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Ralbitz bekommt eine neue Kita

Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde um einen Neubau für ihre Kindereinrichtung. Bisher fehlte das Geld. Jetzt gibt es eine Lösung.

Von Heike Garten
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Noch spielen sie neben der alten Kita, aber Josefa, Kilian, Janis und Franz freuen sich zusammen mit Kindergartenleiterin Jadwiga Nuck schon auf den Neubau in Ralbitz.
Noch spielen sie neben der alten Kita, aber Josefa, Kilian, Janis und Franz freuen sich zusammen mit Kindergartenleiterin Jadwiga Nuck schon auf den Neubau in Ralbitz. © Matthias Schumann

Ralbitz-Rosenthal. Die Gemeinde Ralbitz-Rosenthal braucht dringend eine neue Kindertagesstätte. Die vorhandenen Kapazitäten in der Ralbitzer Einrichtung reichen einfach nicht aus. "Schon im Jahr 2013 wurde in der Gemeinde erstmals darüber diskutiert. Wir müssen etwas machen, um die Bedingungen für die Kinder im Ort zu verbessern und mehr Plätze zu schaffen", erklärt Bürgermeister Hubertus Rietscher (CDU).

Das ist jetzt acht Jahre her. Zwischenzeitlich fand die Gemeinde eine Kompromisslösung, um für alle Kinder, deren Eltern es wünschen, einen Platz zur Verfügung zu stellen. So wurde die ehemalige Kita in Schmerlitz wieder in Betrieb genommen, um dort die Krippenkinder unterzubringen. "Wir bekamen eine Betriebserlaubnis bis zum Jahr 2019, später eine Verlängerung", berichtet der Bürgermeister. Damit war das Problem allerdings nicht vom Tisch. Denn auch für den Hort, der derzeit in der Schule untergebracht ist, muss eine Lösung her. "Die Schule benötigt die Räume selbst", sagt Rietscher.

Das ist die jetzige Kita in Ralbitz. 2024 soll sie in einen Neubau umziehen.
Das ist die jetzige Kita in Ralbitz. 2024 soll sie in einen Neubau umziehen. © Matthias Schumann

Die Gemeinde blieb am Thema dran. Drei Varianten standen zur Debatte: einmal ein kompletter Neubau mit Kita und Hort, zum zweiten die Erweiterung der bisherigen Kita in Ralbitz und die Sanierung der Schmerlitzer Einrichtung für die Krippe und zum dritten der Neubau einer Kita sowie die Sanierung des bisherigen Gebäudes, das dann für den Hort genutzt werden sollte. Diese Varianten wurden bereits 2017 vorgestellt.

Vor- und Nachteile gab es bei allen Vorschlägen. Nach intensiven Diskussionen entschieden sich die Gemeinderäte für die dritte Variante - also den Neubau einer Kita und die Sanierung der alten für den Hort. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass sich alle drei Bereiche - Krippe, Kindergarten und Hort - an einem Standort befinden.

Geld kommt nun aus dem Braunkohlefonds

Doch damit war noch nicht klar, wo das Geld dafür herkommen soll. Die Gemeinde suchte gemeinsam mit dem Landratsamt Bautzen und anderen Behörden nach geeigneten Fördermöglichkeiten, fand sie zum damaligen Zeitpunkt jedoch nicht. Das war 2019. "Nichtsdestotrotz ging der Gemeinderat auf Risiko, schrieb die Planung für die komplexe Baumaßnahme europaweit aus und vergab diese schließlich an ein Kamenzer Büro", erklärt der Bürgermeister. Das Ziel: Die notwendigen Planungsunterlagen sollten vorliegen, wenn sich ein entsprechender Fördertopf auftut.

Das ist mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Braunkohle und dem damit verbundenen Förderprogramm "Investitionsgesetz Kohleregionen" nun der Fall . Auf die Frage, was die Gemeinde Ralbitz-Rosenthal mit der Braunkohle zu tun hat, hat der Bürgermeister eine klare Antwort: "Es gibt einige Bürger der Gemeinde, die im Bergbau arbeiten. Für ihre Familien muss im Ort eine entsprechende Infrastruktur vorhanden sein, damit sie in der Region bleiben." Außerdem sei die Nachfrage nach Wohnraum gerade von jungen Familien groß. Und da würden dann natürlich auch Plätze in Kindereinrichtungen benötigt.

So soll die Fassade der neuen Kita in Ralbitz aussehen.
So soll die Fassade der neuen Kita in Ralbitz aussehen. © Planungsbüro pdw

Rund 7,1 Millionen Euro kosten der Neubau der Kita in Ralbitz und die Sanierung des bisherigen Gebäudes. 90 Prozent gibt es als Förderung vom Bund aus dem Braunkohlefonds. Zehn Prozent finanziert die Gemeinde selbst, also rund 710.000 Euro. "Im September bekamen wir die Zusage über die Fördermittel und sind natürlich sehr glücklich darüber", sagt Rietscher. Die jahrelange Suche nach dem passenden Fördertopf hat damit ein Ende gefunden.

Bis zur Fertigstellung der neuen Kita wird es aber noch eine Weile dauern. Im nächsten Jahr sind die Feinplanung und die Ausschreibung dran. Bis etwa Mitte 2024 sollen der Neubau und der Umzug ins neue Gebäude geschafft sein. Danach ist bis Ende 2026 die Sanierung des Altgebäudes für den Hort an der Reihe.

Es entstehen viel mehr Kita-Plätze

Die neue Kita entsteht am Dorfplatz von Ralbitz gleich hinter der jetzigen Kita. Das Grundstück gehört der Gemeinde. Geplant ist ein großzügiger Klinkerbau mit viel Glas, großen Fluren auch zum Spielen und Verweilen, einer großen Terrasse zum Garten. In der unteren Etage soll die Krippe, in der zweiten Etage der Kindergarten untergebracht werden. Mit integriert wird ein Fahrstuhl. Überhaupt soll das komplette Haus behindertengerecht gestaltet werden. Dazu kommen großzügige Außenanlagen mit Spielplatz, außerdem ein neuer Parkplatz. Eine Solaranlage soll für eine bessere Energieeffizienz sorgen.

Künftig wird es deutlich mehr Betreuungsplätze geben: Sind es derzeit 36 Krippenplätze, werden es dann 50 sein. Jetzt stehen für Kindergarten und Hort zusammen 101 Plätze zur Verfügung. Nach Abschluss aller Baumaßnahmen wird es 105 Kindergarten- und 110 Hortplätze geben. Damit entstehen auch neue Arbeitsplätze.