wohl der älteste noch lebende Pädagoge, der einst an dem Gymnasium unterrichtete. OB Dantz legte noch einen Mundschutz bei, weil der die Gegenwart momentan besonders prägt.

Bei der Grundsteinlegung auf dem Lessing-Campus in Kamenz nahmen Vize-Landrat Udo Witschas und OB Roland Dantz Werner Geißler in ihre Mitte. Der 100-Jährige war einst Schüler und später Lehrer am Gymnasium.
Bei der Grundsteinlegung auf dem Lessing-Campus in Kamenz nahmen Vize-Landrat Udo Witschas und OB Roland Dantz Werner Geißler in ihre Mitte. Der 100-Jährige war einst Schüler und später Lehrer am Gymnasium. © Foto: Matthias Schumann

Die Kartusche steckt nun dort im Beton, wo sich künftig die Stadt- und Schulbibliothek befinden wird. Eine außergewöhnliche Kombination von Kultur und Bildung, so Udo Witschas, und eine Besonderheit bei diesem Schulcampus. Die Stadt finanziert diesen Gebäudeteil mit rund drei Millionen Euro selbst. Es sei der Stadt wichtig gewesen, dass der neue Campus mit den öffentlichen Bibliotheksräumen eine spürbare Wirkung in den Stadtteil hinein entfalte, so Dantz.

Lessinghaus wird noch saniert

Der OB erinnerte auch an die Meinungsverschiedenheiten auf dem Weg zu diesem Schulgebäude. Es war keine einfache Diskussion im Kreistag, schätzte Udo Witschas ein. Die Standortfrage spielte dabei auch eine Rolle - derzeit lernen die Schüler im Gymnasiumsgebäude am Standrand gegenüber des Flugplatzes. Die Zukunft der 2. Oberschule, die ebenfalls saniert wird, ist ebenso Teil dieses Bildungspaketes. Die Grundsteinlegung  sei nun ein Symbol für die gute Zusammenarbeit im Kreis, so Roland Dantz.

Udo Witschas spricht von einem der modernsten Schulbauten in Sachsen. Der entsteht zentrumsnah im Gründerzeitviertel der Stadt. Das historische Areal der Lessingschule werde zum zentralen Standort des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums entwickelt. Er wisse um die große städtebauliche Bedeutung des über 100-jährigen denkmalgeschützten Lessinghauses, so Witschas. Das werde natürlich ebenfalls saniert – von der Heizung über die Fenster bis zur frischen Farbe und Medientechnik.

Befürworter des Standortes sind erleichtert

Bis zu fünf Geschosse bekommt der Neubau mit Klassenzimmern, Fachkabinetten und einem Aufzug im Verbindungsbau, der für Barrierefreiheit im Schulgebäude sorgt. Bis zu 720 Schüler sollen hier beste Lernbedingungen vorfinden. Im Neubau entsteht zudem eine Mensa. 28,5 Millionen Euro, inklusive Fördermittel, kostet das Vorhaben den Landkreis und die Stadt - plus Bibliothek.

Derzeit lernen rund 700 Schüler am Lessinggymnasium. Schulleiter Wolfgang Rafelt ist sich aber sicher, dass es in dem modernen Haus mit Sicherheit mehr werden. Er freut sich vor allem, dass seine Schule aus dem digitalen Tal am Flugplatz zu einem Highspeed- und Wlan-Gipfel im Neubau aufsteigen werde.

Auch sein Vorgänger Helmut Münstermann war unter den Gästen, gemeinsam mit dem ehemaligen Leiter der 1. Oberschule und Vorsitzenden des Vereins ehemaliger Lessingschüler, Volker Schmidt. Beide haben sich viele Jahre für den Standort Lessinghaus eingesetzt: „Wir sind glücklich und erleichtert, dass das Gymnasium nun in die Stadt hineinzieht.“ Der Umzug ist 2022 geplant, ab wann genau die Schüler hier lernen werden, lässt der Landkreis noch offen. 

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