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Pulsnitz: Millionen-Investition bei Meditech

Wegen der gestiegenen Nachfrage nach Reha-Hilfsmitteln braucht das Unternehmen mehr Platz. Es baut eine neue Halle - und schafft weitere Jobs.

Noch hat der Bau der neuen Logistik-Halle der Firma Meditech in Pulsnitz nicht begonnen, aber die beiden Geschäftsführer Maik Lange (l.) und Karsten Leonhardt hoffen, dass sie bald starten können.
Noch hat der Bau der neuen Logistik-Halle der Firma Meditech in Pulsnitz nicht begonnen, aber die beiden Geschäftsführer Maik Lange (l.) und Karsten Leonhardt hoffen, dass sie bald starten können. © René Plaul

Pulsnitz. Fährt man am Firmensitz von Meditech in Pulsnitz am Spittelweg vorbei, ist deutlich zu erkennen, dass es Veränderungen gibt. Leitungsrohre liegen vor dem Hauptgebäude auf einer freien Fläche. Auch ein Bagger steht schon bereit – ein deutliches Zeichen, dass am Unternehmensstandort gebaut werden soll. „Ja, das ist richtig. Wir planen den Bau einer neuen Logistikhalle“, erklärt Geschäftsführer Maik Lange.

Die Vorbereitungen dazu laufen schon ziemlich lange, vor zwei Jahren hatte die Firma von der Stadt Pulsnitz ein Grundstück dazu gekauft. „Aufgrund der enorm gestiegenen Nachfrage im Bereich der Reha-Hilfsmittel und der Versorgung von Patienten mit medizinischen Geräten zu Hause ist der Neubau einer Logistikhalle unumgänglich“, erklärt Maik Lange. „Unser Maßstab ist es, Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause Hilfsmittel benötigen, innerhalb eines Tages zu bedienen“, ergänzt Karsten Leonhardt, ebenfalls Geschäftsführer von Meditech.

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Das beginne mit einer gründlichen Beratung, bei Bedarf auch beim Patienten zu Hause, um die räumlichen Gegebenheiten kennenzulernen. Und zur Lieferung der benötigten Produkte gehöre auch eine Einweisung. Ähnlich seien die Abläufe bei der Zusammenarbeit mit Kliniken und Pflegeheimen. Dazu brauche man eine effektive Logistik, um schnell reagieren zu können.

Neubau kostet 1,7 Millionen Euro

Das soll durch den Neubau einer Halle speziell für den Bereich Rehatechnik gewährleistet werden. Neben Lager-, Büro- und Besprechungsräumen im Obergeschoss werden im Erdgeschoss zahlreiche Hochregale für Pflegehilfsmittel, eine moderne Versandstrecke sowie eine automatische Reha-Waschanlage und Aufbereitungswerkstatt für Rollatoren, Rollstühle und Pflegebetten entstehen. Etwa 1,7 Millionen Euro sollen dafür investiert werden. Fördermöglichkeiten prüft das Unternehmen noch.

Derzeit läuft der Antrag auf Baugenehmigung. Ist die da, kann es losgehen. Das Unternehmen rechnet mit einer Fertigstellung im Mai nächsten Jahres. Bis dahin sollen auch 15 neue Arbeitsplätze entstehen. „Da die neue Halle barrierefrei gebaut wird, besteht auch die Möglichkeit, Menschen mit Handicap einzustellen“, ergänzt Karsten Leonhardt.

Da bei Meditech auch das Thema Umwelt eine große Rolle spielt, wird bei dem neuen Projekt auch auf Klimafreundlichkeit geachtet. Unter anderem soll das Dach mit Solarmodulen bestückt werden. Außerdem entstehen Ladestationen für die künftigen E-Firmenwagen.

Erschwerte Bedingungen wegen Corona

Die Corona-Pandemie hat nach Aussage der Geschäftsführer die Bedingungen für das Unternehmen in mancherlei Hinsicht erschwert. Dafür gab es mehrere Gründe. „Es war für unsere Mitarbeiter schwierig, Pflegeheime oder Kliniken zu besuchen. Wir liefern eben nicht nur ein Produkt, sondern passen es genau dem Patienten an“, erklärt Maik Lange. Doch letztlich habe man immer einen Weg gefunden.

Viele Patienten hätten aufgrund von Corona fällige Arzttermine verschoben, dadurch hätten sich auch Reha-Termine und entsprechende Behandlungen verzögert – auch mit Leistungen der Firma Meditech. „Die Zeiträume wurden verlängert, die Aufträge zogen sich hin“, so der Geschäftsführer. Im Bereich Schutzausrüstung habe es aber Aufwind gegeben. Trotzdem schätzen beide Geschäftsführer ein, dass die Corona-Pandemie dem Unternehmen umsatzseitig insgesamt eher geschadet habe.

Innerhalb der Firma mit ihren rund 250 Mitarbeitern habe man sich aber sehr schnell auf die neuen Bedingungen eingestellt. Homeoffice, verschobene Arbeitszeiten, digitale Beratungen und Schulungen sind nur einige Stichpunkte. Bei der Arbeit mit den Patienten setze man auch kontaktlose Körperscanner ein, schon vor Corona. Doch gerade jetzt sei das von Vorteil, um Virus-Übertragungen zu vermeiden.

Firma betreibt selbst zwei Testcenter

Dazu kommt die Testung der Beschäftigten zweimal die Woche. Da Meditech selbst zwei Testzentren in Großdubrau und Bautzen betreibt, ist auch geschultes Personal vorhanden. Alle diese Maßnahmen zeigten Erfolg: Innerhalb der Firma habe es keine Corona-Infektionen gegeben. „Wir setzen alles daran, sicherzustellen, dass durch unsere Mitarbeiter kein Virus zu unseren Patienten gebracht wird“, betont Karsten Leonhardt.

Jetzt blickt man bei Meditech vor allem in die Zukunft. Der Bau der neuen Logistikhalle ist dabei ein wichtiger Schritt, um den Ansprüchen von Patienten und Partnern noch besser gerecht zu werden.

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