Merken

Kanalbau soll im Sommer beginnen

Der Ablauf für die Bauarbeiten ist geklärt. Wie schnell die Bauleute sind, darauf will sich der Planer nicht festlegen.

Teilen
Folgen
© Symbolfoto: André Braun

Von Natasha G. Allner

Leisnig. Die Bauarbeiten für die Verlegung der Trink- und Abwasserleitungen könnten im Mai beginnen. In Abhängigkeit davon starten die Arbeiten für den Straßenbau im Juli. Im vergangenen Jahr wurden die Flurstücke begangen, Details im Protokoll aufgenommen und Varianten diskutiert. Anmerkungen der Einwohner fanden Eingang in die Unterlagen. Der Abwasserzweckverband Leisnig und der Wasserverband Döbeln-Oschatz schreiben die Arbeiten gemeinsam aus. Sie werden komplett an ein Unternehmen vergeben, erklärte auf der jüngsten Einwohnerversammlung Ronald Bönisch. Der Geschäftsführer und Bereichsleiter für Infrastruktur beim Ingenieurbüro seecon aus Leipzig stellte die Planungen vor. Die Einwohner erfuhren, dass die Erschließung in sieben Bauabschnitten erfolgt. Und zwar nach Straßenzügen, die zur Vereinfachung mit den Buchstaben A bis H benannt werden. Los geht es mit den Abschnitten entlang der alten Schule und in Richtung Arnold-Mühle.

Insgesamt kommen 1 400 Meter sogenannte Freispiegelkanäle ausschließlich für Schmutzwasser unter die Erde –, in einer Tiefe von rund 1,80 Metern. Mit Pumpwerk und Gruppenkläranlage, welche ebenfalls installiert werden, investiert der Verband rund 600 000 Euro. „Aber es werden keine vorhandenen Leitungen ausgetauscht, sondern nur neue verlegt“, betont Bönisch. So darf künftig auch kein Regenwasser mehr in die Leitung, das überschreite die Kapazität der geplanten Gruppenkläranlage. Grundstückseigentümer sind daher für die Trennung ihres bisherigen Mischwassers zuständig. Überdies werden Trinkwasserleitungen auf einer Strecke von 1 200 Metern verlegt, was mit Kosten in Höhe von 250 000 Euro zu Buche schlägt.

Straßenbau parallel ausschreiben

Die Kanalarbeiten erfolgen je Straßenzug partiell. Wie schnell die bauausführende Firma vorankommt, darauf legt sich der Leipziger Bauplaner nicht fest: „Das passiert in Abhängigkeit von der Wetterlage und den vorzufindenden Bodenbedingungen. Zahlreiche verschiedene Medien liegen bereits im Erdreich. Das wird eng. Wir müssen unter allen anderen Leitungen durch. Das wird eine Herausforderung.“ Parallel zu den Kanalarbeiten will Leisnig die nachfolgenden Straßenbauarbeiten ausschreiben. Die Leistungen werden als Komplettpaket vergeben und straßenzugweise ausgeführt. Im Ort stehen 1 250 Meter Straße zur Debatte, dazu kommen noch einmal 1 950 Meter Wegebau.

Die Straßenbreite liegt derzeit zwischen drei und sechseinhalb Metern. Meist wird die Straßenoberfläche mit Schwarzdecke abgeschlossen. „Daran wird sich auch nichts ändern. Es wird keine neuen Parkplätze und keine breitere Straße geben. Wir bauen im Bestand“, betonte Thomas Schröder. Der Leisniger Bauamtsleiter weiter: „Fördermittel sind im Rahmen der Beseitigung von Hochwasserschäden gestellt. Der Antrag liegt der Behörde vor. Wir rechnen in den nächsten Tagen mit einem Bescheid.“ Die Förderquote liegt hier übrigens bei hundert Prozent. Geht es nach Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU), wird das Schanzenbachfest am 3. September von den Maßnahmen nicht in Mitleidenschaft gezogen: „Es wäre schön, wenn das Fest am Schanzenbach nicht stark tangiert wird.“

Kläranlage noch nicht genehmigt

Bisher liegen auch die wasserrechtlichen Genehmigungen für die Errichtung des Pumpwerks und der Gruppenkläranlage noch nicht vor, so Goth weiter. Das Leisniger Stadtoberhaupt und AZV-Vorsitzender in Personalunion versicherte jedoch, dass man unabhängig von diesem Bescheid mit den Kanalbauarbeiten beginnen werde. Torsten Mahler, Geschäftsbesorger der Oewa für den AZV, sprach von einem anstehenden Kraftakt: „Das wird keine einfache Maßnahme in Brösen. Aufgrund der vielen anliegenden Medien wird es spannend. Vielleicht wird es Probleme mit einigen Zufahrten geben. Mein Tipp: Sprechen Sie mit dem Polier vor Ort, reden Sie mit uns. Im Einzelfall machen wir externe Termine mit ihnen.“ Für die Gesamtinvestition von rund 600 000 Euro seien gerade einmal acht Prozent Fördergel zu erwarten. Welche Kosten auf die Grundstückseigentümer zukommen, kann derzeitig nicht benannt werden. Dies hängt vom Ausschreibungsergebnis und der Länge der neuen Anschlüsse ab.

Fragen zur Zisterne noch klären

Nach einer Ortsbegehung mit Rathauschef Goth 2015 war klar, dass die vorhandene Löschwasserzisterne, im Jahr 1953 erbaut, nicht zu retten ist. Undichte Stellen, Rost und teilweise fehlendes Wasser gehörten zum Mängelkatalog dazu. Am potenziellen neuen Standort sei problematisch, dass eine Stützmauer direkt auf einer Grundstücksgrenze stehe. Über eine dortige Wendemöglichkeit wurde abschließend noch nicht nachgedacht, so Goth weiter.

Ein Bürger fragte nach, ob die Telekom beim Bau mitmischen werde. „Wir haben das Unternehmen angeschrieben. Von dort hieß es: kein Bedarf“, wurde der Brösener enttäuscht. Bauamtschef Schröder führte fort: „Es wird eine wöchentliche Bauberatung geben.“ Nichtöffentlich, aber als eine Möglichkeit für Bürger, sich in dringenden Fällen an die Fachleute zu wenden.