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60 Polizisten sichern Autokorso in Pulsnitz

Am Montagabend fanden in der Stadt erneut Proteste gegen Corona-Maßnahmen statt. Im Zusammenhang damit gab es einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.

60 Polizisten waren am Montag in Pulsnitz im Einsatz, um Proteste gegen Corona-Maßnahmen abzusichern.
60 Polizisten waren am Montag in Pulsnitz im Einsatz, um Proteste gegen Corona-Maßnahmen abzusichern. © Archiv,SZ/Uwe Soeder

Pulsnitz. Mit einem großen Aufgebot an Beamten sicherte die Polizei am Montagabend eine Kundgebung und einen Autokorso in Pulsnitz ab. Wie Polizeisprecherin Franziska Schulenburg auf Anfrage von Sächsische.de mitteilte, war die Polizei mit 60 Beamten vor Ort. An dem Autokorso beteiligten sich 150 Fahrzeuge und schätzungsweise 285 Personen. Angemeldet hatte die AfD den Autokorso. Hintergrund der Veranstaltung war die Forderung nach einer Beendigung der Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie und nach einer Wiedereröffnung von Handel und Gewerbe.

„Bei der Kundgebung auf dem Schützenplan haben Teilnehmer trotz vorheriger Hinweise des Veranstalters die Corona-Regeln bezüglich des Tragens einer Maske und des Sicherheitsabstandes ignoriert“, so Franziska Schulenburg. Als die Beamten dann noch einmal darauf hingewiesen hatten, wurde die Regeln befolgt. Der Autokorso sei ohne Zwischenfälle verlaufen. Von der Polizei mussten aber vier Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen geahndet werden.

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Nach Beendigung der Veranstaltung haben drei Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren in der Nähe des Schützenplanes Signalfackeln gezündet. „Diese fallen unter das Sprengstoffgesetz“, so die Polizeisprecherin. Die Polizei habe die Identitäten der drei Personen festgestellt und Anzeigen erstattet. „Im Laufe der Veranstaltung gab es keine vorläufigen Festnahmen und Handlungen gegen die Polizei“, so Franziska Schulenburg abschließend. Es war bereits der zweite Autokorso in Pulsnitz.

Bürgermeisterin kritisiert Rücksichtslosigkeit

Die Pulsnitzer Bürgermeisterin Barbara Lüke (parteilos) zeigt sich wenig begeistert von der Aktion, und auch in den sozialen Netzwerken ist von Verärgerung die Rede. „Wenn die Teilnehmer genauso viel Energie in die Einhaltung der Schutzmaßnahmen stecken würden, wie in diese Aktion, wäre es besser“, sagt die Bürgermeisterin. Sie findet es rücksichtslos gegenüber den Bewohner an der Strecke des Autokorsos. „Die Autos fahren laut hupend an mehreren Pflegeeinrichtungen und in der Nähe von Kliniken vorbei. Das ist nicht angemessen“, so Barbara Lüke.

Auf Flugblättern sei darauf hingewiesen worden, nicht zu hupen. Trotzdem ist es passiert. Es sei eine Missachtung der Bedürfnisse vor allem der älteren Menschen. Sie wisse von Heimbewohner, die das Ganze nicht einordnen können und vollkommen durcheinander seien. „Warum wird der Tatendrang nicht für die Unterstützung von Handel und Gastronomie oder vielleicht sogar bei Testaktionen eingesetzt“, fragt Barbara Lüke. (SZ/Hga)

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