merken
PLUS Kamenz

Schwepnitz: Das können die neuen Schultafeln

In der Grundschule des Ortes lernen die Kinder jetzt mit modernster Technik. Sie bietet viele Vorteile - und soll bald auch in anderen Schulen nutzbar sein.

In der Schwepnitzer Grundschule lernen die Kinder jetzt mit interaktiven Tafeln.
In der Schwepnitzer Grundschule lernen die Kinder jetzt mit interaktiven Tafeln. © René Plaul

Schwepnitz/Kamenz. Kreide und Tafellappen haben in Schwepnitz ausgedient. Nur im Werkraum gibt es wohl noch solche Utensilien, verraten die Mädchen und Jungen aus der 3a der Schwepnitzer Grundschule. Sie sind hellauf begeistert von den neuen Tafeln. Sie sind eine Kombination aus Bekanntem und einem riesigen LED-Bildschirm, der  fast 2,20 Meter in der Diagonale misst. Ergänzt wird er durch zwei Whiteboards zum Aufklappen.

Auf ihnen kann mit Spezialstiften geschrieben werden. Auf dem LED-Display sogar mit den Fingern, demonstriert Schulleiterin Brita Berndt. Sie hat aber etwas anders vor und bereits das Mathe-Lehrbuch unter einer Dokumentenkamera platziert.  Ihre Hand eilt schon geübt über den Touchscreen, um den Bildschirm in den nötigen Modus zu schalten.

Anzeige
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner

Die sportlich elegante 29er Casual aus dem Hause Mühle-Glashütte gibt es ab sofort in der auf 300 Stück limitierten Sonderedition „30 Jahre Deutsche Einheit“.

Die interaktive Schultafel lässt sich über virtuelle Knöpfe steuern. Sie tauchen auf und verschwinden wieder. Auf dem Display erscheint dann eine Mathebuchseite mit der Figur Zahlix, der die Mädchen und Jungen gemeinsam mit Zahline durch die Grundlagen der Mathematik führt. Projektor-Technik war einmal.

Das Einmaleins per Video lernen

Brita Berndt tippt aufs Display, schon flimmert ein Video über den Bildschirm, das Mathematik auf lustige Art erklärt. In diesem Fall das Einmaleins mit Musik. Eine Woche vor Schuljahresbeginn seien die Tafeln eingetroffen, berichtet die Schulleiterin. Erst einmal habe es nur eine kurze Einweisung gegeben: „Wir entdecken jeden Tag Neues, was wir mit der digitalen Tafel machen können“, sagt Brita Berndt. 

Was gefällt den Kindern am besten: „Wenn wir etwas anschreiben dürfen“, sagt Jona, „Oder malen“, meint Elli. Die Schulleiterin ist sich sicher: „Es ist für Lehrer wie Kinder ein Zugewinn.“ Der Unterricht sei abwechslungsreicher geworden, zum Beispiel durch den schnellen Zugriff aufs Internet. Tafelbilder lassen sich einfach vorbereiten, aufrufen und abspeichern, der Stoff leichter erklären, Felder und Bilder auf dem Display kinderleicht verschieben. Es ist auch möglich, mit Linien wie im Schulheft zu arbeiten. Den Tafeldienst kann jetzt der Lehrer mit der Radiergummifunktion übernehmen. Das ist dann keine staubige Angelegenheit mehr.

Bürgermeisterin Elke Röthig sagt, dass sie vor dem Kauf der neuen Tafeln Lehrer und Elternrat mit einbezogen habe, damit die teure Ausrüstung auch wirklich den Bedürfnissen entspricht. Knapp 4.000 Euro kostet eine Hightech-Tafel. Sechs Stück darf die Schwepnitzer Grundschule nun ihr Eigen nennen. Eine davon ist mobil und kann zum Beispiel im Werkraum genutzt werden. Zwei Klassensätze Laptops gehören mit zur digitalen Ausstattung. Knapp 75.000 Euro hat die Gemeinde in die Technik investiert. Möglich macht das der Beschluss des Bundestages zum Digitalpakt für Schulen. Fördermittel des Freistaates sind auch geflossen.

Kamenz kauft Laptops oder Tablets

Die Schwepnitzer Grundschule gehört zu den ersten in der Region, die in der Welt der digitalen Welt angekommen ist. Elke Röthig kennt die Hintergründe: Die eine oder andere Schule sei eben noch nicht ganz soweit mit den technischen Voraussetzungen. Aber Schwepnitz habe 2013 die Schule saniert und damals alles Notwendige installiert, inklusive Computer-Netzwerk und damit die Grundlagen für die digitale Zeit geschaffen. Andere Schulen sind gerade dabei.

So wie in Kamenz. Die Stadt erhält aus dem Digitalpakt für ihre städtischen Grundschulen rund 368.000 Euro. Erst einmal sei die Infrastruktur in den Schulen zu schaffen, sagt Stadtsprecher Thomas Käppler. Dazu werden Kabel verlegt, Wlan-Schnittstellen installiert und  vieles mehr. Auch die Installation von digitalen Tafeln ist vorgesehen. Für etwa 35.000 Euro sollen bereits im Oktober oder November mobile Geräte wie Laptops oder Tablets beschafft werden.

Landkreis investiert fast sieben Millionen Euro

In Pulsnitz durften die beiden Grundschulen ihre Wünsch aufschreiben. Interaktive Displays für die Klassenräume stehen mit auf der Liste. Welche Technik und wie viel davon die Schulen bekommen, steht aber noch nicht fest, so der Technikverantwortliche im Rathaus Steffen Kirst. Wie in Kamenz sei man dran, die Infrastruktur zu schaffen. Etwa 200.000 Euro will Großröhrsdorf in Datennetze, Laptops, Tablets und interaktive Tafeln an den beiden Grundschulen investieren. 

Die Planung sei fortgeschritten, so Bürgermeister Stefan Schneider. Eine Großbaustelle werde die Praßerschule, da deren Netz schon über zehn Jahre alt ist. Voraussichtlich sollen im kommenden Jahr schon erste Geräte gekauft und 2022 das Projekt digitale Schule abgeschlossen werden.

Bei den 30 des Schulen Landkreises, unter anderem Oberschulen und Gymnasien, stehen fast sieben Millionen Euro für die digitale Technik zur Verfügung. Der Kreis startete jetzt mit drei Modellschulen: den Oberschulen Lohsa und Lauta sowie der Lindenschule Bautzen. Hier werden die Computer-Kabinette erneuert, Tablets sowie insgesamt elf digitale Tafeln angeschafft. Die Einrichtung der Technik ist für die Herbstferien geplant.

In Schwepnitz ist das schon geschafft. Die Kinder der 3a sind sich einig: Der Unterricht mache jetzt deutliche mehr Spaß.

Mit dem kostenlosen Newsletter „Kamenz kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Kamenz