merken
PLUS Kamenz

Kamenz: Narren sagen Karneval ab

Wegen Corona finden öffentliche Sitzungen in diesem Jahr nicht statt. Für Faschingsfans hat sich der Karnevalsclub eine Alternative überlegt.

Eine Schlüsselübergabe im Rathaus wie am 11.11. 2019 wird es diesmal wegen Corona nicht geben. Doch vereinsintern will sich der Karnevalsclub das Ritual nicht nehmen lassen.
Eine Schlüsselübergabe im Rathaus wie am 11.11. 2019 wird es diesmal wegen Corona nicht geben. Doch vereinsintern will sich der Karnevalsclub das Ritual nicht nehmen lassen. © Archivbild: René Plaul

Kamenz. Die Kamenzer Narren des KKC haben es sich wahrlich nicht leicht gemacht. Nach einer Mitgliederversammlung steht nun endgültig fest: Die 34. Saison fällt der Corona-Krise zum Opfer. 

„Wir haben uns gegen alle Veranstaltungen im kommenden Januar und Februar entschieden, weil die Hygiene-Auflagen für uns nicht umsetzbar und denkbar sind“, sagt der Vorstandsvorsitzende Maik Förster. Im Stadttheater laufen zwar wieder Veranstaltungen, doch Fasching sei noch einmal eine andere Nummer als ein Kabarettabend oder Konzert mit 150 Zuschauern. Seit letztem Jahr feiert der KKC im Kamenzer Musentempel - und das mit Erfolg. Aber öffentlicher Tanz und auch ein Barbetrieb wie man ihn kennt, sind in der Corona-Krise verboten. „Wie soll das also beim Fasching gehen?“, fragen sich die Narren.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Außerdem ist das Stadttheater zurzeit auf 150 Gäste beschränkt. Im Verein selber kommen schon 50 aktive Mitglieder an den Abenden zusammen. Ein Kartenverkauf würde sich so jedenfalls nicht rechnen. Und der finanzielle Aufwand zu Partys in normalen Zeiten wäre der gleiche: DJ, Gema, Saalmiete, Werbung. Auch der Frühschoppen im Hotel Stadt Dresden mit Urgestein „Stadtbüttel Lorenzo“ sei unter diesen Umständen nicht durchführbar. Die Abstandsregeln sind nicht einhaltbar, man könnte nur einen Bruchteil der Gäste einlassen. Und der Aufwand wäre immens, würde in keinem Verhältnis stehen.

Karnevalsclub will lustige Videos drehen

„Wir befürchten außerdem, dass das Publikum momentan nicht gerade in Scharen zum Karneval kommen, geschweige denn den Vorverkauf nutzen würde. Damit muss man aber planen“, sagt Maik Förster. Die aktuellen Corona-Maßnahmen gelten bis 2. November, danach setzt eine neue Verordnung ein. „Keiner von uns glaubt daran, dass sich da etwas in den nächsten Monaten ins Positive ändert“, sagt auch Präsident Sebastian Pieper. Die lange Vorbereitungszeit und Kraftanstrengung, die eine Saison erfordert, sprechen komplett gegen eine Planung ins Ungewisse. Die Mitgliederversammlung stimmte einstimmig dagegen.

Was natürlich nicht heißt, dass der Karneval über ein komplettes Jahr lang tot ist. Man wolle das Clubleben hochhalten, vielleicht noch mehr als in anderen Jahren. Weihnachtsfeier, Wanderung, vielleicht bei guter Schneelage ein gemeinsames Rodeln im Kostüm oder die Beteiligung an Veranstaltungen der Stadt - es gibt bereits Ideen. 

„Doch jetzt blauäugig ein Programm und Tänze einzustudieren, Dekoration zu bauen und Kostüme zu schneidern, wäre unsinnig. So bereiten wir unsere Saison länger als gewohnt vor und nehmen das Motto halt noch in die übernächste Saison mit. Es gibt Vorstellungen, wie wir unsere Fans am etwas anderen Fasching teilhaben lassen können. Zum Beispiel in Form von Videoclips, die wir mottogerecht drehen“, sagt Programmchef Martin Förster. 

Nur eine vereinsinterne Eröffnung am 11.11.2020

Auf das neue Motto hatte man sich übrigens bereits vor Corona im Februar geeinigt: „Der Berg ruft!“ Aber Karneval und Hüttengaudi - das sind in Coronazeiten gleich zwei Reizworte. Das war selbst den eingefleischtesten Narren zu heikel, weshalb man das Motto mit in die neue Saison nimmt. „Der Berg wird sicherlich auch 2022 noch rufen“, sind sich die Narren einig. 

In diesem Jahr wird es am 11.11., 11.11 Uhr, nur eine kleine vereinsinterne Eröffnung geben. Auf dem Marktplatz ist selbst das schwierig umzusetzen. „Wir haben auf dem Gesundheitsamt nachgefragt, sollten ein aufwendiges Hygiene-Konzept für die halbe Stunde erstellen. Möglich wäre sicherlich etwas gewesen, aber nur unter Absperrung, mit Kontrollen und vielen Auflagen. Da aber keiner weiß, wie viele Zuschauer überhaupt kommen, war uns auch das zu unsicher“, erklärt Maik Förster.

Die Kamenzer Narren bedauern die Komplett-Absage sehr. „Uns blutet unser Karnevalistenherz wirklich richtig. Und wer uns kennt, weiß, wie hart es für die meisten von uns ist“, sagt KKC-Außenminister Gerd „Spinne“ Müller. Auch gegenseitige Besuche zwischen den Clubs fallen so leider weg. Aktuell sagen jedoch immer mehr Vereine in der Region ihre Saisons ab. Und alle hoffen nun auf die Zeit nach der Corona-Krise. Vielleicht gibt es dann ja ausnahmsweise ein schönes Sommerfest mit dem KKC? „Der Karneval stirbt mit Sicherheit nicht“, sagt Gerd Müller.

Mit dem kostenlosen Newsletter „Kamenz kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Kamenz