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Kamenz sucht Ideen für den Ortskern von Brauna

Was soll aus dem historischen Ensemble mit Schloss und Park werden? Die Stadt erhofft sich Antworten - von Fachleuten und Einwohnern.

Was wird aus dem Schloss und dem historischen Ortskern in Brauna? Dazu lässt die Stadt Kamenz jetzt eine Studie erstellen.
Was wird aus dem Schloss und dem historischen Ortskern in Brauna? Dazu lässt die Stadt Kamenz jetzt eine Studie erstellen. © Matthias Schumann

Kamenz. Wie weiter mit dem historischen Ortskern in Brauna? Mit dieser Frage befasste sich der Kamenzer Stadtrat in seiner letzten Sitzung für dieses Jahr.

In der Stadtverwaltung ist die Angelegenheit seit Monaten ein Thema. Nun geht es darum, ein städtebauliches Rahmenkonzept zu erstellen. "Für diese Studie konnten wir erfreulicherweise Fördermittel aus dem Bereich Ländlicher Raum akquirieren", sagt Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos). Und diese müssen nun abgerufen werden. Die Verwaltung folgte im September kurzfristig dem Aufruf der Region Dresdner Heidebogen und stellte einen entsprechenden Projektantrag in Höhe von zirka 68.000 Euro. Diesem hat der Koordinierungskreis der Region Heidebogen inzwischen entsprochen.

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Wie weiter mit den Plänen für die Alternativschule?

Um das Rahmenkonzept nun endgültig auf den Weg zu bringen, bedurfte es der Zusage der Stadträte. Einige meldeten sich in der Sitzung zu Wort, unter anderem der Linken-Fraktion. Thomas Lieberwirth wollte wissen, wie es um den zweiten Anlauf der Freien Alternativschule bestellt sei, die eine Initiative im Schloss Brauna etablieren will. "Sind Sie mit der Schule im Gespräch dazu?", fragte er.

Die Freie Schule hatte sich zwar letzten Juli von ihren Plänen, sich ins Braunaer Schloss einzumieten, zurückgezogen, möchte nun aber einen Neuanfang wagen. Im Vorfeld hatte es Querelen mit der Stadt über die Nutzung des Areals gegeben. Auch dass es in Brauna bereits eine Grundschule gibt, spielte in die verhärteten Fronten mit hinein.

Roland Dantz sagte dazu: "Wir sind über das Vorhaben informiert worden, Gespräche dazu gibt es nicht! Es ist so, dass der Vorstand der Schule an seinen Nutzungsüberlegungen festhalten möchte. Aber auch darum geht es ja in unserem neuen Rahmenkonzept. Wir wollen alle gemeinsam herausfinden, was das Beste für den Ortsteil Brauna ist."

Öffentliche oder private Nutzung?

Brauna ist städtebaulich für die Stadt Kamenz sehr bedeutsam. Der Ortsteil hat über die Staatsstraße S 100 eine gute verkehrliche Anbindung. Hier gibt es reine und gemischte Wohngebiete mit gewerblicher Nutzung, darüber hinaus eine gute Infrastruktur wie eine Grundschule, einen Kindergarten mit Hort, die Ortsfeuerwehr und aktive Vereine. "Brauna ist deshalb interessant für Menschen, die im ländlichen Raum leben, wohnen und arbeiten wollen", heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat.

Künftige Nutzungsideen sollen vor allem für das ehemalige Schloss und den Schlosspark entwickelt werden. 2008 erwarb die Louisenstift gGmbH das Haus. Seitdem sind darin im Wechsel verschiedene Kinderwohngruppen untergebracht. Unter Einbeziehung des Ortschaftsrates sowie der Braunaer selbst soll nun ein stimmiges Gesamtkonzept für privat und öffentlich genutzte Bereiche entstehen.

Platz für neuen Wohnraum, um Zuzug zu sichern?

Sinnvolle Ideen dafür sind gefragt. "Mit dieser Studie soll der Stadt eine Entscheidungshilfe in die Hand gegeben werden, ob eine öffentliche Nutzung des Objektes oder auch eine private Nutzung zweckmäßig ist", heißt es in der Beschlussvorlage. Die Historie lasse erkennen, dass das Schloss bereits vor über 200 Jahren als Schule oder Hospital genutzt wurde - also durchaus öffentlich.

So wie es aussieht, fehlt es heute an einem Ankerpunkt für das soziale Leben im Dorf. Im historischen Ortskern könnte dieser geschaffen werden. Es müsse die Wahrnehmung dafür wachsen, was man hier mit dem prachtvollen Park samt altem Baumbestand sowie dem Schloss für ein wundervolles Areal im Herzen des Ortes besitzt. Vielleicht könnte sogar ein Grundversorgungsbereich entstehen? Oder zusätzlicher Wohnraum, damit der Zuzug in Brauna stabil gehalten werden kann? Zu all dem sollen die Akteure vor Ort befragt werden.

Die Fachleute werden sich auch speziell mit dem Schloss beschäftigen. Dabei fließen bereits konkrete Vorbetrachtungen, etwa zu brandschutztechnischen Erfordernissen, zu Sanitärbereichen und deren Anordnung im Gebäude oder zur Planung von Heizungs- uns Lüftungsanlagen, ein. Gerade unter dem Aspekt der Energieeinsparung und des Umweltschutzes sowie mit Blick auf den Denkmalschutz sei da einiges zu beachten.

Mit nur drei Stimmenthaltungen haben die Kamenzer Stadträte schließlich die Erstellung des städtebaulichen Rahmenkonzeptes auf den Weg gebracht.

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