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Wenn der Feuerwehr das Wasser fehlt

Der Dorfteich von Kriepitz bei Elstra dient auch als Löschwasservorrat. Doch zuletzt gab es da ein Problem - das nun gelöst wurde.

Die Kameraden der Feuerwehr von Kriepitz können wieder Löschwasser aus dem Dorfteich entnehmen.
Die Kameraden der Feuerwehr von Kriepitz können wieder Löschwasser aus dem Dorfteich entnehmen. © René Plaul

Elstra. Der Dorfteich im Elstraer Ortsteil Kriepitz bot zuletzt keinen besonders schönen Anblick. Schilf wucherte ins Gewässer, das Wasser selbst war trüb. Doch wesentlich schlimmer sah es unter der Wasseroberfläche aus. Im Laufe der Jahre hatte sich jede Menge Schlamm abgelagert, viel mehr als der Teich eigentlich verträgt. "Zuletzt betrug der Wasserstand nur noch etwa 20 Zentimeter", erklärt Steffen Wustmann von der Stadtverwaltung Elstra. 1996 war der Teich das letzte Mal entschlammt worden.

Probleme mit dem schlechten Zustand des Dorfteiches hatte vor allem die freiwillige Feuerwehr von Kriepitz. Das Gewässer war nicht mehr zur Entnahme von Löschwasser nutzbar. Hätten die Kameraden bei dem niedrigen Wasserstand die Schläuche in den Teich gehalten, wäre vor allem Schlamm abgesaugt worden. "Die Feuerwehr kam auf mich zu, wollte, dass etwas passiert", berichtet Steffen Wustmann. Das sah auch der Mitarbeiter der Stadtverwaltung so, hatte aber eine Bedingung: "Die Kameraden müssen bei den Arbeiten mithelfen, um die Kosten niedriger zu halten." Das war im Sommer vorigen Jahres.

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Fische mussten umgesetzt werden

Steffen Wustmann sah aber noch ein Problem. Niemand konnte im Vorfeld sagen, ob der Schlamm im Teich mit giftigen Stoffen belastet war. "Das Entschlammen ist so schon eine teure Angelegenheit, aber wenn der Schlamm dann noch gesondert entsorgt werden muss, kommt noch einmal eine große Summe hinzu."

Bevor die Arbeiten losgehen konnten, mussten Proben genommen werden. Mit einem Boot sei man auf den Teich gefahren und habe an fünf verschiedenen Stellen Schlamm entnommen, diesen dann zur Kontrolle eingeschickt. Das Ergebnis wurde mit Erleichterung aufgenommen. "Die Werte waren in Ordnung, und vom Landratsamt in Bautzen kam der Bescheid, dass keine Extra-Entsorgung vorgenommen werden muss", erklärt Steffen Wustmann.

Dann legten erst einmal die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Hand an. Sie übernahmen die Beräumung des gesamten Ufergeländes. Sie verschnitten Bäume und Sträucher, entfernten Totholz, säuberten die gesamte Anlage. Das alles passierte in der Freizeit der Kameraden, unentgeltlich und in eigener Verantwortung. "Unser Dank gilt den Firmen, die uns Technik für den Abtransport zur Verfügung gestellt haben", sagt Wehrleiter Stephan Schnietz. Außerdem mussten die Fische, die sich in dem Teich befanden, abgefischt und in ein anderes Gewässer umgesetzt werden. Das übernahmen die Angelfreunde Ohorn, die den Teich ebenfalls nutzen.

Schlamm im Teich stand 70 Zentimeter hoch

Inzwischen ist der ungefähr 35 mal 45 Meter große Dorfteich entschlammt. "Im Teich stand der Schlamm etwa 70 Zentimeter hoch, also fast dreimal so viel wie der Wasserstand", erklärt Steffen Wustmann. Insgesamt wurden rund 1.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Wasser geholt, eine Rauschwitzer Firma hatte den Auftrag übernommen.

Doch wohin jetzt mit dem vielen Schlamm? "Wir haben einen Landwirt in der Region gefunden, der uns das Ganze abgenommen hat", erklärt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. So konnte der Schlamm, da er ja als unbedenklich eingestuft wurde, auf eine landwirtschaftliche Fläche verteilt werden. Den Transport vom Teich zum Acker übernahmen auch die Kameraden der Feuerwehr. Insgesamt kostete die Aktion rund 19.000 Euro, bezahlt aus dem Haushalt der Stadt Elstra.

Inzwischen ist wieder genug Wasser im Dorfteich. Die Kameraden der Feuerwehr können wieder Löschwasser entnehmen - und haben das gleich getestet, auch um die Technik zu überprüfen. "Die Kameraden haben sich auf Corona testen lassen, um so bei der Aktion dabei sein zu können", erklärt der Wehrleiter. Und auch die Angelfreunde wollen neue Fische einsetzen, um ihrem Hobby wieder nachgehen zu können.

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