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So wird Urlaub in Corona-Zeiten möglich

Flüge, Kreuzfahrten und vieles mehr fallen in der Pandemie aus. Ein Reisebüro-Betreiber aus Oberlichtenau hat sie eine Alternative überlegt.

Zum Angebot von Reisebüro-Betreiber Maik Förster gehören auch Wanderungen auf den Keulenberg in Oberlichtenau. Die Touren bereichert er mit Wissenswertem aus der Region.
Zum Angebot von Reisebüro-Betreiber Maik Förster gehören auch Wanderungen auf den Keulenberg in Oberlichtenau. Die Touren bereichert er mit Wissenswertem aus der Region. © René Plaul

Oberlichtenau. Mit dem Flugzeug in den Süden, auf einer Kreuzfahrt verschiedene Städte erleben, die Skipisten in den Dolomiten heruntersausen oder mit dem Caravan die Küsten abfahren - alles Urlaubsträume, die derzeit Corona-bedingt nicht zu realisieren sind. Viele Menschen denken im Moment nicht darüber nach, wie sie ihre Ferien verbringen werden, weil das einfach nicht möglich ist. Gerade Reisebüros leiden unter der Situation, weil die Leute keinen Urlaub buchen. Die Ungewissheit ist zu groß.

Doch gibt es Alternativen zum herkömmlichen Urlaub? Maik Förster betreibt in Oberlichtenau das Reisebüro CV-Aktiv-Reisedienst, und hat sich auf Israel- und Mittelmeerreisen spezialisiert. Die Buchungen in diesem Bereich sind fast auf Null zurückgegangen, die Einnahmen ebenso. Doch Förster hat einen neuen Trend entdeckt: den Slow-Tourismus, zu Deutsch: langsamer Tourismus. Beim Slow-Tourismus gehe es nicht um die Schnelligkeit oder die Dauer einer Reise, sondern vielmehr um die Einstellung. Es gehe darum, die Geschwindigkeit und Komplexität eines Urlaubes zu reduzieren, um Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. "Es soll mehr Wert auf die Intensität des Erlebnisses gelegt werden", erklärt Maik Förster.

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Geschlafen wird in Zelt oder Scheune

Der Tourismus-Fachmann wohnt in einer landschaftlich reizvollen Umgebung, zwischen Keulenberg und Schwedenstein. "Hier gibt es ein wunderbares Wandergebiet, das selbst Einheimische nur bedingt kennen", weiß er. Dazu kommen Sehenswürdigkeiten wie Schlösser, Museen und kulturhistorische Objekte. Und es gibt viele Legenden, Geschichten und Episoden, die die Region prägen. Letztlich werden in der Westlausitz auch jede Menge kulinarische Spezialitäten produziert. "Dies alles kann man zu einem persönlichen Urlaub mit Führung zusammenbauen. Und dabei spielt die Zeit keine Rolle", so der Reiseexperte. Er selbst würde Interessierte führen, ihnen die Landschaft zeigen - und dazu viele geschichtliche Hintergrundinformationen bieten.

Angereichert werden die Touren mit Picknick im Freien, mit einer Verkostung und je nach Wunsch einer Übernachtung im Zelt, in der Holzhütte oder in einer Scheune. Je nach Saison und Jahreszeit haben die Teilnehmer die Möglichkeit, selbst Obst zu ernten, die Wurst am Feuer zu grillen oder vielleicht beim Laufen Abfall zu sammeln. "Es ist eine Kombination zwischen dem Kennenlernen der Region, dem Entspannen und auch Umweltschutz", sagt Förster.

2.000 bei Wettbewerb gewonnen

Mit diesem Projekt des Slow-Tourismus bewarb sich Maik Förster für das Förderprogramm "Urlaub vor der Haustür" beim Verein Dresdner Heidebogen. Er bekam einen Zuschlag und damit 2.000 Euro. "Slow-Tourismus ist mal etwas Besonderes. Das gibt es in unserer Region noch nicht", erklärt Nancy Neumann vom Heidebogen die Entscheidung. Ein Pluspunkt sei zum Beispiel, dass mit mehreren Partnern aus der Gegend zusammengearbeitet wird. Maik Förster hat schon einige gefunden. "So gab es Gespräche mit dem Keulenbergverein, der Kulturscheune in Höckendorf und dem Museum der Westlausitz in Kamenz", erzählt er.

Interessenten können eine Tour - egal wie viele Tage - mit Maik Förster buchen. "Das kann eine Person allein sein, eine Familie, eine Gruppe aus Freunden oder ein Firmenteam", sagt er. Je nach Wunsch stellt er dann ein entsprechendes Programm zusammen, immer mit Blick auf die Region und das Reduzieren der Geschwindigkeit. Natürlich weiß er, dass die Touren mit dem aktuell erlaubten 15-Kilometer-Bewegungsradius schwierig sind und auch die Gruppenzusammensetzung eher begrenzt ist. Aber die Situation werde wieder besser, und dann habe auch der Slow-Tourismus in der hiesigen Region eine Chance - Maik Förster glaubt fest daran.

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