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Kanadier suchen Erz in Altenberg

Freiberg - Das Sächsische Oberbergamt in Freiberg gibt die Erlaubnis, die Erzvorräte im Raum Altenberg, Bärenstein, Zinnwald und Schmiedeberg zu erkunden, an die kanadische Firma "Tinco Exploration". Das hat das Amt der in Dresden erscheinenden SZ bestätigt.

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Freiberg - Das Sächsische Oberbergamt in Freiberg gibt die Erlaubnis, die Erzvorräte im Raum Altenberg, Bärenstein, Zinnwald und Schmiedeberg zu erkunden, an die kanadische Firma "Tinco Exploration". Das hat das Amt der in Dresden erscheinenden SZ bestätigt. Ziel der Erkundung sei, andere Erze neben dem Hauptvorkommen Zinn zu finden, sagte Wolfgang Schilka, früherer Direktor von Zinnerz Altenberg und jetzt Berater von Tinco. Nur wenn diese auch abgebaut werden, werde ein wirtschaftlicher Bergbau im Raum Altenberg wieder möglich. Die Erkundungen werden vier Jahre dauern.

Das Oberbergamt erteilte nach eigenen Angaben der Deutschen Rohstoff AG (Heidelberg) die Erlaubnis für entsprechende Arbeiten in einem 10,5 Quadratkilometer großen Feld rund um den Breitenbrunner Ortsteil Anthonsthal im Landkreis Aue-Schwarzenberg. Die kanadische Tinco Exploration Inc. darf ein 68 Quadratkilometer großes Feld bei Altenberg im Weißeritzkreis erkunden.

Die neuen Genehmigungen für die Untersuchungen gelten bis 2012. Sie beinhalten aber nicht die Förderung von Rohstoffen. Dafür müsste eine extra Bewilligung beantragt werden. Das Sächsische Oberbergamt hat seit Oktober 2006 acht Erkundungen im Freistaat erlaubt, fünf im Erzgebirge, zwei in der Lausitz und eine im Landkreis Delitzsch. Hintergrund für das wachsende Interesse an den sächsischen Rohstoffen sind die steigenden Weltmarktpreise. Sie könnten eine Ausbeutung der Ressourcen wieder wirtschaftlich werden lassen.

Die Lagerstätte bei Anthonsthal ist bereits seit 1685 bekannt. In den 1960er und 1970er Jahren stellte die Wismut umfangreiche Nachforschungen an und prognostizierte den Vorrat an Erzen auf 28 000 Tonnen Zinn, 23 000 Tonnen Wolfram und 95 000 Tonnen Zink. In der Lagerstätte bei Altenberg werden mindestens 135 000 Tonnen reines Zinn vermutet. Zwischen 1986 und 1990 wurden dort bereits etwa eine Million Tonnen Zinnerz abgebaut.

Zinn gilt als unentbehrlich in Metall-Legierungen und wegen seines niedrigen Schmelzpunktes für die Verbindung von elektronischen Bauteilen. Wolfram wird wegen seines hohen Schmelzpunktes unter anderem in Glühbirnen, Hochöfen und für Hitzschilde von Raumfahrtkapseln verwendet. Zink ist wichtiger Bestandteil von Batterien und für Korrosionsschutz.

Nach Angaben des Sprechers des Oberbergamtes, Peter Horler, müssen die beiden Unternehmen in die Erkundung der Lagerstätte mehrere Millionen Euro investieren. Sollte die Erkundung ergeben, dass ein Abbau wirtschaftlich möglich ist, wären weitere Investitionen im bis zu dreistelligen Millionenbereich nötig. (SZ/dpa)

Mehr zum Erzbergbau im Erzgebirge lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Sächsischen Zeitung.