merken
PLUS Kamenz

Was es Besonderes rund um die Königsbrücker Kirche gibt

Ein Mausoleum, bedeutende Gräber und der älteste Baum der Stadt: All das kannten bisher nur Insider. Jetzt erfahren auch Gäste davon.

Eine der neuen Info-Tafeln steht vor dem Mausoleum der Familie Naumann in Königsbrück. Besucher können sich jetzt über die Sehenswürdigkeiten rund um die Kirche informieren.
Eine der neuen Info-Tafeln steht vor dem Mausoleum der Familie Naumann in Königsbrück. Besucher können sich jetzt über die Sehenswürdigkeiten rund um die Kirche informieren. © Matthias Schumann

Königsbrück. Nach einem kleinen Stadtbummel durch Königsbrück und einem Rundgang bei den Kamelien noch einen Blick in die Kirche werfen? Sich im Kirchgelände umschauen und in Ruhe die Sonne genießen? Das denkt sich mancher, der die Stadt besucht. Dabei ahnen die meisten gar nicht, was es vor allem hinter der Kirche alles zu entdecken gibt: ein großes Mausoleum, den ältesten Baum der Stadt, die Gräber von Charlotte Louise Gräfin von Hohenthal oder Matthilde Freiin von Lasperg. Dazu kommt ein Blick auf die Stadt mit einem der vielen Sühnekreuze.

Viele fragen sich: Wem gehört das Mausoleum? Wer war die Gräfin von Hohenthal? „Mit diesen Fragestellungen bin ich in der Vergangenheit oft konfrontiert worden“, sagt Pfarrer Tobias Weisflog. Seit Kurzem muss er die Fragen nicht mehr beantworten. Denn zwei Tafeln weisen jetzt auf den „Kulturhistorischen Informationspfad Stadtkirche Königsbrück“ hin – eine hinter der Kirche, eine am Schloss.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Heimatverein hat den Info-Pfad initiiert

Die Initiative für die Info-Tafeln kommt vom Heimatverein Königsbrück. „Besucher der Kamelienschau haben immer wieder gefragt, was es denn sonst noch in der Stadt zu entdecken gibt“, sagt Vereinsvorsitzender Peter Sonntag. „Ich habe sie immer auf die Kirche und deren Umfeld verwiesen.“ Aber Erklärungen zu dem, was dort zu sehen ist, fehlten. Im August 2020 sei er dann zufällig auf einen Fördertopf gestoßen, der solche Projekte unterstützt. Sonntag nahm mit dem Landratsamt in Bautzen Kontakt auf und stellte einen Förderantrag. Bereits einen Monat später kam die Zusage. Die Arbeit an den Tafeln konnte beginnen.

Um die inhaltliche Gestaltung kümmerte sich Peter Sonntag selbst. Doch er hatte Helfer zur Seite, die sich bestens mit der Geschichte der Stadt Königsbrück auskennen. Einer von ihnen ist Küster Werner Lindner. Er ist es übrigens auch, der sich darum kümmert, dass vor dem Mausoleum und den beiden berühmten Gräbern jedes Jahr aufs Neue Blumen gepflanzt werden. Die Gestaltung der Info-Tafeln übernahm ein Grafiker aus der Region. Nun zeigen sie den Pfad der Sehenswürdigkeiten rund um die Königsbrücker Kirche.

Blick ins Mausoleum einer berühmten Familie

Insgesamt 8.000 Euro kosteten die Tafeln. 50 Prozent davon kamen aus Fördermitteln. Den Rest brachte der Heimatverein selbst auf – aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und dem Verkauf von Kamelien und des Kamelienparfüms. „Eine tolle Aktion des Vereins, der es damit geschafft hat, Spuren zu hinterlassen, um Geschichte zu zeigen“, lobt Pfarrer Tobias Weisflog. Er werde natürlich trotz der Tafeln Interessenten auch weiterhin gern etwas zur Geschichte der Kirche erzählen – sollte er ihnen im Pfarrhof, am Mausoleum oder auch in der Kirche begegnen.

Und Weisflog kann auch eine ganze Menge erzählen. Zum Beispiel, dass das Mausoleum, in das jeder hineinschauen kann, Familie Naumann aus Königsbrück gehört. Mehrere Mitglieder der Familie sind dort begraben, die Grabplatten gut zu erkennen. Bruno Naumann (1844-1903) und sein Sohn Walther waren Besitzer der Näh- und Schreibmaschinenwerke „Seidel & Naumann“ in Dresden. Bekannt wurden sie durch die Nähmaschine Naumann oder die Schreibmaschine „Erika“. Vielen Älteren werden diese Namen noch ein Begriff sein. Das 1903 errichtete Mausoleum wird bis heute als Grabstätte der Familie genutzt.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Kamenz