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Bei Tomogara fliegen wieder die Fäuste

Einige Sportler können jetzt im Außenbereich des Kamenzer Sport- und Freizeitzentrums trainieren. Aber viele andere Probleme bleiben.

Vorstand Jens Skarupski (r.) vom Tomogara-Zentrum in Kamenz hat sich den frisch montierten Boxsack im Außengelände vorgenommen. Jan Geppert hält gegen. Das Sportzentrum baut jetzt Übungsplätze im Freien auf.
Vorstand Jens Skarupski (r.) vom Tomogara-Zentrum in Kamenz hat sich den frisch montierten Boxsack im Außengelände vorgenommen. Jan Geppert hält gegen. Das Sportzentrum baut jetzt Übungsplätze im Freien auf. © René Plaul

Kamenz. Mitarbeiter des Sport- und Freizeitzentrum Tomogara Ryu in Kamenz haben jetzt die Sandsäcke rausgeschleppt. Das hat nichts mit dem Frühjahrsputz zu tun. Sondern mit Corona. Die Sportler hoffen, dass zumindest der Boxsport im Freien wieder für die Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren stattfinden kann. Das lasse die neue Corona-Verordnung für den Landkreis Bautzen zu.

Für die Betroffenen sei es allerdings ein ganz schönes Hin und Her, sagt Tomogara-Vorstand Jan Geppert: „Immer, wenn neue Corona-Verordnungen rauskommen, organisieren wir Innen- oder Außenvarianten und Trainingspläne.“

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Bis zu 20 Kinder und Jugendliche können jetzt draußen auf dem Außengelände beim Boxtraining die Fäuste fliegen lassen. Drin gehe nach wie vor gar nichts, nicht mal ein Sportler allein mit dem Sandsack – schwer verständlich für den Trainer.

Für Karate im Freien ist es noch zu kalt

Für den Karate-Sport sei es allerdings noch zu kalt, um die Matten hinaus zu räumen, schätzt Geppert ein. Sogar an ein Zelt habe man deshalb schon gedacht. Aber das sei dann doch eine Kostenfrage. Beim Boxen gehe wenigstens etwas.

Große Probleme bereite das Gerätetraining, wenn die Leute einfach etwas für die Figur tun wollen. Dazu komme der große Bereich der Rehabilitation auf Rezept im Gruppentraining: „Nach einem halben Jahr ohne den Sport kommen die Beschwerden zurück.“

Der Lockdown gehe zu Lasten der Gesundheit der Leute. Einzeltraining sei unmöglich, „dann würden wir finanziell ins Minus steuern“. Tomogara habe extra für 5.000 Euro Lüfter gekauft, um die Luftzirkulation zu verbessern. Das Training und der Reha-Sport blieben trotzdem untersagt.

"Wir haben jetzt schon einen Stapel Rezepte in der Warteschleife. Die Ärzte stellen weiter aus“, sagt Jan Geppert. Gerade im Gesundheitsbereich habe er wenig Verständnis für die Lockdown-Strategie. Er rechne mit gesundheitlichen Folgeschäden. Der Verein hoffe, dass es wenigstens für die Karate-Kinder fürs Hallentraining bald Hoffnung gibt.

Lockdown ist psychische Belastung fürs Team

So ist die achtköpfige Tomogara-Mannschaft immer noch teilweise in Kurzarbeit, aber eben auch permanent im Standby-Modus, damit es möglichst sofort losgehen kann. Das heißt, „wir müssen immer ein Level halten und können die Anlage ja nicht einstauben lassen“, so Jan Geppert. Dazu kommen die 24 ehrenamtlichen Übungsleiter in Wartestellung.

Gerade für die Angestellten sei der Lockdown eine heftige psychische Belastung: „Wir stehen hier aus Freude am Beruf, den wir nicht ausüben können, und laufen wie Tiger im Käfig. Die Mannschaft sei optimistisch, dass es im Mai/Juni losgeht. Zum Glück hätte die übergroße Mehrheit der Mitglieder zum Verein gehalten. Das mache Hoffnung für die Zukunft.

Investitionen ins Sportzentrum sind geplant

Fast ein halbes Jahr währt nun der harte Lockdown. Durch ihn fiel im vorigen Herbst auch ein geplanter Besuch von Sachsens Innen- und Sportminister Roland Wöller (CDU) aus. Da sollte es unter anderem um die Sportförderung und die Sanierung des Sportzentrums gehen. Nach 25 Jahren in dem früheren Weberei-Komplex sei einiges fällig, zumal der Verein kräftig gewachsen ist, auf rund 700 Mitglieder. Inzwischen setze die Stadt bei ihrer Sportstätte allerdings auf einen anderen Fördertopf, auf die Milliarden, die für den Kohleausstieg fließen sollen. Der Fördersatz sei höher.

Allerdings sei dann erst in drei Jahren mit dem Baustart zu rechnen, also ist noch Geduld gefragt. Die Umkleiden und Trainingsräume sollen erweitert, alles behindertengerecht hergerichtet werden. Inklusive eines kleinen Aufzugs. Brandschutz, moderne Sanitäranlagen – es stehe vieles auf dem Zettel. Jan Geppert rechnet mit einem hohen sechsstelligen Betrag. Aber erstmal zählt das Nahziel. Der Lockdown werde jetzt auch genutzt, um ein bisschen vorzurichten. Und jetzt soll das Freiluft-Boxen losgehen.

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