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Mehr Platz zum Parken in Pulsnitz

Die Sportstätte Kante ist abgerissen, noch im April soll die Fläche fürs Parken freigegeben werden. Doch die Debatte um das Areal geht weiter.

Auf dieser leeren Fläche in Pulsnitz stand mal die Sportstätte Kante. Jetzt soll sie erst einmal als provisorische Parkfläche genutzt werden.
Auf dieser leeren Fläche in Pulsnitz stand mal die Sportstätte Kante. Jetzt soll sie erst einmal als provisorische Parkfläche genutzt werden. © René Plaul

Pulsnitz. Jetzt gehört sie endgültig der Vergangenheit an: die Sportstätte Kante in Pulsnitz. Immer wieder gelangte das Gebäude an der Dresdener Straße in den vergangenen Monaten, ja sogar Jahren in die Schlagzeilen, erst recht ab dem Zeitpunkt, als von einem Abriss des Hauses die Rede war. Jetzt also klafft an der Stelle nur noch ein großes Loch, es lässt den Blick frei auf die Häuser am Schlossteich und in Richtung Schlosspark. In reichlich drei Monaten ging der Abriss über die Bühne, von dem einst so bekannten Haus in der Stadt ist nichts mehr übrig - außer einer großen, leeren Fläche.

"In der vergangenen Woche gab es eine Vorabnahme der Bauarbeiten, diese Woche sind noch Restarbeiten geplant", erklärt der Pulsnitzer Bauamtsleiter Kay Kühne auf Nachfrage von Sächsische.de. Dann hat das beauftragte Unternehmen alle Leistungen realisiert. Der Abriss und die Herrichtung der Fläche haben reichlich 386.000 Euro gekostet. Knapp 67 Prozent davon sind Fördermittel.

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Endgültige Entscheidung zur Fläche steht noch aus

Schwierigkeiten bei den Arbeiten habe es nur wenige gegeben, sonst wären die Bauleute nicht so schnell vorangekommen. Von vornherein sei klar gewesen, dass man aufgrund der Asbestbelastung in manchen Bereichen sehr vorsichtig vorgehen muss. Auch ein besonderer Schutz wegen des Staubes war notwendig.

"Eine Besonderheit bei diesem Abriss war die Nähe zur Brückenbaustelle, eine Schnittstelle sozusagen", erklärt Kay Kühne. "Das hat uns schon ein wenig beschäftigt." So seien viele Absprachen notwendig gewesen, um die Arbeitssicherheit für die Bauleute beider Bereiche zu gewährleisten. Außerdem sei im Gebäude der Kante selbst noch ein Keller gefunden worden, von dem man bisher nichts gewusst hatte. Auch der ist jetzt weg.

Doch wie geht es jetzt weiter, was wird aus der leeren Fläche im Randbereich der Innenstadt? Der Bauamtsleiter sagt, dass eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist. Das müsse erst in den entsprechenden Gremien, also im Technischen Ausschuss und im Stadtrat, diskutiert und dann von diesen entschieden werden. Trotzdem soll die Fläche bis dahin nicht leer bleiben.

Vorläufiger Parkplatz noch im April

Nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung steht einer Nutzung als Parkplatz erstmal nichts im Wege. "Natürlich nur erst einmal als ein Provisorium", sagt Kay Kühne. Noch bis Mitte April sollen entlang der Schulstraße Borde gesetzt und die Fläche dann zum Parken freigegeben werden. Es wird kein ausgebauter Parkplatz mit einem eingezeichneten Leitsystem und gekennzeichneten Stellflächen. "Aber Autofahrer können vorerst einmal ihre Fahrzeuge dort abstellen. So gewinnt die Stadt mehr Parkflächen im innerstädtischen Bereich", sagt der Bauamtsleiter.

Die Fläche ist 2.500 Quadratmeter groß. Je nachdem, wie die Autofahrer dort parken, könnten ohne Stellflächeneinteilung etwa 60 Autos Platz finden. Die Verwaltung rechnet damit, dass ein Parken noch in diesem Monat möglich ist. Bei einem eventuell späteren Ausbau zu einem Parkplatz mit Leitsystem und entsprechenden notwendigen Anlagen geht man von etwa 85 Stellflächen aus.

Entsteht an der Stelle ein Parkhaus?

Doch noch ist unklar, wie es künftig weitergehen soll. Bereits vor etwa drei Jahren gab es die Idee eines Parkhauses an der Stelle der Kante. Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes ließ die Verwaltung diese dann auch in Form einer Machbarkeitsstudie untersuchen. Das Planungsbüro Schubert präsentierte 2019 erste Studien. Dabei wurde nicht nur das mögliche Gebäude skizziert, sondern auch die Situation im Umfeld betrachtet. Die Planer untersuchten Auswirkungen auf den Stadtverkehr, auf die Lärmbelastung, Hochwassergefahren durch die Pulsnitz sowie baurechtliche Fragen.

Das Parkhaus würde wie ein Tor zur Stadt wirken, müsste also auch entsprechend optisch gestaltet sein. Schon damals war aus diesen Gründen klar, dass eine Billigvariante aus Stahl und Beton kaum in Frage käme. Die damalige Vorzugsvariante sah ein Parkhaus mit vier Ebenen vor, die letzte auf dem Dach. Es hätte damit eine Höhe von elf bis 13 Metern.

Es gab auch noch eine zweite Variante, bei der sich das Parkhaus in Richtung August-Bebel-Straße erstrecken würde. Die Planer skizzierten ein teiloffenes Gebäude mit geschlossener Fassade zu den Wohnhäusern in der Nachbarschaft. Insgesamt wären maximal 185 Stellplätze entstanden. Die Planer rechneten mit Baukosten zwischen 2,5 und 3,75 Millionen Euro.

Das waren die Vorstellungen von vor zwei Jahren - Pläne also, die in der Schublade liegen. Was tatsächlich in diesem Bereich passiert, ist völlig offen. Eine Entscheidung hängt aber in jedem Fall nicht nur vom Bedarf an Parkplätzen ab, sondern auch davon, was sich die Stadt finanziell leisten kann. Das letzte Wort diesbezüglich haben die Stadträte.

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