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Königsbrück: Vandalismus nimmt zu

Verschwundene Schilder, viele Graffiti - in der Kleinstadt kommt es immer öfter zu Sachbeschädigungen. So reagiert die Polizei jetzt darauf.

Zwischen den Stangen des Fahrradständers auf dem Gelände des Via-Regia-Parks in Königsbrück war ein Werbeschild für die Region befestigt. Es ist verschwunden. Nicht der einzige Fall von Vandalismus in Königsbrück.
Zwischen den Stangen des Fahrradständers auf dem Gelände des Via-Regia-Parks in Königsbrück war ein Werbeschild für die Region befestigt. Es ist verschwunden. Nicht der einzige Fall von Vandalismus in Königsbrück. © Regionalmanagement

Königsbrück. Es geschah wieder: In der Nacht von Montag zu Dienstag sind Graffiti-Sprayer in Königsbrück unterwegs gewesen. Die Unbekannten besprühten an mehreren Stellen in der Stadt mehrere Hauswände, eine Garage und ein Hinweisschild der Stadt mit weißer Farbe. Die Größe der Schmierereien betrug teilweise drei Quadratmeter. Die Tags tauchten an der Weißbacher Straße, am Topfmarkt und am Bleichwerk auf. Die Polizei geht davon aus, dass die Taten zwischen 23 und 6.30 Uhr begangen wurden.

"Der Gesamtsachschaden ist noch nicht bezifferbar", sagt Franziska Schulenburg von der Pressestelle der Polizei in Görlitz. Jetzt hat der örtliche Kriminaldienst die Ermittlungen aufgenommen.

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Doch das ist nicht der einzige Fall von Vandalismus in Königsbrück. Gerade in der jüngsten Vergangenheit häufen sich die Taten, bei denen sich Leute am Eigentum anderer vergreifen. Ein Beispiel ereignete sich vergangene Woche im Via-Regia-Park am Gebäude des Regionalmanagementes vom Dresdner Heidebogen. Ein Fahrradständer vor dem Haus ist Opfer von Vandalismus geworden. Zwischen den einzelnen hohen Stangen des Ständers war ein recht großes Werbeschild für die Leader-Region befestigt. Jetzt ist es weg. "Das ist sehr ärgerlich", sagt Susanne Dannenberg, Leiterin des Regionalbüros.

Auf Anzeige verzichtet

Bemerkt wurde die Tat am Mittwoch, dem 10. Februar. "Wir haben überall geschaut, aber das Schild lag nirgends", erzählt Susanne Dannenberg. Auch bei der Stadtverwaltung habe man nachgefragt. Die Mitarbeiter des Büros fragen jetzt, ob vielleicht jemand etwas beobachtet hat oder das Schild irgendwo gesehen oder gefunden wurde. "Vielleicht weiß ja jemand, wo sich das Schild befindet", so die Büroleiterin. Anzeige bei der Polizei habe man nicht erstattet mit der Begründung, dass es ja eine Anzeige gegen Unbekannt sei und die Chancen zum Finden der Täter sehr gering wären. Dieser Fall war übrigens der Erste, bei dem das Regionalmanagement direkt von Vandalismus betroffen war.

Bereits im Januar tauchten in Königsbrück zahlreiche Graffiti auf, darunter eines an der Kamenzer Straße, das eine gesamte Hausfront überzog. Unmut machte sich dazu in den Sozialen Netzwerken breit. Von Schmierereien betroffen waren im Januar aber auch eine Bushaltestelle und mehrere neue Verteilerkästen der Telekom. Auch ein Plakat mit dem Hinweis "Achtung Kinder!" wurde von der Halterung gerissen.

Bürgerpolizisten unterstützen Ermittler

Die Pressestelle der Polizei in Görlitz bestätigt, dass sich in letzter Zeit die Informationen im Zusammenhang mit Graffiti-Schmierereien in Königsbrück häufen und dies signifikant. "Da die Schmierereien großflächig und für jedermann sichtbar im Stadtgebiet zu sehen sind, wird dieses Thema besonders sensibel betrachtet", so Pressesprecher Kai Siebenäuger auf Nachfrage von Sächsische.de. Allein in diesem Jahr gab es in Königsbrück bereits sechs Sachbeschädigungen. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr waren es 19. Graffitischmierereien wurden 2021 bis jetzt bereits fünf von der Polizei registriert, 2020 waren es insgesamt acht. Das zeigt eine deutliche Tendenz.

Ermittelt wird in diesem Fällen vom Kriminaldienst Kamenz. Unterstützung erhalten die Ermittler durch die Bürgerpolizisten der Stadt Königsbrück. Außerdem besteht ein enger Kontakt mit der Stadtverwaltung. Und die Kamenzer Polizei will ihre Streifentätigkeit in Königsbrück verstärken. Kai Siebenäuger ruft die Bevölkerung auf, bei Beobachtungen von Schmierereien oder anderen Taten sofort die Polizei zu rufen.

Ob es bereits Ermittlungserfolge gibt, dazu kann die Polizei zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Angaben machen. "Die Kamenzer Polizei berücksichtigt bei der Fallbearbeitung neben regionalen Schwerpunkten auch überörtlich agierende Täter und arbeitet dazu auch mit der Bundespolizei und den Kommunen eng zusammen", sagt der Pressesprecher.

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