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Kamenz: Safe Club bleibt geschlossen

Der Jugendtreff darf trotz gelockerter Corona-Regeln nicht öffnen. Alles hängt jetzt an einer Brandschutztür.

Der Safe Club in Kamenz bleibt auch weiterhin geschlossen. Wann er wieder öffnen kann, ist unklar.
Der Safe Club in Kamenz bleibt auch weiterhin geschlossen. Wann er wieder öffnen kann, ist unklar. © Matthias Schumann

Kamenz. Keine Musik, kein Ausschank. Im Kamenzer Safe Club ist seit Monaten Ruhe. Im Clubraum stapeln sich Getränkekästen. Auf Zetteln steht das Haltbarkeitsdatum. Es ist in vielen Fällen bereits abgelaufen. Die Veranstaltungstätigkeit ruht. Alle Konzerte sind bis auf Weiteres abgesagt. Dadurch fehlen dem Klub auch Einnahmen für kleine Investitionen oder Jugendprojekte. Was aber fast noch schlimmer ist: Unter den Mitgliedern wächst der Frust über die endlose Zwangspause. 

„Durch die Unsicherheit geht die Motivation verloren“, sagt Mitglied Daniel Hassert. „Es frisst an den sozialen Kontakten.“ Der Club befindet sich im Keller des Stadttheaters. Dort gibt es Brandschutzmängel. Doch die und die damit verbundenen nötigen Baumaßnahmen seien nicht das Verschulden des Clubs, so Hassert. Die Situation gefährde nun das Gesamtprojekt als Anlaufpunkt für junge Leute, die sich treffen wollen, die Musik mögen und wenig Geld in der Tasche haben.

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Zwangspause liegt nicht nur an Corona

Die anhaltende Zwangspause hat aber nicht nur etwas mit Corona zu tun. Die Pandemie verschärfte zwar die Situation. Aber bereits vor Corona verhängte die Stadt am Jahresanfang erste Einschränkungen wegen des mangelhaften Brandschutzes in Teilen des Theater-Komplexes. Die Probleme mit dem Brandschutz waren bei einer Inspektion festgestellt worden. 

Im Februar ließ die Stadt gegenüber Sächsische.de wissen, dass nur noch maximal 40 statt bis zu 90 Personen im Club sein dürfen. Dann kam Corona, und es war ganz dicht. Bis heute. Das sorgt für Unmut, weil doch mit Auflagen ein Betrieb möglich sein sollte.

Club kritisiert städtische Informationspolitik

Auch der Informationsfluss durch die Stadt wird kritisiert. So berichten Klubmitglieder von einer Mitteilung am 24. Juni. Da habe man die Nachricht erhalten, wieder öffnen zu dürfen – unter Corona-Auflagen. Die Freude war groß, doch die Enttäuschung noch größer: Denn einen Tag später sei die Rolle rückwärts gekommen, wegen des Brandschutzes müsse geschlossen bleiben.

Offenbar hängt derzeit alles am Einbau einer Brandschutztür, ohne die ein Club-Betrieb nicht mehr möglich ist. Das sei auch schon vor Corona so mitgeteilt worden, heißt es jetzt aus dem Rathaus. Der Einbau sollte allerdings schnell erledigt sein, räumt die Stadt ein. Corona habe Materiallieferungen ins Stocken gebracht, insbesondere für die dringend benötigte Brandschutztür.

Im Februar war von der Tür gegenüber Sächsische.de allerdings noch gar nicht die Rede. Da hieß es, die Stadtverwaltung arbeite an kurzfristigen Übergangslösungen, um die bisherige Nutzung möglichst wieder herzustellen.  Davon scheint man derzeit weit entfernt zu sein.

Das lange Warten auf die Brandschutztür

Die Erklärungen aus dem Rathaus auf Anfrage von Sächsische.de sind umfangreich. Es habe immer wieder ausführliche Informationen an den Club gegeben, heißt es, im Januar, März und Mitte Juli – da allerdings nach Aussage von Clubmitgliedern erst, als sie im Stadtrat vorsprachen. Kurzfristige und langfristige Maßnahmen seien von der Stadt definiert worden. Aber offenbar nicht so, dass der Verein derzeit eine klare Perspektive hat. Der sieht nach eigener Aussage auch keine Alternativen oder Unterstützung bei der Suche nach einem anderen Domizil. 

Die Stadt erklärt ihrerseits, dass sich die Tür-Probleme erst nach dem März-Termin mit den Club-Mitgliedern aufgetan hätten. „Die Umsetzung der kurzfristigen Maßnahmen zur Nutzung der Räumlichkeiten des Safe Clubs für Clubabende erfolgt voraussichtlich bis Ende August“, hieß es schließlich. Doch die Brandschutztür ist noch immer nicht montiert, stellen die Club-Mitglieder fest. Und erst wenn die Arbeiten beendet sind, könne die Stadt den Betrieb mit entsprechenden Corona-Einschränkungen wenigstens für bis 25 Personen genehmigen.

Ein zweiter Rettungsweg ist nötig

Und natürlich wollen die jungen Leute auch wissen, wann wieder normale Veranstaltungen mit bis zu 90 Leuten steigen können. Dazu gibt es nicht viel Konkretes im Statement der Stadt: Gebaut werde in den Jahren 2021 und folgenden, ein konkreter Bauablaufplan liege noch nicht vor. Die Stadt verspricht: „Sobald der konkrete Bauablaufplan vorliegt, wird mit den Nutzern eine Abstimmung erfolgen.“ Fest steht, dass es umfangreiche Bauarbeiten im Stadttheater-Komplex werden, um die kritisierten Defizite beim Brandschutz zu beheben. 

Im Zentrum steht ein zweiter Rettungsweg für das Kunst-Atelier im Gebäude, das derzeit wegen der Mängel ganz gesperrt ist. Dafür müssten Wände und Türen versetzt und auch aus dem Innenhof eine Lösung für den Rettungsweg geschaffen werden. Dort liegt der Safe Club an. Außerdem werde das Theaterdach saniert. Auch von einer komplexen Sanierung des Stadttheaters ist die Rede, für die jetzt der Bauantrag beim Landkreis eingereicht worden sei.

Zumindest ein Brandrisiko ist aber bereits beseitigt. Die kritisierten Plüschsofas im Safe Club haben die Mitglieder in der Vorwoche entsorgt.

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