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Osterreiten soll stattfinden

Derzeit wird heftig über die Corona-Regeln zum Osterfest diskutiert. Was bedeutet das für die Prozessionen? Das sagt das Landratsamt Bautzen dazu.

Nach jetzigem Stand wird es in diesem Jahr im Landkreis Bautzen das Osterreiten geben. Das Landratsamt spricht sich dafür aus.
Nach jetzigem Stand wird es in diesem Jahr im Landkreis Bautzen das Osterreiten geben. Das Landratsamt spricht sich dafür aus. © Archivfoto: Steffen Unger

Bautzen/Kamenz. Die Corona-Ankündigungen nach der Bund-Länder-Konferenz Anfang dieser Woche sorgten in den sorbisch-katholischen Gemeinden für heftige Diskussionen. Vor allem in einem Punkt war man besorgt: Kann trotz einer Verschärfung der Regeln das traditionelle Osterreiten stattfinden? Bereits im vergangenen Jahr waren aufgrund der Pandemie keine Reiter unterwegs. Das solle sich in diesem Jahr auf keinen Fall wiederholen, so Vertreter der Osterreiter-Gemeinschaft.

Am Mittwoch gab es eine klare Aussage vonseiten des Landratsamtes in Bautzen: "Das Osterreiten wird weiter vorbereitet", heißt es. Zuvor hatte es am gleichen Tag eine Videokonferenz und ein Telefonat zwischen Landrat Michael Harig (CDU) und Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) gegeben, bei dem auch das Thema Osterreiten eine Rolle spielte. Ergebnis des Gespräches: "Auch in der neuen Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates wird kein Verbot des Osterreitens enthalten sein." Es liege daher in der Verantwortung des Landkreises, ob die Osterreiterprozessionen stattfinden. Aktuell sieht das Landratsamt Bautzen keinen Anlass für ein Verbot.

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Weitere Gespräche nächste Woche

Noch ist aber nicht das letzte Wort gesprochen. "In der kommenden Woche soll anhand der dann geltenden Rechts- und Infektionslage eine abschließende Bewertung vorgenommen werden", heißt es aus dem Landratsamt. Das werde gemeinsam mit Vertretern der Osterreiter geschehen, die sich seit Wochen auf die Prozessionen vorbereiten.

Allen Beteiligten ist aber klar, dass beim Osterreiten in diesem Jahr bestimmte Regeln eingehalten werden müssen und dass es Veränderungen geben wird. Dazu hatten sich die Kirchgemeinden mit den Osterreitern schon im Vorfeld verständigt. Erste Gespräche dazu gab es bereits Mitte Februar. Für die Prozessionen wurden Hygienekonzepte erstellt, die nicht nur für das Reiten selbst, sondern auch für die Vorbereitungen gelten. Demnach müssen die Teilnehmer auf dem Pferd keine Masken tragen, allerdings bei den Pausen auf den Höfen. Dann ist auch ein Sicherheitsabstand einzuhalten. Pfarrer Stephan Delan aus Ralbitz sagt dazu: "Das Hygienekonzept steht. Wir wollen die Auferstehung Jesu Christi unbedingt feiern". Die Prozession aus Ralbitz ist mit bis zu 300 Reitern eine der größten in der Region.

Daten aller Reiter werden erfasst

Osterreiter Raphael Krahl aus Kamenz, der in der Nebelschützer Prozession mitreitet, bestätigt die Absprachen unter den Reitern. "Wir wurden genau über die Hygienemaßnahmen aufgeklärt, auch wie wir uns auf den Höfen verhalten sollen", sagt er. So sollen zum Beispiel nur Familienangehörige die Pferde halten und keine fremden Kinder beim Heimritt mit auf die Tiere genommen werden. Nach Aussage des Landratsamtes sind ein Hygienekonzept und eine Datenerfassung auch in den Ställen notwendig. Ebenso soll es Listen aller Osterreiter geben. Noch Anfang der Woche hatte Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) zugesichert, für alle Reiter Corona-Selbsttests auf Kosten des Landratsamtes zu beschaffen. "Dabei bleibt es auch", so Thomas Israel, der persönliche Mitarbeiter von Udo Witschas am Mittwochabend.

Beim diesjährigen Osterreiten soll verhindert werden, dass es zu großen Zuschaueransammlungen an den Strecken oder an den Kirchen kommt. Aus diesem Grund werden Strecken und Zeiten der Prozessionen durch die jeweiligen Verantwortlichen in den Gemeinden verändert, heißt es am Mittwoch aus dem Landratsamt. Diese Änderungen sollen nicht veröffentlicht werden, um Besucher nicht doch noch anzulocken. Außerdem werden keine gesonderten Besucherparkplätze ausgewiesen. Die Polizei wird die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

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