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Ein Kamenzer lenkt den Truck vom Weihnachtsmann

Peter Methner ist seit mehr als 20 Jahren mit der Coca-Cola-Tour auf Deutschlands Straßen unterwegs - und sorgt ab und zu auch in Kamenz für Begeisterung.

Von Ina Förster
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Peter Methner aus Kamenz lenkt seit 1998 einen der legendären Coca-Cola-Weihnachtstrucks. Wochen vor dem Fest geht er auf Tour durch ganz Deutschland.
Peter Methner aus Kamenz lenkt seit 1998 einen der legendären Coca-Cola-Weihnachtstrucks. Wochen vor dem Fest geht er auf Tour durch ganz Deutschland. © Privat: Peter Methner

Kamenz. Wenn es weihnachtet in Deutschland, ist ihre Zeit gekommen: Dann machen sich die Coca-Cola-Weihnachtstrucks wieder auf den Weg. Nicht nur Kinderaugen glänzen, wenn die leuchtenden Giganten in die Stadt kommen. Auch so mancher Erwachsene verbindet schöne Erinnerungen mit den leuchtenden Lkws.

Dass einer davon in der Vorweihnachtszeit schon des Öfteren in Kamenz gesichtet wurde, hat einen einfachen Grund: Peter Methner - einer der Coca-Cola-Truck-Fahrer - wohnt in der Lessingstadt. Wenn er auf seiner Tour einen Zwischenstopp in der Heimat einlegt, dann staunen Spaziergänger nicht schlecht, wenn sie dem roten Riesen begegnen. Fotos werden geschossen. Und wenn der 60-Jährige in der Nähe ist, muss er immer Fragen beantworten.

Seit 23 Jahren mit auf Weihnachts-Promo-Tour

Erst kürzlich sorgte er wieder für Aufsehen in der Stadt. Bilder von seinem geparkten Gefährt verbreiteten sich in Windeseile in den sozialen Medien. Für Peter Methner ist es nichts Besonderes, wenn der rote Truck auf diese Art von Begeisterung stößt. Sein fahrbarer Untersatz ist einfach ein absoluter Sympathieträger. "Jeder, der ihn sieht, ist freundlich und winkt mir zu", erzählt der Kamenzer.

Seit 1998 geht Peter Methner mit auf Tour. Bereits zwei Jahre vorher heuerte er im Unternehmen "The Rainbow Promotion" an, das die Fahrer stellt. Jedes Jahr muss er sich aufs Neue umstellen, wenn er die schwere amerikanische Zugmaschine vor Weihnachten durch die Straßen steuert. Immerhin hat sie einen Wendekreis von 25 Metern. Eine Herausforderung, die der Trucker jedoch gern annimmt. Denn er ist stolz darauf, einmal im Jahr Santas persönlicher Chauffeur zu sein. Auch, wenn es in den letzten Jahren wegen der Pandemie sichtlich ruhiger war.

Viele Einschränkungen durch Corona

"Nachdem die Tour der Coca‑Cola Weihnachtstrucks 2020 ganz ausfallen musste, hatten wir uns für dieses Jahr auf eine besonders schöne Tour gefreut. Leider mussten wir auch diesmal aufgrund aktueller Entwicklungen in der Corona-Pandemie einige Termine absagen", heißt es auf der offiziellen Homepage von Coca Cola.

Dennoch ließ es sich das Unternehmen auch in diesen unsicheren Zeiten nicht nehmen, die blinkenden Trucks loszuschicken. "Doch viele Termine mussten kurzfristig ausfallen", sagt Peter Methner. Zum Beispiel auf dem Hockenheimring. Der Stopp im Berliner Olympiastadion am 21. Dezember konnte aber stattfinden. Alles jedoch mit Abstrichen und unter strengen Regeln.

Seit über 20 Jahren ziehen die roten Giganten auf ihrer weihnachtlichen Städtetour Tausende in ihren Bann, bereiten Freude und lassen Herzen höher schlagen. Wenn die Fahrzeuge auftauchen, signalisieren sie: Es ist nicht mehr lang bis Weihnachten. In dieser Saison hatten die Trucks zum Beispiel eine begehbare Glaskugel, einen zehn Meter hohen Tannenbaum und natürlich Santa Claus mit im Gepäck.

Werbe-Kult-Figur entstand in den 1930er-Jahren

Aber wie entstand die Coca‑Cola-Tour vor Weihnachten überhaupt? Auf der offiziellen Homepage wird man fündig: Das Getränk sei schon in den 1920er-Jahren sehr beliebt gewesen, wurde aber hauptsächlich im Sommer getrunken. Um den Verkauf in den kälteren Monaten anzukurbeln, textete die damalige Werbeagentur den Slogan „Durst kennt keine Jahreszeit“ und entwickelte dafür die ersten Anzeigen mit dem Weihnachtsmann.

Damals sah der allerdings noch anders aus als heute: ziemlich streng und hager. Die mittlerweile bekannte Figur des Coca‑Cola-Santa-Claus gibt es seit 1931. Zum Leben erweckt hat diese Figur der Künstler Haddon Sundblom. Er gab dem Weihnachtsmann seinen freundlichen Gesichtsausdruck, den weißen Bart und kleidete ihn in Coca‑Cola-Rot. Damit wurde er zur Werbe-Kultfigur, die jeder kennt.

Der rot-weiße Truck von Peter Methner jedenfalls ist mit seinen über 300 Metern Leuchtlaufleisten ein absoluter Publikumsmagnet, wo immer er auftaucht.

"Wir danken allen Besucherinnen und Besuchern, die dieses Jahr trotz Einschränkungen dabei waren und freuen uns darauf, euch im Jahr 2022 wieder alle begrüßen zu dürfen. Das wäre das größte Geschenk", heißt es seitens des Unternehmens.

Auch Peter Methner hofft auf bessere Zeiten. Aber erst einmal ist auch für ihn Weihnachten. In der guten Stube unterm eigenen Christbaum in Kamenz. Ganz ohne Coca Cola ...