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Spatenstich für neues PVC-Werk in Schwepnitz

Die Firma Bauder investiert 30 Millionen Euro in eine Produktionsanlage. Davon profitiert nicht nur das Unternehmen.

Mit vereinten Kräften: Vertreter des Unternehmens, der Planer, der Baufirma und der Gemeinde vollzogen den symbolischen ersten Spatenstich für die neue Produktionsstätte der Firma Bauder in Schwepnitz.
Mit vereinten Kräften: Vertreter des Unternehmens, der Planer, der Baufirma und der Gemeinde vollzogen den symbolischen ersten Spatenstich für die neue Produktionsstätte der Firma Bauder in Schwepnitz. © Matthias Schumann

Schwepnitz. Gleich sechs Spaten kamen zum Einsatz, als am Mittwoch der Startschuss für eine neues PVC-Werk im Industriegebiet von Schwepnitz gegeben wurde. Die Firma Bauder, mit Hauptsitz in Stuttgart, produziert in Schwepnitz bereits PVC-Dachabdichtungsbahnen und will am gleichen Standort ihre Produktionskapazitäten beträchtlich erweitern. Für eine Investitionssumme von rund 30 Millionen Euro entsteht auf einer Fläche von rund 41.000 Quadratmeter in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Werk ein neuer Gebäudekomplex.

"Schwepnitz ist für uns ein guter Standort", freut sich Mark Bauder, einer der Geschäftsführer, über diese Entscheidung. Seit 2000 produziert die Firma Kunststoffdachbahnen im nicht weit entfernten Bernsdorf. 2009 kam das Werk in Schwepnitz dazu. Jetzt also die dritte Produktionsstätte. "Der Bedarf an unseren Kunststoffbahnen ist immer weiter gewachsen. Im Werk in Bernsdorf kamen wir an unsere Kapazitätsgrenzen", erklärt Mark Bauder die Investition. Ein Neubau sei nur folgerichtig gewesen. Einschränkungen in den bereits bestehenden Firmen in Bernsdorf und Schwepnitz würde es dadurch nicht geben.

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Technikum schult auch externe Interessenten

Das Grundstück kaufte Bauder im Sommer 2020. Dann ging alles ganz schnell, angefangen von der Planung über die Baugenehmigung bis hin zu den vorbereitenden Arbeiten. "Es gab eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Landratsamt, sonst wären wir nicht so schnell vorangekommen", so Mark Bauder. "Man sieht, der Standort gefällt uns. Das Engagement von Politik und Mitarbeitern ist hervorragend", ergänzt Werkleiter Andreas Pohontsch.

Mit dem ersten Spatenstich gehen die eigentlichen Bauarbeiten los. Geplant wurden die neuen Anlagen von der Vollack-Gruppe, die in Deutschland mehrere Niederlassungen betreibt. Bauhauptauftragnehmer ist das Unternehmen Eurovia.

Neben der eigentlichen Produktionshalle, dem Herzstück auf den neuen Areal, entsteht ein großes Bürogebäude mit einem Labor, der Einkaufsabteilung, Sozial- und Verwaltungsräumen. "Die Mitarbeiter bekommen beste Bedingungen", weiß Marc Bauder. Geplant ist auch der Bau eines Lagergebäudes für Handelsware. Neben der bereits vorhandenen Photovoltaik-Anlage auf dem bestehenden Produktionsgebäude in Schwepnitz sind weitere Anlagen auf den Dächern der Neubauten vorgesehen - auf dem Bürogebäude sogar in Kombination mit einer Dachbegrünung.

So sieht der neue Produktionsstandort der Firma Bauder in Schwepnitz auf den Plänen aus.
So sieht der neue Produktionsstandort der Firma Bauder in Schwepnitz auf den Plänen aus. © PR

Besonders stolz ist der Geschäftsführer auf das geplante Schulungszentrum, das sogenannte Technikum. Diese ist nicht nur für die eigenen Beschäftigten gedacht, sondern auch für externe Interessenten. "So haben zum Beispiel Dachdecker die Möglichkeit, zu erfahren und zu lernen, wie und wo die PVC-Dachabdeckungen anzuwenden sind", erklärt Marc Bauder. Aber auch andere Kunden und der Handel können dieses Weiterbildungsangebot nutzen. In diesem Bereich wird mit dem Tüv zusammengearbeitet, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. "Und wir helfen Handwerkern in der Region", so der Geschäftsführer.

Läuft alles nach Plan, könnten noch in diesem Jahr die Gebäude am neuen Standort stehen. "Ich rechne Ende des Jahres mit Abschluss dieses Abschnittes", erklärt der Werkleiter. Etwa ein halbes Jahr dauert dann die Montage der benötigten Maschinen. Mit der kompletten Fertigstellung planen die Verantwortlichen im Sommer 2022. Dann könnte die neue Produktionsstätte in Betrieb gehen.

Werkleiter rechnet mit 15 neuen Mitarbeitern

Auch neue Beschäftigte sollen dann dort eine Arbeit finden. Werkleiter Andreas Pohontsch rechnet mit 15 zusätzlichen Mitarbeitern. Aus dem Bernsdorfer Werk werden auch einige nach Schwepnitz wechseln. Im gleichen Jahr plant das Familienunternehmen die Einstellung von Auszubildenden in den Werken in Bernsdorf und Schwepnitz. Derzeit sind in beiden Werken insgesamt über 100 Mitarbeiter beschäftigt, 36 davon in Schwepnitz. "Das ist gut für den Ort und für die gesamte Region", schätzt Bürgermeisterin Elke Röthig (parteilos) ein. "Ich bin froh, dass sich die Firma Bauder hier angesiedelt hat. Es gibt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf vielen Gebieten", ergänzt sie.

Die Firma Bauder gibt es seit 160 Jahren. Die drei Brüder Jan, Tim und Mark Bauder führen sie jetzt in dritter Generation. Die Geschäftsfelder liegen im Bereich von verschiedenen Dachsystemen, Abdichtungen für Dächer und Dachaufbauten. Mit sieben Werken in Deutschland, einem Werk in Österreich und Tochtergesellschaften in 14 Ländern ist das Unternehmen europaweit präsent. Der Exportanteil beträgt mehr als 40 Prozent. Insgesamt beschäftigt die Firma über 1.000 Mitarbeiter.

In Schwepnitz kommt jetzt ein weiterer Baustein in der Unternehmensgeschichte hinzu. Geschäftsführer, Bauleute und Mitarbeiter hoffen, dass der Bau zügig und ohne Probleme über die Bühne gebracht wird. Einen Erdaushub mit einem Bagger hat Mark Bauder am Mittwoch schon mal probiert.

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