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Karl Friedrich Schinkel hätte seine Freude

Die ehemalige Baugewerkeschule in Zittau wird denkmalgerecht saniert. Damit erhält die Stadt ein weiteres bauliches Schmuckstück zurück. Das Haus entstand nach Ideen des bekannten Architekten Karl Friedrich Schinkel. Der hinterließ auch an anderen Ecken der Innenstadt seine Spuren.

Von Matthias Klaus

Grau und unansehnlich – so präsentiert sich zurzeit das Gebäude am Theaterring 1, die ehemalige Baugewerkeschule. Heutzutage ist das Haus besser bekannt als Berufliches Schulzentrum für Wirtschaft des Kreises. Dessen Tage als hässliches Entlein sind gezählt. „Wir sanieren Außenhaut und Dach so, dass sie wieder in altem Glanz erstrahlen“, sagt Reinhard Schrickel, Leiter des Amtes für Hoch- und Tiefbau des Landkreises. Im Inneren des Hauses wurde bereits von 1991 bis 1998 gewerkelt, in Stand gesetzt, inklusive der Fenster.

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Gerade erst hat der Zittauer Stadtrat grünes Licht für das neue Vorhaben gegeben. Stellt sich die leidige Geldfrage: Der Wert des Gebäudes als Denkmal ist hoch, eine Förderung gemäß Schulbauförderrichtlinie wurde vom Regierungspräsidium Dresden jedoch abgelehnt. Also stellte der Kreis den Antrag, das Projekt in das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufzunehmen. Ergebnis: 85 Prozent der Baukosten werden gefördert, maximal jedoch 804 000 Euro.

Der Abschluss der Sanierung eines weiteren Schinkel-Baus in Zittau wird ebenfalls noch für dieses Jahr erwartet: des Rathauses. Seit zwölf Jahren wird daran Schritt für Schritt gearbeitet, gerade ein neuer Fahrstuhl eingeweiht. Die Pläne für das italienisch anmutende Rathaus stammen von dem berühmten Architekten selbst. Verwirklicht wurde es bis 1845 vom Zittauer Stadtbaumeister Karl August Schramm. Der baute 1846 bis 1848 dann die Baugewerkeschule.

Johanniskirche war fünf Jahre Baustelle

Schon 1997 fielen an einem weiteres Schinkel-Gebäude in Zittau nach der Sanierung die Hüllen: an der Johanniskirche. 350 000 Mark zahlten damals dafür die Mitglieder des Fördervereins, Bund, Land, Stadt, Landeskirche und Denkmalschutz gaben weitere 4,5 Millionen Mark. Fünf Jahre lang war die Johanniskirche äußerlich eine riesige Baustelle.