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Wie eine 15-Jährige Kindern in Osteuropa hilft

An der Aktion "Weihnachten im Schulkarton" haben sich viele Menschen beteiligt. Carmen Dreßler aus Frankenthal übernahm dabei eine besondere Aufgabe.

Die 15-jährige Carmen Dreßler hat in Frankenthal Päckchen für "Weihnachten im Schuhkarton" angenommen. Die Mitorganisatoren der Aktion Lars Mögel (l.) und Susanne Förster standen ihr zur Seite.
Die 15-jährige Carmen Dreßler hat in Frankenthal Päckchen für "Weihnachten im Schuhkarton" angenommen. Die Mitorganisatoren der Aktion Lars Mögel (l.) und Susanne Förster standen ihr zur Seite. © Matthias Schumann

Oberlichtenau/Frankenthal. Strahlende Kinderaugen und Freude zum Weihnachtsfest - das ist der Lohn für viele Stunden Arbeit. Über die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" können Kinder in Osteuropa glücklich gemacht werden, und Menschen in ganz Deutschland engagieren sich, um anderen zu helfen. Eine von ihnen ist Carmen Dreßler. Sie hat nicht nur selbst ein Päckchen für die Aktion gepackt, sondern - und das ist das Besondere - in ihrem Heimatdorf Frankenthal eine Annahmestelle eröffnet. Die 15-Jährige hat zwar schon mehrmals bei der Aktion mitgemacht, aber dass sie selbst Päckchen entgegennimmt, ist neu.

Wie ist es dazu gekommen? Carmens Mutti arbeitet im Rathaus von Königsbrück. Ebenfalls dort tätig ist Lars Mögel, einer der Hauptinitiatoren der Aktion in der gesamten Region. Die Familie aus Frankenthal findet die Aktion toll, und war sofort bereit mitzumachen, auch Carmen Dreßler. 2019 wurde die junge Frau gefragt, ob sie in Frankenthal eine eigene Annahmestelle eröffnen wolle. Sie sagte zu, und 2020 wurde aus den Plänen Realität. Im Wohnhaus der Familie nahm sie von Spendern die Pakete entgegen.

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37 Pakete in Frankenthal angenommen

"Es ist für mich erschreckend zu sehen, wie viel Kinder in ärmeren Ländern entbehren müssen, während wir hier in Deutschland so reich leben. Ich will wenigstens einen Teil abgeben und Gutes tun", sagt Carmen Dreßler zu ihrer Motivation. Insgesamt 37 Pakete hat sie bei der Aktion im vergangenen Jahr in Frankenthal entgegengenommen. "Ich musste keine Werbung machen, das hat sich rumgesprochen. Und es kamen auch Leute, die ich gar nicht kenne", blickt sie zurück. Die Reaktionen waren durchweg positiv, viele wollen in diesem Jahr wieder mitmachen.

Die Spenden bringt sie dann nach Oberlichtenau zum Christlichen Verein, wo Susanne Förster die zentrale Sammelstelle leitet. Dort wartet noch einmal Arbeit, denn die Pakete müssen für den Versand fertiggemacht werden. Auch dabei half Carmen Dreßler.

Eine positive Bilanz der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" kann Susanne Förster für das vergangene Jahr ziehen. Insgesamt kamen 1.448 Pakete zusammen. "Das sind sogar etwas mehr als 2019. Das haben wir so nicht erwartet", sagt sie. Und die Spenden kamen nicht nur aus dem Pulsnitz- oder Rödertal. Der Einzugsbereich für die zentrale Sammelstelle ist groß und reicht von Hoyerswerda über Kamenz, Großdittmannsdorf, Radeberg, Ottendorf-Okrilla, Großröhrsdorf bis hin nach Frankenthal. Allein in der Königsbrücker Annahmestelle kamen 147 Päckchen zusammen, in Höckendorf 46. An der Bischofswerdaer Oberschule wurden extra Aufkleber entworfen und gefertigt mit der Aufschrift: "Mit Liebe gepackt".

Freude bei den Kindern ist groß

Lars Mögel erkennt bei vielen Spendern vor allem ein Problem: Es müssen zehn Euro Transportgeld dazugegeben werden. "Da wollen die Leute dann natürlich genau wissen, wie die Spenden zu den hilfsbedürftigen Kindern in Osteuropa kommen", erklärt er. Die in Oberlichtenau gesammelten Pakete kommen ins zentrale Lager der Aktion in Deutschland. Von dort werden sie dann in die jeweiligen Orte geschickt.

"Der Veranstalter, der Verein Samaritan's purse", arbeitet eng mit den örtlichen Kirchgemeinden zusammen, um die Geschenke bedarfsgerecht zu verteilen", erklärt Lars Mögel. Er selbst war schon einmal bei einer Übergabe dabei und weiß, wie groß die Freude bei den Kindern ist und dass die Pakete auch wirklich bei denen ankommen, die die Hilfe brauchen. Übrigens sind in ganz Deutschland letztes Jahr etwa 396.000 Päckchen zusammengekommen.

Für Carmen Dreßler, die das Gymnasium in Bischofswerda besucht, steht auf jeden Fall schon jetzt fest, dass sie auch dieses Jahr wieder mitmacht. Sie hofft, dass dann noch mehr Päckchen in ihrer Frankenthaler Annahmestelle landen.

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