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Kamenz: Mit Tee durch die Krise

Normalerweise würde für Petra Krahl im Teekontor jetzt die umsatzstärkste Zeit anbrechen. Doch wegen Corona bangt sie ums Weihnachtsgeschäft.

Petra Krahl vom Teekontor Kamenz will sich trotz Corona-Krise nicht unterkriegen lassen. Den Laden gibt es schon seit 25 Jahren.
Petra Krahl vom Teekontor Kamenz will sich trotz Corona-Krise nicht unterkriegen lassen. Den Laden gibt es schon seit 25 Jahren. © Matthias Schumann

Kamenz.  Über 60 Sorten grünen Tee hat das Kamenzer Teekontor zu bieten. Sie tragen so schöne Namen wie "Acht Schätze des Shaolin", "Rote Beerenhexe" und "Ewiges Leben". Klingt gut und schmeckt auch so! Geschäftsinhaberin Petra Krahl weiß, was die Kundschaft mag. Und grüner Tee gehört definitiv dazu. Er ist sozusagen der Renner unter den über 200 Teesorten im Laden. "Die Kundschaft ist mit den Jahren gesundheitsbewusster geworden", sagt die 57-Jährige. Aber gerade jetzt im Herbst laufen auch die vielen Früchte- und Kräuterteesorten bestens. Und es steht das Weihnachtsgeschäft an.

Im Normalfall würden jetzt die umsatzstärksten Monate beginnen. Darauf hofft Petra Krahl zwar immer noch. Doch 2020 ist alles ein bisschen anders. Das 25. Jubiläum des Teekontors läuft daher eher so nebenbei. Wie auch die große Kamenzer Einkaufsnacht am 20. November, die in ihrer üblichen Form corona-bedingt ausfallen muss. So will Petra Krahl die Tür ihres Teekontors an diesem Tag nun ohne großes Brimborium bis 22 Uhr aufschließen - in der Hoffnung, dass die Kundschaft es honoriert.

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Denn im November und Dezember müsste sie eigentlich einen Großteil des Jahresumsatzes einfahren. Doch gerade ist der Lockdown light gestartet. Und das ist auch in der Kamenzer Altstadt zu spüren. Anders als im März darf der Einzelhandel zwar geöffnet bleiben. Doch irgendwie ist seit Montagmorgen Flaute in der City. "Die steigenden Corona-Zahlen machen die Menschen vorsichtiger ", sagt Petra Krahl. Nicht gut fürs Geschäft...

Bautzner Straße bleibt ein Sorgenkind

Doch was will sie machen? Jammern bringt ja nichts! "Wenn man sich Mühe gibt, Ideen umsetzt und sich immer wieder neu erfindet, kann man alles erreichen!", ist die Teekontor-Chefin überzeugt. Zusammen mit Ehemann Joachim betreibt sie den Laden in der Kamenzer Altstadt seit acht Jahren. Ganze 25 Jahre gibt es das Teekontor bereits. Die Krahls übernahmen das Geschäft von Vorgängerin Monika Bolte. Die lebt mittlerweile bei ihren Kindern in Rostock und genießt den Ruhestand. 

17 Jahre lang war sie damals ein Paradebeispiel dafür, dass es auch an der Bautzner Straße in Kamenz mit einem Geschäft klappen kann. Die lange Zeit stiefmütterlich behandelte Einkaufsmeile arbeitet seit Langem neu an ihrem Image, kommt allerdings nur in  kleinen Schritten voran. Neue Läden halten sich oft  nicht lange, teilweise läuft man hundert Meter an leerstehenden Geschäften vorbei.

"Ich habe die Übernahme bisher trotzdem nicht bereuen müssen. Sicherlich gibt es Tage, an denen weniger Kunden kommen. Vor allem wenn die Leute Freitagnachmittag in die Einkaufstempel am Rande der Stadt strömen, ist es hier oft wie ausgekehrt", sagt Petra Krahl.

Weihnachtsfeiern brechen weg, damit auch Aufträge

Damit die Kundschaft weiterhin neugierig bleibt, haben die Krahls ihr Sortiment kontinuierlich erweitert.  Besondere Grappa-, Rum-  und Whisky-Sorten ergänzen mittlerweile das Repertoire. Lose Pralinen, Gewürze, Honig, Öle und Essige, Marmeladen, Räucherkerzen und allerhand Tee-Zubehör gehören ebenfalls dazu.

"Und wenn einer unsere Weihnachtsdeko im Schaufenster haben will, dann bekommt er sie auch", sagt Joachim Krahl schmunzelnd. Der 59-Jährige unterstützt seine Frau seit Anfang an. Ebenso wie Andrea Lauke, die seit zwei Jahren auf Minijob-Basis mitarbeitet. "Es gibt viel Hintergrundarbeit zu erledigen, vor allem Präsente einzupacken. Und manchmal braucht man auch einfach mal  Zeit für sich", sinniert die Chefin. 

Was in diesem Advent womöglich wegbrechen wird, sind Firmengeschenke. "Kaum ein Unternehmen wird Weihnachtsfeiern durchführen,  wenn das so weiter geht", befürchtet Petra Krahl. Dennoch: "Wir hoffen alle auf den Dezember."

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