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Not im Homeschooling: Familie erfährt viel Hilfe

Eine alleinstehende Mutter aus Königsbrück berichtet über den Kampf mit Aufgaben-Bergen und fehlender Technik. Was dann passiert, hat sie nicht erwartet.

Peggy Herrmann aus Königsbrück und ihre Kinder Max (13), Paulina (9) und Emilie (16) kämpfen mit dem täglichen Lernchaos zwischen schlechtem Internet und Überforderung. Jetzt bekommen sie Hilfe.
Peggy Herrmann aus Königsbrück und ihre Kinder Max (13), Paulina (9) und Emilie (16) kämpfen mit dem täglichen Lernchaos zwischen schlechtem Internet und Überforderung. Jetzt bekommen sie Hilfe. © René Plaul

Königsbrück. Peggy Herrmann kann gar nicht aufhören zu heulen. Nicht, weil sie traurig ist, sondern diesmal vor lauter Glück. Nach einem Beitrag von Sächsische.de über die Schwierigkeiten der alleinstehenden Mutter und ihrer vier Kinder im Homeschooling rollte eine Welle der Solidarität an.

"Ich kann das alles gar nicht richtig verarbeiten", sagt Peggy Herrmann. "Es gibt so viele nette Menschen, mich haben am Sonntag gleich drei angeschrieben, dass sie uns helfen wollen. Ich bin völlig hin und weg. Das ist der absolute Wahnsinn", erzählt die 38-Jährige.

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Gebrauchte Drucker und andere Hilfsangebote

Die einen haben gebrauchte Drucker übrig, andere fragen, wie sie der Familie allgemein unter die Arme greifen können. Sie hat es während des Lockdowns nicht leicht, scheitert an fehlender Technik. Drei der vier im Haushalt lebenden Kinder sind schulpflichtig - und kämpfen mit den täglichen Tücken im Homeschooling. Vor allem das fehlende Wlan bereitet Sorgen.

Dazu meldete sich beispielsweise Leser Gerhard Lilge per Mail bei der Redaktion. Er schreibt: "Schön, dass Sie auch Menschen zu Wort kommen lassen, die am meisten unter der gegenwärtigen Pandemie zu leiden haben. Wir würden die Kosten für einen Festnetzanschluss und DSL spenden!" Der Kontakt wurde bereits weiter vermittelt.

Manchmal hilft auch schon ein liebes Wort

"Es ist einfach unglaublich, dass so etwas wirklich passiert", sagt Peggy Herrmann dankbar. Die Grundschullehrerin der jüngsten Tochter habe sich ebenfalls gemeldet, sie will sich nach einem iPad zum Ausleihen umhören, die es an der Schule in begrenzter Anzahl gibt. Leserin Denise Berndt meldete sich über Facebook und bot einen gebrauchten Drucker ihrer Familie an, den sie gern den Herrmanns schenken möchte. Und eine Frau aus Königsbrück bat um einen Rückruf, weil sie auch einfach irgend etwas Sinnvolles beisteuern möchte.

Dass sich in Krisenzeiten doch so viele Menschen um völlig Fremde kümmern, berührt Peggy Herrmann. Die Köchin in Kurzarbeit versucht ihr Bestes, um ihre Familie durch den Corona-Homeschooling-Alltag zu manövrieren. Vier Kinder - eins davon in der Grundschule, eins in der Oberschule, eins in der Berufsschule und eins arbeitssuchend - wollen versorgt, verpflegt und verstanden sein.

Bereits im März-Lockdown traf es Familie Herrmann hart. Ohne Drucker, Computer oder Tablets stand sie schlecht ausgerüstet da. Sie weiß aber auch, dass andere die gleichen Probleme haben. "Es geht vielen ähnlich. Die Politik setzt hier einfach zu viel voraus", sagt Peggy Herrmann. Dass sie in der Not nicht ganz allein ist, das hat sie nun aber auch erfahren. Manchmal hilft allein schon ein liebes Wort.

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