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Kamenz: Hilfe für Schlaganfall-Radler

Im Mai musste Enrico Wenzel seine besondere Deutschland-Tour abbrechen. Jetzt unterstützt ihn sein Verein, damit der geplante Neustart gelingt.

Enrico Wenzel aus Kamenz trainiert regelmäßig, damit er im August seine Schlaganfall-Deutschland-Tour mit dem Dreirad wieder aufnehmen kann. Auch sein Verein unterstützt ihn.
Enrico Wenzel aus Kamenz trainiert regelmäßig, damit er im August seine Schlaganfall-Deutschland-Tour mit dem Dreirad wieder aufnehmen kann. Auch sein Verein unterstützt ihn. © Rene laul

Kamenz. Der Sportverein Biehla-Cunnersdorf macht sich seit Monaten stark für sein Vereinsmitglied Enrico Wenzel. Früher spielte dieser selbst aktiv Fußball im Verein. Doch nach seinen Schlaganfällen ist das nicht mehr möglich. Der Kamenzer kämpft sich aber auf seine Art ins Leben zurück - und möchte mit einer Tour auf dem Dreirad bundesweit auf das Thema Schlaganfall aufmerksam machen. Und auf der 2.600 Kilometer langen Strecke Spenden sammeln.

Am 1. Mai war Start. Nach nur wenigen Tagen musste Enrico Wenzel die Tour wetter- und pandemiebedingt leider doch unterbrechen. Nun ist ein Neustart für August anvisiert. "Wir haben Enrico schon unterstützt, als er losfuhr, und haben ihn sogar mit dem Rad bis nach Senftenberg begleitet. Alle fieberten mit und konnten seine Enttäuschung über die Tour-Unterbrechung gut nachempfinden", sagt Thomas Kirschner vom Vorstand des Sportvereins.

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Am 1. August ist Neustart der Tour ab Templin

Nach zwei Herzinfarkten und einem Hirnschlag infolge von Unfällen ist Enrico Wenzel halbseitig gelähmt. Ärzte hatten ihm attestiert, dass er niemals wieder laufen werde. Noch vor ein paar Monaten war er auf den Rollstuhl angewiesen. Mit seiner Rückfahrt ins Leben will er es sich und auch anderen beweisen.

Doch vor allem Corona und die Pandemieregelungen hielten zum Tour-Start im Mai viele Widrigkeiten bereit. Aber aufgeben gilt für den 40-Jährigen nicht. "Ich sitze am 1. August wieder im Sattel und starte da, wo ich die Tour im Mai abgebrochen habe - in Templin. Von dort aus geht es sofort nach Gütersloh, wo ich mich auch mit der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe treffe", kündigt Wenzel an. Bis dahin heißt es, fleißig zu trainieren.

Mehrmals pro Woche fährt er Runden in der nahen Umgebung. Und mindestens einmal auch auf den Biehlaer Sportplatz, von wo aus seine erste Tour startete. "Ich will ja auch meine Jungs sehen, das lenkt mich ab und gibt mir Kraft", sagt er. Bei den Fußball-Trainings schaut er dann zu. Sein Verein ist ihm gleichzeitig Rückhalt und Familie.

Auch deshalb möchte der Sportverein nun noch eine Schippe drauflegen und hat eine Spendensammlung für Enrico Wenzel angeschoben. "Der SV Biehla-Cunnersdorf möchte Enrico auf seinem weiteren Lebens- und Gesundungsweg unterstützen. Gern möchten wir ihm ein E-Bike als Dreirad zur Verfügung stellen, damit er für seinen zweiten Start noch mehr Rückenwind und Unterstützung verspürt", heißt es auf der extra eingerichteten Homepage.

"Wir kennen Enrico als Kämpfer, er ist ein echter Typ. Eigen, aber Vorbild mit seinem Kampfgeist und der Art, wie er Dinge angeht", sagt Thomas Kirschner.

Verein spendet Hälfte der Froschlauf-Startgebühren

Ein E-Bike dieser speziellen Art kostet ab 2.000 Euro aufwärts. Für Enrico Wenzel ist das nicht so nebenbei zu stemmen. Aber es würde ihm helfen auf der Tour. Bei dem stabilen Dreirad mit Motorunterstützung benötigt man nur einen Bruchteil der bei einem herkömmlichen Fahrrad erforderlichen Tretkraft und kommt daher bequem voran. Oft war Enrico Wenzel auf seiner Tour im Mai an schwierigen Straßen und Wegen gescheitert - und abends völlig entkräftet und viel zu spät am Zielort eingetroffen.

Der SV Biehla-Cunnersdorf sammelt nun Geld, damit der Traum vom E-Bike nicht aussichtslos ist. "Bereits in den letzten Wochen haben wir im Internet zur Spende aufgerufen. Einiges ist zusammengekommen. Aber das Gros fehlt noch. Beim diesjährigen Froschlauf möchten wir deshalb noch einmal ansetzen. Wir haben beschlossen, 50 Prozent der Startgebühren für das E-Bike zu spenden", sagt Schatzmeister Thomas Kirschner. Bei der erwarteten Anzahl von Läufern könnten so 600 Euro zusammenkommen - und sicher auch weitere Spenden.

Erster Schlaganfall-Stammtisch geplant

Der 18. Froschlauf findet vom 25. bis 27. Juni statt. "Wir entzerren die Starts, was aber dem Lauferlebnis nicht hinderlich sein wird", heißt es. Damit nicht alle im Pulk losrennen, mussten andere Ideen her. So ergibt sich die Möglichkeit, an zwei Abenden und zwei Mal morgens zu starten.

Auch Enrico Wenzel ist schon aufgeregt, er wird am Wochenende auf dem Sportplatz vorbeischauen. Es rührt ihn sehr, dass seine Sportfreunde sich so für ihn einsetzen. Und auch er möchte noch mehr für den guten Zweck tun. "Ich habe für den 31. Juli einen ersten Schlaganfall-Stammtisch auf dem Campingplatz in Großkoschen avisiert", erzählt der Kamenzer. Dazu sind Betroffene wie Angehörige und Interessenten gleichermaßen willkommen.

Spendenkonto: SV Biehla-Cunnersdorf e.V. Verwendungszweck: - Spende Enrico Wenzel - IBAN: DE74850503003000033105 BIC: OSDDDE81XXX

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