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Kann der Überweg sicherer werden?

Am Großröhrsdorfer Gymnasium gibt es einen Zebrastreifen. Doch manche Fahrer ignorieren das.

© Symbolfoto: Sven Ellger

Von Reiner Hanke

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Großröhrsdorf. Eine Polizeimeldung erregte jetzt die Aufmerksamkeit von Horst Poost aus Großröhrsdorf. Polizisten erwischten einen Kraftfahrer am Zebrastreifen vor dem Großröhrsdorfer Gymnasium. Der Fahrer hielt nicht wie vorgeschrieben an, als drei Kinder die Straße queren wollten – eine gefährliche Situation. Die Strafe folgte prompt mit 80 Euro Bußgeld sowie einem Punkt in Flensburg. Das ist natürlich völlig korrekt. Eher verwundert war der Leser aber, dass Kinder den Überweg nutzen wollten. Er selbst habe anderes erlebt. Das sei für ihn das größere Problem.

Das bestätigte auch seine Erfahrung einen Tag später. Da hätten die Polizisten mal kontrollieren sollen, meint er: „Zu diesem Zeitpunkt kam ich die Melanchthonstraße von unten an den leider verwaisten Fußgängerüberweg vor der Schule heran.“ Dafür zog eine endlose Schülerschlange an der reichlich befahrenen Kreuzung über die Straße, ohne den Überweg zu nutzen.“ Er habe schon geglaubt, es handele sich um eine Evakuierungsübung.

So hatte er genügend Zeit, sich „einige Veränderungen vorzustellen, die die Sicherheit der Schüler beträchtlich verbessern könnten. Wäre ich mit einem Bus unterwegs gewesen, hätte das Hinterteil den Überweg blockiert, was ja auch wieder nicht für beide Seiten vorteilhaft wäre.“ Der Überweg sei doch aber nicht umsonst angelegt worden, zur Sicherheit der Kinder natürlich. Und gerade der Kreuzungsbereich sei doch viel befahren und gefährlich. Hinzu kommt auch noch der Busplatz in dem Bereich. Die Situation sei aus seiner Sicht unbefriedigend. Vielleicht sollten die Lehrer noch eindringlicher mit den Schülern reden und auf die Gefahren aufmerksam machen, regt er an. Auch die Eltern seien in der Verantwortung, appelliert er. Die Verkehrssituation könnte auch mit Geländern sicherer gemacht werden, um die Schüler mit sanftem Druck zum Überweg zu lenken. Der Großröhrsdorfer verweist auf die durchaus gefährliche Verkehrssituation und sorgt sich, dass etwas passieren könnte.

Verkehrsregeln akzeptieren

Die Sorge will Bürgermeisterin Kerstin Ternes zerstreuen. Sie sieht am Überweg derzeit keinen Anlass aufzurüsten und erklärt: „Die Wegezuführung vom Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasium zum Busplatz wurde im Vorfeld ausgiebig mit dem Landratsamt als Schulträger, der Verkehrsbehörde und der Stadt diskutiert. Im Ergebnis ist der jetzt vorhandene Fußgängerüberweg entstanden.“ Ihres Wissens und Beobachtens nach würden die Schüler in der Regel schon den Überweg nutzen.

Sie gibt außerdem zu bedenken: „Ich darf darauf hinweisen, dass es sich um Schüler eines Gymnasiums, nicht um Schüler einer Grundschule handelt. Das sichere Überqueren einer Straße gehört meines Erachtens bereits in die Vorbereitung, wenn ein Kind eingeschult wird.“ Hier seien die Erziehung der Eltern und die eigene Verantwortung der Schüler selbst gefragt. „Genauso sollte sich ein erwachsener Verkehrsteilnehmer verhalten, der wissen muss, dass er an einem Fußgängerüberweg anzuhalten hat“, setzt Kerstin Ternes hinzu. Sie fordert, die Verkehrsvorschriften zu akzeptieren und besser einzuhalten und sagt: „Vor allem sind Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Das ist der Punkt.“