Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kamenz
Merken

Kamenzer Nacht der Kirchen & Museen findet wieder statt

Am 13. Mai öffnen Kirchen und Museen in Kamenz zu ungewöhnlicher Zeit: Bis Mitternacht gibt es dann etwa Führungen, Kunst und Musik zu entdecken.

Von Ina Förster
 3 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Bei der Langen Nacht der Kirchen und Museen am 13. Mai gibt es auch exklusive Einblicke auf die denkmalgeschützte Eibe und in die Alte Baderei an der Pulsnitzer Straße.
Bei der Langen Nacht der Kirchen und Museen am 13. Mai gibt es auch exklusive Einblicke auf die denkmalgeschützte Eibe und in die Alte Baderei an der Pulsnitzer Straße. © Anne Hasselbach

Kamenz. Eigentlich sollte bereits 2020 die zwölfte Ausgabe der "Kamenzer Nacht der Kirchen und Museen" stattfinden. In schöner Reihenfolge, wie immer Mitte Mai. Doch dann kam Corona und damit alles anders. "Das Programmheft war schon gedruckt. Die Pandemie hat es dann aber verhindert", so Matthias Hanke, stellvertretender Leiter des Lessingmuseums. Die Hefte wanderten ins Altpapier. Und dann hieß es warten: 2021 und 2022 konnte die "Lange Nacht" wegen der vielen Auflagen immer noch nicht durchgeführt werden.

Doch nun ist es endlich soweit: Am Sonnabend, den 13. Mai öffnen zur außergewöhnlichen Zeit kulturelle und kirchliche Stätten der Lessingstadt. Mit dabei sind diesmal das Lessing-Museum, das Museum der Westlausitz, das Malzhaus und das gerade erst neu eröffnete DADA-Zentrum, die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde mit ihren Gotteshäusern St. Marien, St. Just und St. Annen mit Sakralmuseum, die Adventgemeinde Kamenz, die katholische Kirchgemeinde mit der Kirche Maria Magdalena.

"Engel, Jungfrauen und der versteckte St. Just" heißt in der kleinen Friedhofskapelle an der Königsbrücker Straße. Neben den Wandmalereien im Chor sind die zahlreichen Totenkästen und der um 1500 geschaffene Flügelaltar bedeutsam, der um 1770 aus der Klos
"Engel, Jungfrauen und der versteckte St. Just" heißt in der kleinen Friedhofskapelle an der Königsbrücker Straße. Neben den Wandmalereien im Chor sind die zahlreichen Totenkästen und der um 1500 geschaffene Flügelaltar bedeutsam, der um 1770 aus der Klos © René Plaul

"Endlich können wir wieder durch die Kamenzer Nacht streifen und unsere Kirchen und Museen entdecken", so der Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, Michael Gärtner. "Auch in diesem Jahr haben sich viele Menschen Gedanken gemacht und ein buntes, spannendes Programm entwickelt. Lassen Sie sich leiten vom Programmheft und den Lichtern auf den Straßen", sagt er. Ersteres liegt aktuell in Geschäften, im Rathaus und in der Stadt-Info aus.

Von Puppenspiel bis Luxus-Kino im Wohnwagen

Dabei geht es facettenreich zu bei 40 einzelnen Programmpunkten. Nachtschwärmer können sich beispielsweise auf Puppenspiel, Kreativwerkstätten, Lesungen, Livemusik, Museums-, Stadt- und Orgelführungen, Lichtinstallationen und einem Vier-Sterne-Luxuskino im Wohnwagen freuen.

Man könne in dieser Nacht Geschichten lauschen, vieles ausprobieren, selbst tätig werden, Neues erfahren, Fragen stellen, Musik hören oder In-sich-Gehen, Räume erkunden, Türme besteigen, sich fotografieren lassen, puzzeln, Mondlaternen basteln, Leckereien genießen oder einfach durch die Stadt schlendern, verheißt das Programm.

Auch musikalisch wird das Ganze umrahmt. So wartet beispielsweise "Sounds vor Lessings Sockel" auf die Spaziergänger vor dem Lessingmuseum. Kirchenmusikdirektor Michael Pöche lädt 19 Uhr zur Orgelführung in die Klosterkirche St. Annen ein. Und auch im Museumsgarten des Elementariums erklingt Livemusik.

Kirchenmusikdirektor Michael Pöche lädt 19 Uhr zur Orgelführung in die Klosterkirche St. Annen ein.
Kirchenmusikdirektor Michael Pöche lädt 19 Uhr zur Orgelführung in die Klosterkirche St. Annen ein. © Archivfoto: Matthias Schumann

Im Museum der Westlausitz dreht sich außerdem am 13. Mai alles um den Mond. Das Stadtarchiv im Rathaus gewährt exklusiv einen "Blick zurück durch Lindners Linse". Der viel zu früh verstorbene SZ-Fotograf hinterließ einen reichen Schatz der Zeit-Dokumentation. Immer zur vollen Stunde gibt es Präsentationen. Vor dem Pichschuppen lagern zudem die Oberlausitzer Landsknechte.

Wer viele Stempel sammelt, bekommt eine Überraschung

Auch Privatleute öffnen ihre Pforten, wie Anne Hasselbach und Jan Eickhoff ihre Baderei. Lange Zeit boten die Häuser Pulsnitzer Straße 32 und 34 einen traurigen Anblick. Allmählich entsteht hier ein kleines Museum der Erinnerungen. Und in Henriette Brauns Fotostudio am Markt dreht sich alles um historischer Cartes-de-visite.

Tipp der Nachteule: Besonders eifrige Besucher erhalten eine kleine Überraschung, wenn sie auf neun Feldern ihrer Eintrittskarte einen der Eulenstempel vorweisen können.

12. Lange Nacht der Kirchen und Museen Kamenz: Sonnabend, 13. Mai, 18-24 Uhr. Karten gibt es für 5 Euro (Erwachsene), 2,50 Euro (Ermäßigte) und 10 Euro (Familien) an allen beteiligten Orten. Sie gelten als Ticket für die ganze Nacht.