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Karl-Marx-Straße wird zur Sackgasse

Die Bautzener Stadtwerke verlegen eine neue Fernwärmeleitung. Behinderungen gibt es zunächst rund um den Postplatz.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

Bautzen. Die Autofahrer in Bautzen können sich noch gut an die Baustellen im vergangenen Jahr erinnern, an die vielen Sperrungen, die Umleitungen, das lange Warten im Stau. Auch in diesem Jahr rollen die Bagger. Und die Baustellensaison startet gleich mit einer Baustelle, die es in sich hat. Die Energie- und Wasserwerke Bautzen (EWB) wollen in den kommenden Monaten entlang der Karl-Marx-Straße eine Fernwärmeleitung verlegen. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Baugeschehen.

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An welcher Stelle starten die Bauarbeiten der Stadtwerke?
Die Arbeiten an der Fernwärmeleitung starten zwischen den Schilleranlagen und dem Postplatz. Am Donnerstag werden zunächst Baustellencontainer aufgebaut, bevor die Bauarbeiten starten können. Stück für Stück wird die Baustelle vor zum Postplatz und schließlich in Richtung Karl-Marx-Straße bis zur Einmündung Kornmarkt wandern. Auf dem gesamten Abschnitt sind Tiefbauarbeiten geplant. „Es wird dazu ein zwei Meter breiter Rohrgraben ausgehoben“, erklärt Kerstin Juras, Sprecherin der EWB. Sind die Arbeiten erledigt, wird die Oberfläche so hergerichtet, wie sie vorher war. Bis zum 17. September sollen die Baumaßnahme andauern.

Auf welche Sperrungen müssen sich Autofahrer einstellen?
Zunächst ist die Straße zwischen Postplatz und Schilleranlagen betroffen. Autofahrer müssen sich auf eine Vollsperrung einstellen. Bei einer Beratung am Montag wird geklärt, ab wann mit der Sperrung zu rechnen ist. „Es ist davon auszugehen, dass der Baustart auf keinen Fall vor dem 30. April sein wird“, erklärt Stadtsprecher André Wucht. Rückt die Baustelle weiter vor zum Postplatz, wird es noch einmal richtig eng. Wie Kerstin Juras mitteilt, wird es eine Zeit geben, in der die Autos von der Goschwitzstraße nur noch in Richtung Karl-Marx-Straße abbiegen können. Etwa bis Ende Juni sollen die Arbeiten am Postplatz andauern. Dann geht es an der Karl-Marx-Straße weiter. Dort wird in mehreren kleinen Abschnitten unter Vollsperrung gebaut. Das heißt, aus der beliebten Einkaufsstraße wird eine Sackgasse. Autofahrer dürfen allerdings von beiden Seiten an die Baustelle heranfahren. Zwar ist der genaue Bauablaufplan noch in Arbeit, doch es steht schon fest, dass eine Rettungsgasse frei bleibt, die auch der Lieferverkehr nutzen kann. Und klar ist auch: In dem jeweiligen Bereich, in dem gebaut wird, werden kurzzeitig Parkplätze wegfallen.

Kommen die Fußgänger durch die Baustelle und zu den Geschäften?
Auf einen Einkaufsbummel entlang der Karl-Marx-Straße müssen die Besucher der Stadt nicht verzichten. Fußgänger dürfen während der gesamten Bauzeit auf beiden Seiten der Straße an den Baggern vorbeilaufen. Kerstin Juras spricht lediglich von „kurzzeitigen Einschränkungen“. Das ist auch der Grund, warum einige Händler der Bauzeit gelassen entgegensehen. „Die Karl-Marx-Straße ist eine Laufstraße, deshalb sind die Fußwege besonders wichtig“, sagt Henrik Truhel von der Fernsehwerkstatt. Auch dass in kleinen Abschnitten gebaut wird, sieht er als Vorteil für die Geschäftsinhaber. Bautzens Citymanagerin Gunhild Mimuß blickt ebenfalls entspannt auf die Bauzeit. „Unsere Feste betrifft das nicht, weil die erst später stattfinden“, sagt sie.

Warum ist diese Baumaßnahme überhaupt notwendig?
Ziel der EWB ist es, eine Verbindung zu der bestehenden Fernwärmeleitung am Kornmarkt und den bereits vorhandenen Leitungen an den Schilleranlagen herzustellen. Zwar liegen unter der Straße vor den Schulen bereits neue Rohre. Doch große Gebäude wie das Schillergymnasium können die Fernwärme noch nicht nutzen, weil bei den Rohren der Anschluss fehlt. Das soll sich mit der Baumaßnahme ändern. Die EWB rechnen dafür mit Kosten in Höhe von 480 000 Euro. Gleichzeitig wird das Fernwärmenetz erweitert. Über die Karl-Marx-Straße sollen künftig nicht nur die Schilleranlagen, sondern auch die Bahnhofstraße und die Seminarstraße angeschlossen werden. Über 7 000 Haushalte werden bisher mit Fernwärme versorgt.

Welche Auswirkungen hat das für den Busverkehr?
Wenn der Postplatz in Bautzen gesperrt ist, hat das Auswirkungen auf den Busverkehr. Wie Peter Bitterlich, Betriebsleiter von Regiobus mitteilt, werden die betroffenen Linien über die Schilleranlagen zur Haltestelle Lauengraben umgeleitet. Außerdem wird im Einfahrtsbereich der Schilleranlagen eine Ersatzhaltestelle für den Postplatz eingerichtet. Regiobus will die Fahrgäste informieren, sobald feststeht, ab wann die Busse anders fahren.