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Kamenz beseitigt Schneeberge

Anwohner übten Kritik am Winterdienst in der Stadt. Darauf reagiert die Verwaltung jetzt.

Über Schneeberge an Straßen in Kamenz haben sich etliche Einwohner dieser Tage geärgert. Jetzt reagiert die Stadt.
Über Schneeberge an Straßen in Kamenz haben sich etliche Einwohner dieser Tage geärgert. Jetzt reagiert die Stadt. © René Plaul

Kamenz. Nach der Kritik an Schneebergen an Straßen in Kamenz und Schneemehl, das den Verkehr behindere, reagiert die Stadt jetzt. Sie kündigt eine Schneeräumaktion und kurzfristige Straßensperrungen an. Stadtsprecher Thomas Käppler: „Für die Innenstadt ist für kommende Woche vorgesehen, dass abschnittsweise die Parkflächen in bestimmten Straßenzügen beziehungsweise die Straßen selbst vom Schnee beräumt werden.“

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Dazu müssen diese Straßen zeitweise für das Parken gesperrt werde, damit der Schnee effektiv beseitigt werden kann. Der Schnee soll an bestimmten Punkten in der Innenstadt, wo er nicht oder weniger störe, deponiert werden. Die Beschilderung „Halteverbot“ werde 72 Stunden vor der Schneeräumung aufgestellt und zeige den Tag der Räumaktion und den Beginn der Arbeiten an. Thomas Käppler: „So können sich die Anwohner langfristig darauf einstellen. Die ersten Schilder werden am Freitag dieser Woche aufgestellt.

Geplant ist folgender Ablauf:

  • Montag, 15. Februar: Hoyerswerdaer Straße, Wallstraße und Bautzner Straße ab Wallstraße bis zur alten Shell-Tankstelle
  • Dienstag: Rosa-Luxemburg-Straße, Bautzner Straße vom Markt bis Wallstraße, Zwingerstraße
  • Mittwoch und Donnerstag: Kurze Straße, Am Anger, Kirchstraße

Die Stadt bittet die Bewohner der genannten Straßen, auf die aktuelle Beschilderung zu achten und diese zu berücksichtigen.

So berichtete Sächsische.de über das Schneeproblem:

Der Winter hat auch die Stadt Kamenz fest im Griff - und der Winterdienst Schneeberge zu beräumen, wie sie nicht jedes Jahr in der Region vorkommen. So schippten die Winterdienstler der Kommunalen Dienste Kamenz (KDK) um die Klosterkirche zum Beispiel Gangbahnen für die Fußgänger. Anderenorts wurden sie offenbar vermisst.

So klagt die Kamenzerin Heike Deißler über das viele Schneemehl auf den Straßen. Das müsste weggeschoben und abtransportiert werden. Als Fußgänger habe man seine Mühe. Autofahrer erst recht. Ein Auto sei auf der Kurzen Straße steckengeblieben. Auch auf der Rathausseite mit der Bushaltestelle gebe es Räum-Bedarf. Und sie ärgere, wie ein Schneeberg im Klostertor abgeladen wurde.

Problem auf dem Fußweg an der Bautzner Straße

Seniorin Annelies Birke beschreibt gegenüber Sächsische.de die Sorgen mit der Situation vor ihrem Haus an der Bautzner Straße. Beim Ordnungsamt sei leider keiner ans Telefon gegangen. Ihr machen die Schneeberge zu schaffen. Auch die müssten beräumt werden. Sie lasse zwar den Fußweg räumen. Autobesitzer, die dort parken, würden aber immer wieder Schneehaufen auf den Weg schmeißen. Also bleibe nur der Abtransport. Sie selbst sei nicht mehr ganz so fit auf den Beinen, sagt die Seniorin, und traue sich derzeit gar nicht mehr raus.

Die Stadt verweist darauf, dass die gegenwärtige Witterungssituation nicht einfach sei. Selbstverständlich seien auch Hinweise gerechtfertigt. Die KDK und die beauftragten Subunternehmer würden zurzeit alles geben, was möglich ist – von der Belegschaft und der Technik her.

35 Winterdienstler in der Stadt im Einsatz

Die 35 Mitarbeiter der KDK seien zurzeit im Mehrschichtsystem bei jeder Wetterlage draußen. Sehr früh am Morgen werde mit dem Schneeräumen begonnen, das bis tief in die Abendstunden gehe: „Dies gilt es, erst einmal zu honorieren“, heißt es von der Stadt.

Beim Wintereinsatz gebe es Prioritäten. Zuerst müssten die Verkehrsflächen freigeschoben werden, schon um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Zu bedenken sei, dass es nicht nur um die Kernstadt, sondern um das gesamte Stadtgebiet mit 19 Ortsteilen und über 200 Kilometern Straßennetz geht, welches zu beräumen ist.

„Wir werden das Wettergeschehen und die Situation auf den Straßen innerhalb der nächsten Tage weiter beobachten“, heißt es. Punktuell werde dann die KDK in Abstimmung Maßnahmen durchführen, die notwendig und erforderlich sind. Dabei sei auch der angemahnte Schneeabtransport eingeschlossen. Die Stadt bittet zugleich um gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme, unter anderem zwischen Fußgängern und Autofahrern.

Bei der Erreichbarkeit des Rathauses habe es ein technisches Problem gegeben, welches inzwischen gelöst wurde, teilt die Stadtverwaltung mit.

Grundstückseinfahrt wieder zugeschoben

Doch Anlieger wie Familie Laube beschäftigt noch ein weiteres Problem: „Nachdem wir unser Grundstück vom Schnee geräumt haben, kommt der kommunale Winterdienst und schiebt alles wieder zu.“ So gehe es wohl auch anderen.

Zwecks Klärung dieses konkreten Falls habe sich die Stadt mit der KDK-Geschäftsführung in Verbindung gesetzt, so Stadtsprecher Thomas Käppler. Aber: „An manchen Stellen im Stadtgebiet entsorgen private Anlieger ihren Schnee in den öffentlichen Raum (Gehwege oder Straßen). Beim maschinellen Räumen landet er dann mitunter wieder am Ursprungsort."

Um dieses Dilemma wirklich beheben zu können, „müsste eine der beiden Parteien den Schnee tatsächlich wegschaffen“. Das sei jedoch mit deutlich mehr Aufwand und höheren Kosten verbunden. Betroffene sollten sich im konkreten Fall direkt an die Stadt wenden, um zu klären wie eine „faire und gemeinsame Lösung möglich ist“. Damit der Schnee nicht mehr sinnlos hin und her geschaufelt wird.

Der Beitrag wurde am 12. Februar um 12.45 Uhr aktualisiert.

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