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Hutberg: Kaiser-Konzert schon ausverkauft

2020 fielen alle Open Airs in Kamenz aus. Jetzt sollen unter anderem die Auftritt von DJ Bobo und Wincent Weiss nachgeholt werden. Und es ist noch mehr geplant.

Zurzeit liegt auf der Hutbergbühne noch Schnee. Doch das erste Open Air 2021 soll schon am 5. Juni stattfinden. Steffen Lorenz, David Kliemann und Toni Lehder (v.l.) von der Kamenzer Stadtverwaltung sind gespannt.
Zurzeit liegt auf der Hutbergbühne noch Schnee. Doch das erste Open Air 2021 soll schon am 5. Juni stattfinden. Steffen Lorenz, David Kliemann und Toni Lehder (v.l.) von der Kamenzer Stadtverwaltung sind gespannt. © René Plaul

Kamenz. Seit November ist das Kamenzer Stadttheater für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Städtische Sammlungen und Museen sind ebenfalls zu. Die Lessingtage mussten verschoben werden. Und die Hutbergbühnen-Saison 2020 war eine Null-Nummer. Kamenz hat wie alle anderen deutschen Städte ein riesiges Problem mit seiner Kultur. Über Einbußen und Rückschläge möchte keiner konkret reden. Es schmerzt einfach.

Doch mit dem nahenden Sommer wächst allerorts die Hoffnung auf einen Neustart. Vor allem im Open-Air-Bereich gibt es große Zuversicht, dass wieder einiges möglich sein wird. Die Plakate für das DJ-Bobo-Konzert in knapp vier Monaten auf dem Hutberg hängen schon seit Wochen in der Stadt. Einige belächeln so viel Optimismus, für andere ist genau dies der kleine Funke Hoffnung, der gebraucht wird.

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Ben Zucker, Johannes Oerding und weitere Stars stehen auf dem Programm

Grund genug, langsam mit der Planung zu starten. Auch auf der Hutbergbühne in Kamenz beginnt man im Veranstaltungsbetrieb bald mit regulären Absprachen. "Organisatorische Abläufe starten ab spätestens März nach gewohntem Muster und in bewährter Manier mit unseren Partnern der öffentlichen Sicherheit und der Dienstleistungsbranche", sagt Stadtsprecher Thomas Käppler. Dieser Vorlauf ist nötig, damit vor allem Versorger, Feuerwehr, DRK und Wachschutz in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, wenn es losgeht.

Nicht nur die Kamenzer dürfte das freuen. Sondern Tausende andere Fans der urigen Waldbühne auf dem Hutberg. Doch was erwartet sie 2021? "Alle geplanten Konzerte vom Vorjahr konnten in das neue Jahr verschoben werden", so David Kliemann, verantwortlich für Stadtmarketing und Veranstaltungsdienste. So kommen am 5. Juni DJ Bobo, am 19. Juni Ben Zucker, am 23. Juli Wincent Weiss, am 13. August Johannes Oerding und am 28. August Roland Kaiser. Insofern gingen diese Veranstaltungen zwar nicht verloren, die Einnahmen im letzten Jahr schon.

Bühne kann auch für kleinere Veranstaltungen genutzt werden

Und das Programm las und liest sich hochkarätig. Mit den meisten Künstlern zieht man bewusst ein jüngeres Publikum aus dem Popbereich an. Absoluter Renner ist allerdings auch diesmal wieder der Kaiser. "Es gibt für alle Open Airs noch Tickets, nur für Roland Kaiser Ende August nicht mehr", so Thomas Käppler. Nachfragen sind zwecklos.

Doch setzt man nur auf die Ausfaller vom Vorjahr? Nicht ganz: "Unabhängig von den zurzeit feststehenden Konzertterminen erhalten wir das ganze Jahr auch Terminanfragen zu vielen weiteren Veranstaltungsüberlegungen", heißt es. Auch bereits für die „kleine“ Nutzungsvariante.

Die Hutbergbühne muss laut neuestem Nutzungskonzept nicht mehr zwangsweise für 6.800 Zuschauer gemietet werden. Das kommt vielen kleineren Veranstaltern entgegen, da sich dadurch auch die gesamten Produktionskosten verringern. Das Landratsamt stimmte im letzten Jahr der neuen Nutzungsvariante zu. "Konkrete Pläne können aber erst veröffentlicht werden, wenn die jeweiligen Veranstalter eine Entscheidung dazu treffen", so Thomas Käppler. Zu den bisher festgezurrten Open Airs kann also der eine oder andere Termin dazu kommen. Auch für 2022 sind erste Anfragen da.

Doch genau da sitzt der Knackpunkt. Wie plant man vorausschauend, wenn einem Corona noch immer im Nacken sitzt? Künstler buchen und dann doch wieder alles absagen, weil es die geltenden Beschränkungen beziehungsweise Lockerungen nicht zulassen? In Vorwerbung gehen? Den Ticketverkauf starten und dann wieder alles stornieren? Die Branche ist nicht zu beneiden.

Planungsunsicherheit erdrückt die Branche

Auch für die Kamenzer Hutbergbühne kann man heute noch keine 100-prozentigen Voraussagen für den Sommer treffen. Das käme dem Blick in eine Glaskugel gleich. Nach dem letzten Jahr sind viele Agenturen, Künstler und Veranstalter stark verunsichert. Andererseits brauchen sie dringend Einnahmen, um zu überleben. Auch das Publikum lechzt nach Unterhaltung.

Je nach der dann vorherrschenden Corona-Lage ist im Vorfeld zu klären, welche Hygiene-Konzepte zum jeweiligen Open-Air-Termin benötigt werden. Das hängt an der dann geltenden Allgemeinverfügung. Möglicherweise muss man da noch einmal über Besucherzahlen sprechen.

"Viele Menschen sehnen sich nach diesem Stück Kultur. Wieder einmal mit der Partnerin oder dem Partner, mit Freunden und Bekannten gemeinsam den Moment erleben, wenn die ersten Töne der Lieblingsband einen schönen Konzertabend verheißen. Die Musik zieht einen in ihren Bann, man quatscht mit Leuten, trinkt etwas und hat einfach einen guten Abend. Zurzeit leider nur Erinnerungen, die sich aber hoffentlich bald wieder in erlebte Momente umwandeln", spricht Thomas Käppler für viele.

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