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Kamenz: Schandfleck am Steinbruch verschwindet bald

Aus der verwilderten Industriebrache am Steinbruch Sparmann in Kamenz soll ein Wohnstandort werden. So geht es dort jetzt weiter.

Dieser Anblick am Steinbruch Sparmann in Kamenz sorgt seit Jahren für Ärger. Doch auf dem verwilderten Gelände wird sich bald etwas tun.
Dieser Anblick am Steinbruch Sparmann in Kamenz sorgt seit Jahren für Ärger. Doch auf dem verwilderten Gelände wird sich bald etwas tun. © René Plaul

Kamenz. Der Dschungel um die früheren Betriebsgebäude am Steinbruch Sparmann in Kamenz wird immer dichter. Nach Jahren des Stillstands soll sich das aber schon in absehbarer Zeit ändern.

Entstehen soll auf dem Gelände ein Komplex für altersgerechtes und betreutes Wohnen. Dazu sollen drei Mehrfamilienhäuser kommen. Dafür ebnete der Stadtrat jetzt wieder ein Stück Weg. Derzeit befindet sich auf dem 1,6-Hektar-Areal neben Fabrikruinen ein üppiger Wildwuchs. Wald, der auch über die vielen Jahre der Verwahrlosung entstanden ist, in den Gebäuden und um sie herum.

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In einem Verfahren bei der Forstbehörde ist dieser Waldbestand begutachtet worden. Insgesamt wurde auf dem Gelände etwa ein Hektar Wald festgestellt. Im Wesentlichen ist es wohl Jungauftrieb mit Pappel und Birken, also eher kein hochwertiger Baumstand. Außer einem Biotop auf dem südlichen Teil, das will der Investor aber ohnehin erhalten.

Doch auch das restliche Areal soll nicht komplett gerodet werden, hält die Stadt fest. Wo Sinnvolles erhalten werden könne, darüber werde momentan gesprochen. Aber die nötige Baufreiheit müsse natürlich geschaffen werden.

Großflächige Aufforstung an anderer Stelle geplant

Im Gegenzug soll der Investor an anderer Stelle großflächig aufforsten. Den entsprechenden Beschluss fasste jetzt der Stadtrat. Dafür stellt die Stadt Ackerland zur Verfügung, das wieder Wald werden soll. Allerdings waren die Flächen bisher landwirtschaftlich verpachtet. Im Gespräch mit der Stadt habe der betroffene Landwirt das Anliegen aber akzeptiert. Er verzichtet auf die Fläche.

Es handelt sich um etwa 8.000 Quadratmeter Land. Es liegt nicht in der Nähe des Steinbruchs, sondern am Hennersdorfer Weg im Bereich des Rodelandwassers. Aber es schließt sich direkt an bestehenden Wald an, damit sich das Ganze auch entwickeln kann.

Zur Aufforstung soll noch eine Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Investor geschlossen werden. Dieser bezahlt das Projekt von der Erstpflanzung über die Wildzäune bis zur Pflege und der Nachpflanzung in den Folgejahren. So soll aus dem Acker Wald werden – ein Eichenmisch- und Erlenwald.

Die geplante Seniorenanlage und die Mehrfamilienhäuser am Kamenzer Steinbruch Sparmann werden dann längst stehen. Aus Sicht der Stadtplaner ist es letztlich viel besser, eine Brachfläche innerhalb des Stadtgebietes wiederzubeleben und bestehende Gefahren auf so einem Areal zu beseitigen, als irgendwo auf der grünen Wiese zu bauen.

Biotop am Steinbruchsee soll erhalten bleiben

Das Biotop im Süden des Baufeldes soll den Wohnpark abrunden und möglicherweise auch parkähnlich gestaltet werden, erklärt Projektentwickler Mike Wehser-Schwurack. Zu vielen Details des Gesamtprojektes würden derzeit noch wichtige Absprachen laufen.

Hinter dem Projekt steht ein großes Pflegeunternehmen. Es ist die Advita Pflegedienst GmbH mit Sitz in Berlin. Sie hat 43 Standorte in acht Bundesländern, davon über die Hälfte allein in Sachsen mit 25 Häusern.

Im Landkreis sind es bisher vier: zwei Häuser in Bautzen, eins in Neschwitz und ein großer Seniorenkomplex in Radeberg, wo das Unternehmen eine Investruine rettete. Nun wird dort erneut investiert, es entsteht ein Neubau, in den Wohngemeinschaften ziehen werden.

In Kamenz sollen sich noch im Spätherbst die ersten sichtbaren Dinge tun. Der Investor will dann beginnen, die Brache am Steinbruch aufzuräumen und für den Baubeginn im kommenden Jahr vorzubereiten.

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