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Ohorn: Zweite Fertigungslinie für OP-Masken in Betrieb

Die Firma PHB hat im vorigen Sommer die Produktion aufgenommen und jetzt erweitert. Um sie langfristig zu sichern, hat der Chef eine Forderung an die Politik.

Modenäherin Ramona Jentzsch kontrolliert Schutzmasken, die in der Ohorner Firma PHB produziert werden. Jetzt ging die zweite Fertigungslinie in Betrieb.
Modenäherin Ramona Jentzsch kontrolliert Schutzmasken, die in der Ohorner Firma PHB produziert werden. Jetzt ging die zweite Fertigungslinie in Betrieb. © Matthias Schumann

Ohorn. Die Corona-Pandemie ist noch nicht zu Ende, und weiterhin müssen Masken in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und anderen Bereichen getragen werden. Auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen brauchen jede Menge Masken. Die stellt unter anderem die Firma Pulsnitzer Hygiene Berufsbekleidung (PHB) her, die ihren Sitz in einer ehemaligen Bandweberei in Ohorn hat.

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Im vorigen Jahr startete dort die Herstellung von OP-Masken mit einer Produktionslinie. Jetzt ist die zweite dazu gekommen. „Anfang Mai haben wir diese Linie gestartet“, erklärt PHB-Geschäftsführer Alfred Wippermann gegenüber Sächsische.de. Damit erhöhe sich die Produktion von Masken auf monatlich vier Millionen Stück. Insgesamt können im Jahr rund 50 Millionen Masken in Ohorn hergestellt werden.

Rund eine Million Euro investiert

Das hänge natürlich auch davon ab, wie viele Kunden das Produkt abnehmen. „Im Moment ist die Situation so, dass viele Masken in Deutschland auf dem Markt sind – auch aus dem asiatischen Raum. Deren Preise sind entsprechend niedrig“, sagt der Geschäftsführer. Er spricht in diesem Zusammenhang von Preisdumping und fordert von der Regierung ein entsprechendes Liefergesetz.

Trotzdem konnte das Unternehmen seit dem Sommer vorigen Jahres weitere Kunden in der Region dazugewinnen. So hätten die Eigenbetriebe der Stadt Dresden mit zahlreichen Kindereinrichtungen komplett auf PHB umgeschwenkt. „Wir hätten die Kapazität, um ganz Ostsachsen zu beliefern. Doch viele Kliniken und Pflegeeinrichtungen haben feste Verträge mit anderen Partnern, so dass es schwer ist, dort Fuß zu fassen“, erklärt Wippermann.

Insgesamt investierte das Unternehmen für den Aufbau der Masken-Produktion und die zweite Produktionslinie rund eine Million Euro. Dafür gab es auch eine Förderung vom Freistaat Sachsen. Das ist der Grund, warum sich am Freitag der CDU-Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk, der das Vorhaben begleitete, der Präsident des sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer, und Ohorns Bürgermeisterin Sonja Kunze (parteilos) den Betrieb anschauten. Sie sind vor allem froh darüber, dass Masken in der Region gefertigt werden und damit Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Und der Geschäftsführer erklärt: "Im Sinne von Nachhaltigkeit ist dies ein weiterer Beitrag, um die Co2-Bilanz Deutschlands zu senken." Alfred Wippermann hofft, dass die Firma kurzfristig weitere Abnehmer für die OP-Masken findet, damit beide Produktionslinien ausgelastet werden können.

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