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Kapitän, Trainer, Liga, Regeln – alles neu

Zweitliga-Absteiger Dresden Titans steigt in die Saison der Pro-B-Liga ein – mit Änderungen, aber ehrgeizigen Zielen.

© Lutz Hentschel

Von Alexander Hiller

Die Spieler der Dresden Titans dürften für den Saisonauftakt brennen. Genau 60 Trainingseinheiten seit dem 7. August haben die besten Basketballer der Landeshauptstadt hinter sich, wenn sie am Sonntag (16 Uhr) zum Auftakt der 2. Bundesliga Pro B in der Margon-Arena gegen Iserlohn auf dem Parkett stehen. Die Sächsische Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Zweitliga-Absteiger, der in der drittklassigen Pro-B-Liga antritt.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Was ändert sich in der drittklassigen Pro-B-Liga für die Dresdner?

Im Vergleich zur Vorsaison werden die Titans ihre Heimspiele vorerst nicht mehr auf dem Parkettboden austragen, der in der zweitklassigen Pro-A-Liga noch verpflichtend war. „Definitiv nicht in der Hauptrunde, eventuell in den Play-offs“, sagt Gert Küchler, Prokurist der GmbH-Geschäftsführung. „Das ist ein Kostenfaktor – Miet- und Personalkosten“, sagt er. Auch auf einen Livestream im Internet werden die Elbestädter verzichten. „Das ist personell ein hoher Aufwand. Unser Budget haben wir in den sportlichen Bereich investiert und dafür Abstriche bei diesen Änderungen hingenommen“, erklärt Küchler. Auch hier besteht aber eine Option für die Play-offs.

Die Ausländerregelung hat sich nur für die Pro B verändert. Es existiert jetzt eine sogenannte Local-Player-Regel: drei davon müssen immer auf dem Feld stehen. Allerdings müssen diese Spieler nicht zwangsläufig Deutsche sein, wie der Begriff Glauben macht, sondern im Alter von 15 bis 19 Jahren mindestens drei Jahre in einem deutschen Verein gewesen sein – übrigens nicht zwingend in einem Basketballklub. Die entsprechenden Spieler haben ein schwarzes Viereck auf dem Shirt. Die Zahl der Nicht-EU-Ausländer im Kader wurde auf zwei eingegrenzt.

Wie stark ist der Kader der Titans – und wer sind die Führungsfiguren?

Er ist sportlich hochwertig besetzt, aber mit elf Akteuren relativ klein. Als Meisterschaftsfavorit sieht Titans-Trainer Nenad Josipovic aber Elchingen, wo auch der Amerikaner Hayden-Thomas Lescault unter Vertrag steht, für den die Titans bereits im Juni einen unterschriftsreifen Kontrakt vorbereitet hatten. Doch der 25-Jährige ließ zu viel Zeit verstreichen. Bei den Dresdnern sollen der neue Kapitän Janek Schmidkunz (27), Travis Thompson (USA/26) und Helge Baues (23), einer von vier bei den Titans gebliebenen Pro-A-Akteuren, in die Führungsrollen schlüpfen.

Welche Ziele stellt sich der neue Trainer Nenad Josipovic?

Direkter Wiederaufstieg? Der 54-jährige Kroate schüttelt leicht den Kopf. „Ich hoffe, das wird am Ende der Saison ein Thema für uns. Aber ich bin kein Optimist oder Pessimist, sondern Realist“, sagt er. Soll heißen, bis zum Saisonende können ganz viele Unwägbarkeiten den Verlauf beeinflussen. Josipovic will sein Team in der Süd-Staffel der zweigleisigen dritthöchsten Liga führen, also sicher in die Play-offs. „Dort ist dann alles möglich, für jedes Team“, sagt er.

Was hat der neue Coach in der Mannschaft entscheidend verändert?

Die Elbestädter werden mehr Wert auf die Defensive legen. Josipovic will am liebsten jedes Spiel mit einem Punkt Unterschied gewinnen und dabei so um die 65 bis 70 Punkte seines Teams sehen. „Ich will den Kampf um jeden Ball, um jede Position sehen“, sagt der Trainer.

Der Trainer hat den bisherigen Strafenkatalog im Team abgeschafft. Bisher zahlte jeder für das Zuspätkommen zum Training einen Euro Strafe pro Minute. „Das kann einmal passieren, aber nicht zweimal. Dann gibt es eine Abmahnung. Das deutsche Arbeitsrecht lässt das zu. Bei der zweiten Abmahnung gibt es die Kündigung. Punkt“, sagt er. Bislang sei dieser Extremfall bei seinen Trainer-Stationen noch nie vorgekommen, erklärt er schmunzelnd.

Wie wirkt sich der sportliche Abstieg auf die finanzielle Situation aus?

„Wir haben ungefähr 35 Prozent Sponsoreneinnahmen weniger als in der Vorsaison“, betont Küchler. Das heißt, mit knapp 400 000 Euro Budget planen die Titans diesmal ihre Saison. Bis auf eine Ausnahme sind alle Unterstützer geblieben. „Damit zählen wir nicht zu den finanzkräftigsten Vereinen der Pro B, aber auch nicht zu den schwächsten“, sagt er.

Dürfen die Zuschauer auf günstigere, also gesenkte Eintrittspreise hoffen?

Nein. Die Dresden Titans halten an ihren, in der Vorsaison leicht angehobenen Eintrittspreisen fest. Im Vorverkauf kosten die Tickets also zehn und sieben Euro (ermäßigt), an der Abendkasse zwölf und neun Euro. „Wir haben das Gefühl, dass sich unsere Zuschauer auf die Saison freuen“, sagt Gert Küchler. Die Titans hoffen darauf, dass sie durchschnittlich wieder 1 500 Besucher in die Margon-Arena locken können.