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Laußnitzer statten Luxus-Yachten aus

Zusätzliche Mitarbeiter, mehr Produkte, größere Räume: Die Firma KEK ist in den 30 Jahren ihres Bestehens stark gewachsen. Jetzt strebt sie auf einen neuen Markt.

Matthias Tschampel arbeitet im Bereich der Montage in der Firma KEK Laußnitz.
Matthias Tschampel arbeitet im Bereich der Montage in der Firma KEK Laußnitz. © Matthias Schumann

Laußnitz. Die Produkte des Laußnitzer Unternehmens KEK sind in vielen Lebensbereichen zu finden: in der Gastronomie, in Krankenhäusern, Labors, Reinräumen, in der Pathologie oder im privaten Sektor. Wer ein Möbelstück oder einen Einrichtungsgegenstand aus Edelstahl, diesen eventuell noch eingefasst in Holz, benötigt, kann auf Produkte der Firma zurückgreifen.

Das Besondere daran: Die Möbel werden in Laußnitz individuell und in Handarbeit gefertigt. „Wir sind eine Manufaktur“, betont Geschäftsführer Marcel Liebke.

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Ein Fakt der aufhorchen lässt: 80 Prozent der in Deutschland gefertigten Mega- und Gigayachten sind mit Küchen aus Laußnitz ausgestattet. So besaß unter anderem Apple-Gründer Steve Jobs eine Yacht mit einer Laußnitzer Küche. Überhaupt agiert die KEK GmbH weltweit, auch wenn der größte Teil der Kunden aus dem deutschsprachigen Raum kommt. Mittlerweile gehören auch Kunden aus Großbritannien, Schweden, Portugal oder Irland zu den Partnern. „Aktuell sind wir dabei, den arabischen Raum zu erschließen“, so der Geschäftsführer.

Ein eingespieltes Team: Marcel Liebke (r.) ist Geschäftsführer der Firma KEK in Laußnitz, Tom Trautmann Vertriebsmanager.
Ein eingespieltes Team: Marcel Liebke (r.) ist Geschäftsführer der Firma KEK in Laußnitz, Tom Trautmann Vertriebsmanager. © Matthias Schumann

Das Unternehmen ist auf Expansion ausgerichtet. Angefangen hat alles am 1. Oktober 1991. Damals noch bekannt unter dem Namen Königsbrücker Edelstahl- und Küchentechnik GmbH, eine Gründung aus dem DDR-Betrieb Königsbrücker Wärmegerätebau. Dort war auch der Standort, und es wurde ausschließlich produziert. Vertrieb und Verwaltung liefen über die Firma Thielmann in Baden-Württemberg, die weltweit im Bereich von Edelstahlprodukten agiert.

Millionen-Investition in Gebäude und Technik

„Damals wurde schnell das Risiko einer reinen Produktion erkannt, und man begann, einen eigenen Vertrieb zu entwickeln“, blickt Vertriebsmanager Tom Trautmann zurück.

Schnell wurden die Räume in Königsbrück zu klein. Das Gewerbegebiet im benachbarten Laußnitz bot gute Möglichkeiten zur Expansion. 1996 wechselte die Firma nach umfangreichen Investitionen nach Laußnitz und nannte sich seitdem KEK GmbH. Auf rund 6.000 Quadratmetern wird seitdem an diesem Standort gearbeitet. Es kamen immer wieder neue Investitionen hinzu – in den vergangenen fünf Jahren wurde mehr als eine Million Euro in ein Verwaltungsgebäude, neue Laser-Technik und hochmoderne Arbeitsmaschinen investiert.

Die Firma KEK hat ihren Sitz im Gewerbegebiet in Laußnitz.
Die Firma KEK hat ihren Sitz im Gewerbegebiet in Laußnitz. © Matthias Schumann

Auch die Zahl der Beschäftigten hat sich positiv entwickelt. Begann man in Königsbrück noch mit 26 Mitarbeitern, waren es zwischenzeitlich bis zu 132. Aktuell sind bei KEK 105 Mitarbeiter beschäftigt; darunter nicht wenige, die dem Unternehmen seit 30 Jahren die Treue halten. „Die Corona-Pandemie hat auch bei uns Spuren hinterlassen“, erklärt Marcel Liebke. Man habe in einigen Geschäftsbereichen Einbrüche erlebt, in anderen Zuwächse. So sei der Markt in Österreich und der Schweiz, der etwa 15 Prozent der Produktion ausmacht, komplett weggebrochen.

Dafür gab es Zuwächse in der Gastronomie. „Einige Gaststätten haben die Corona-bedingten Schließzeiten genutzt, um umzubauen oder zu renovieren“, erklärt der Geschäftsführer. Und Tom Trautmann fügt an, dass es im Yacht-Bereich durch Kapazitätsprobleme auf den Werften Projektverschiebungen gab.

Geschäftsführer wie auch Vertriebsmanager sehen optimistisch auf die Auftragslage. Man habe im eigenen Unternehmen die Corona-Zeit genutzt, um Umstrukturierungen vorzunehmen, neue Produkte und Vertriebsstrategien zu entwickeln und neue Zertifizierungen vorzubereiten. „Auch wir waren von Kurzarbeit betroffen, haben die Krise aber aus eigener Kraft überstanden“, so Marcel Liebke.

Fachkräfte werden im eigenen Betrieb ausgebildet

Der Geschäftsführer ist mit seinen 36 Jahren kaum älter als das Unternehmen selbst. Nach seinem Studium zum Diplom-Wirtschaftsingenieur und einer etwa zehnjährigen Anstellung bei einem Stahlgussunternehmen im Ruhrgebiet wechselte er vor vier Jahren zunächst als Produktionsleiter zu KEK. Heute ist er insbesondere für die strategische Ausrichtung des Unternehmens verantwortlich.

Aufgrund der hohen qualitativen Anforderungen an die Produkte und die starke Kundenorientierung legt man großen Wert darauf, Fachpersonal selbst auszubilden. Derzeit lernen bei KEK in Laußnitz sechs Auszubildende unter anderem die Berufe Konstruktionsmechaniker, Produktdesigner oder Industriekauffrau/Industriekaufmann. So will man auch für die Zukunft gewappnet sein, um als Manufaktur mit individuellen Produkten weiter auf dem Markt im Edelstahlbereich erfolgreich zu sein und zu wachsen.

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