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Pulsnitz: Daran scheitert der Straßenbau

Die Sanierung der Lichtenberger Straße ist seit Jahren Thema in der Stadt. Jetzt gibt es zwar positive Signale, doch eine wichtige Frage ist noch nicht geklärt.

Die Lichtenberger Straße in Pulsnitz ist in schlechtem Zustand. Teilweise sind die Ränder weggebrochen.
Die Lichtenberger Straße in Pulsnitz ist in schlechtem Zustand. Teilweise sind die Ränder weggebrochen. © Steffen Unger

Pulsnitz. Auto- und Motorradfahrer fluchen schon seit Langem, wenn sie die Lichtenberger Straße in Pulsnitz entlang müssen. Die Risse in der Asphaltdecke werden immer größer, genauso wie die Schlaglöcher. An den Rändern bricht die Straße oft ganz ab. Immer wieder wurde ausgebessert, was die Holprigkeit mit der Zeit noch erhöhte. Wann passiert etwas auf der Lichtenberger Straße? Diese Frage stellen sich Pulsnitzer und Lichtenberger schon seit Jahren. Doch nichts tut sich.

Bei der Piste handelt es sich um eine Kreisstraße. Für den Erhalt und die Sanierung ist also das Landratsamt in Bautzen zuständig. Dort weiß man um den Zustand der Straße, plant deren Sanierung auch schon seit geraumer Zeit. Bereits im Sommer 2018 hieß es aus der Behörde, dass die Entwurfsplanung gerade erarbeitet werde. Es fehle noch an einer Unterschrift unter die Planungsvereinbarung mit dem Abwasserverband, weil auch dieser in die Sanierung involviert ist.

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Seitdem sind zwei Jahre vergangen, aber nach einer Sanierung der Lichtenberger Straße sieht es immer noch nicht aus. Zumindest kommen jetzt aus dem Landratsamt positive Signale. "Die Straßenplanung befindet sich in der Genehmigungsplanung. Zur Zeit läuft das Verfahren, um Land zu erwerben, was für den Bau benötigt wird", heißt es aus der Pressestelle des Landratsamtes auf Anfrage von Sächsische.de.

Auch ein Gehweg ist geplant

Klar ist inzwischen, wie umfangreich die Sanierung ablaufen soll. So geht es um einen grundhaften Ausbau der Lichtenberger Straße. Die künftige Fahrbahnbreite beträgt sechs Meter. Die Ausbaustrecke beginnt etwa 70 Meter vor dem Ortseingangsschild aus Richtung Lichtenberg und endet an der Mittelbacher Straße. Insgesamt wird die Lichtenberger Straße auf einer Länge von 855 Metern saniert. Hinzu kommt ein zwei Meter breiter Gehweg auf einer Seite. Außerdem sind zwei Bushaltestellen vorgesehen. Auch der Abwasserzweckverband Obere Schwarze Elster ist in die Baumaßnahme mit einbezogen. Er ist verantwortlich für den Bau eines neuen Regenwasserkanales. 

Das klingt alles optimistisch, wenn da nicht die Frage nach der Finanzierung der gesamten Baumaßnahme wäre. Insgesamt rechnet das Landratsamt mit Kosten von etwa 1,14 Millionen Euro für die Sanierung. Dazu kommen noch einmal rund 65.000 Euro für den Erwerb von benötigten Flächen. Um den Bau endlich starten zu können, benötigt der Kreis Fördermittel. Doch die fehlen. 

"Die bisherigen Förderungen des sächsischen Wirtschaftsministeriums  für Straßen- und Brückenvorhaben stehen nicht zur Verfügung", so Cynthia Thor von der Pressestelle des Landratsamtes. Begründet wird dies damit, dass in diesem Jahr keine neue Anträge auf Fördermittel aus diesem Fonds entgegengenommen werden. Zur Zeit suche man nach alternativen Fördermöglichkeiten. Im Klartext heißt das: Solange keine Förderquelle gefunden ist, kann auch nicht gebaut werden. 

Auch Pulsnitz muss Kosten bei dieser Straßensanierung übernehmen. So finanziert die Stadt den Gehweg und die Straßenbeleuchtung.

Wohngebiet hängt vom Straßenbau ab

Bisher kann noch kein Zeitpunkt für einen Baubeginn genannt werden. Doch auf den warten nicht nur die Anwohner und die anderen Autofahrer. Auch das immer noch im Raum stehende zu erschließende Wohngebiet am Eierberg ist von der Sanierung der Lichtenberger Straße abhängig. Denn die Zufahrt zum Wohngebiet soll über diese Straße gehen.  Vom Landratsamt heißt es dazu, dass die Belange des Kreises und des Erschließungsträgers des zukünftigen Wohngebietes - das ist die Opus Wohn GmbH mit Sitz in München -  im Zuge der Planung miteinander abgestimmt wurden. 

Kristin Krebs, Immobilienkauffrau der Opus Wohn GmbH, bestätigt auf Nachfrage, dass derzeit intensive Gespräche mit dem Landratsamt in Bautzen wie auch mit verschiedenen Versorgungsträgern laufen. "Wir wollen das Ganze vorantreiben und stehen im ständigen Austausch", erklärt sie. Unabhängig davon will die Gesellschaft noch Ende diesen Jahres die Vermarktung der Grundstücke starten. "Vermutlich können wir im Frühjahr 2021 mit der Erschließung des Wohngebietes beginnen", so die Immobilienkauffrau.

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