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Zwangspause für Kamenzer Sternsinger

Wegen Corona können die Kinder diesmal nicht an Türen klopfen. Segensspruch und Spendenaufruf kommen trotzdem in die Häuser - in Tüten.

Die Sternsinger aus Kamenz können diesmal nicht von Haus zu Haus ziehen. Doch die katholische Kirchgemeinde hat sich eine Alternative einfallen lassen.
Die Sternsinger aus Kamenz können diesmal nicht von Haus zu Haus ziehen. Doch die katholische Kirchgemeinde hat sich eine Alternative einfallen lassen. © Symbolfoto: dpa/Rolf Vennenbernd

Kamenz. Es ist stiller in diesem Jahr im Pfarrhaus der katholischen Gemeinde St. Maria Magdalena in Kamenz als sonst in diesen Tagen. Hier wuseln dann normalerweise über 20 Sternsinger durch die Gänge, verkleidet als Heilige Drei Könige. Aber normal ist in diesem Jahr, in Zeiten einer Corona-Pandemie, eben nichts.

So werden auch die Kamenzer Sternsinger diesmal nicht an Haustüren klopfen oder Geschäfte besuchen und ihren Gesang anstimmen. Sie haben Zwangspause. Gemeindereferentin Elisabeth Lukasch begleitet die Kinder, Jugendlichen und Eltern seit vielen Jahren. Natürlich seien die Kinder traurig gewesen: „Wir hoffen nun alle auf das nächste Mal.“

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So kommt der Segen in diesem Jahr auf anderen Wegen, erklärt Pfarrer Uwe Peukert. Er komme in Tüten: „Die derzeitige Situation und die Hygienebestimmungen lassen Hausbesuche mit den Kindergruppen nicht zu. Einrichtungen, Geschäfte und Firmen haben zudem geschlossen.“ Davon betroffen sind nicht nur die Kamenzer Sternsinger, sondern auch die, die in Königsbrück, Schwepnitz sowie in Elstra unterwegs sein würden.

Ein solches Foto wie bei der zurückliegenden Sternsinger-Aktion in Kamenz wird es in diesmal nicht geben. Das Mädchen und Jungen legen wegen Corona eine Pause ein.
Ein solches Foto wie bei der zurückliegenden Sternsinger-Aktion in Kamenz wird es in diesmal nicht geben. Das Mädchen und Jungen legen wegen Corona eine Pause ein. © Archivfoto: privat/Anja Pfanne

Trotzdem werde es möglich sein, die Häuser, Wohnungen und andere Orte zu segnen, so Pfarrer Peukert. Die Gemeinde bereitet Umschläge vor. Dort sei alles Wichtige enthalten: ein Anschreiben, Informationen zur aktuellen Sternsinger-Aktion, der Segensspruch, der Haussegen – als Aufkleber und eine Tüte für die Spende. Um diese wird für notleidende Kinder weltweit gebeten, in diesem Jahr besonders mit Blick auf die Ukraine.

Damit sei alles beisammen, „um den Segen dieses Mal selbst anzubringen“, sagt der Pfarrer. Meist werde der Haussegen in der heutigen Zeit ohnehin nicht mehr mit Kreide über die Tür geschrieben. Das sei den modernen Baustoffen geschuldet. Auf Kunststoff sei es mit Kreide schwierig. In den Gottesdiensten sollen die Umschläge ab dem Jahreswechsel zum Mitnehmen ausliegen. Ab dem 4. Januar sind diese auch im Pfarrbüro zu bekommen.

Die Spendentüten sollten zeitnah in die Kollekte im Gottesdienst oder im Pfarrbüro der Gemeinde abgegeben werden. Auch Überweisungen sind möglich.

Kinder gestalten Karten für Senioren

Ganz unbeteiligt sind aber auch die Kinder in diesem Jahr nicht gewesen. Sie haben in der Adventszeit 160 Karten für ältere Menschen mit Weihnachtsgrüßen gemalt und gebastelt. Alle Karten ziert „ein Foto von unserer Weihnachtskrippe“, sagt Elisabeth Lukasch. Alles andere gestalteten die Kinder selbst und unterschrieben ihre Karte auch ganz persönlich mit ihrem Namen, berichtet die Gemeindereferentin. So persönliche Post von der Susi oder dem Emil zu bekommen, habe bei den Senioren für besondere Freude gesorgt.

Für viele junge Leute sei es ja im Computer- und Smartphone-Zeitalter etwas Ungewöhnliches, eine Karte zu schreiben, sagt die Gemeindereferentin. Umso mehr habe sie sich über die vielen schönen Gedanken gefreut, die die Kinder formulierten.

Bei der Sternsinger-Aktion zum Jahresbeginn 2020 hatten Mädchen und Jungen aus 9.569 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten in Deutschland rund 49,3 Millionen Euro Spenden gesammelt. In der Pfarrgemeinde Kamenz kamen damals 5.431 Euro zusammen. Mit dem Geld fördere die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe, erklärt Pfarrer Uwe Peukert. Elisabeth Lukasch fürchtet, dass in diesem Jahr eventuell nicht soviel Geld zusammenkommt. Aber vielleicht tun ja diesmal auch schön gestaltete Kuverts ihre Wirkung.

Spendenabgabe im Pfarrbüro Kamenz, Talstraße 14.
Die Bankverbindung für Spenden lautet: Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Pax-Bank, IBAN: DE95 3706 0193 0000 0010 31

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