merken
PLUS Kamenz

Schläger von Schönau muss ins Gefängnis

Tatmotiv Sorben-Hass: Ein 21-Jähriger prügelte vor einer Disko auf einen Mann ein. Jetzt wurde er verurteilt, auch wegen etlicher Taten zuvor.

Ein 21-Jähriger prügelte vor einer Disko auf einen Mann ein. Jetzt wurde er verurteilt.
Ein 21-Jähriger prügelte vor einer Disko auf einen Mann ein. Jetzt wurde er verurteilt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Der junge Mann, der vor einem reichlichen Jahr vor einer Diskothek in Schönau (Gemeinde Ralbitz-Rosenthal) einen anderen Mann geschlagen hatte, muss ins Gefängnis. In der Verhandlung zog das Gericht nicht nur dieses Vergehen heran. Es bezog weitere Straftaten in sein Urteil ein. Für diese war der Angeklagte bereits zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Darüber informierte jetzt Ralf Nimphius, Richter am Amtsgericht in Bautzen.

Der Angeklagte stammt aus Bautzen. Bei der Verhandlung hatte er selbst gestanden, am 8. Februar 2020 in den frühen Morgenstunden auf dem Parkplatz des Gasthofes Schönau einen anderen Mann mehrfach mit der Faust gegen Körper und Gesicht geschlagen zu haben. Das Opfer erlitt dadurch eine Wurzelfraktur und hatte Schmerzen an der Schulter und Prellungen im Gesicht.

Anzeige
Handelshof Bautzen sucht Verstärkung!
Handelshof Bautzen sucht Verstärkung!

Der Handelshof Bautzen sucht motivierte Mitarbeiter im Innendienst Fachgroßhandel Stahl und Werkstoffe (m/w/d).

Domowina-Chef verurteilt die Taten

Schon kurz nach der Tat verwies David Statnik, der Vorsitzende der Domowina, auf die sorbenfeindliche Motivation der Tat. "Das Muster und die Orte sind immer gleich, ob 2014, 2018 und 2020. Es gibt offenbar einen harten Kern antisorbisch eingestellter Jugendlicher, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, um ihren Hass in krimineller Weise zum Ausdruck zu bringen", sagte David Statnik damals.

In das jetzige Urteil flossen weitere Taten ein. So stand der 21-jährige Angeklagte bereits im November 2020 vor Gericht. Damals ging es gleich um eine ganze Reihe von Vorfällen: So beleidigte der Mann im Januar 2020 an einer Tankstelle in Bautzen zwei Beamte des Hauptzollamtes mit dem Worten "ich fick dich". Außerdem habe er den Stinkefinger gezeigt und am Transporter der Zollbeamten mit einer Glasscherbe den Lack zerkratzt.

Nur wenige Tage später stellte er einen Bußgeldbescheid der Stadt Bautzen gegen ihn bei Instagram ein und beleidigte die drei als Zeugen genannten Polizeibeamten als Hurensöhne. Am 13. Februar 2020 war er schließlich mit einem Golf ohne Fahrerlaubnis in Bautzen unterwegs.

Keine positive Sozialprognose

Bei der aktuellen Verhandlung wurden all diese Fakten mit einbezogen. Die Verteidigung hatte - anders als die Staatsanwaltschaft - eine Strafaussetzung zur Bewährung beantragt. Das Gericht blieb aber bei seinem Urteil. Man könne dem Angeklagten keine positive Sozial- und Kriminalprognose stellen, erklärt Richter Ralf Nimphius. "Das Gericht hielt es erzieherisch für erforderlich, die Jugendstrafe zu vollstrecken."

Der Domowina-Vorsitzende David Stanik begrüßt das Urteil. "Damit wird auch ein Zeichen gesetzt, dass wiederholte Vergehen gegen die Regeln des friedlichen Zusammenlebens nicht folgenlos bleiben", sagt er. Das Thema Prävention bleibe dennoch weiter akut. Die Domowina werde allen, die bedroht oder angegriffen werden, mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Kamenz