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Bautzen

Karpfen satt in Puschwitz

Für  Sonntag lädt Stanislaus Ritscher mit Freunden und Bekannten zum Fischerfest an den ehemaligen Badeteich ein. Dabei isst er selber keinen Fisch.

Stanislaus Ritscher lädt zum Schauabfischen ein. Auch dieser Karpfen wird am Sonntag in der Pfanne oder einer Tasche landen.
Stanislaus Ritscher lädt zum Schauabfischen ein. Auch dieser Karpfen wird am Sonntag in der Pfanne oder einer Tasche landen. © Steffen Unger

Puschwitz. Der sieht ja schon ziemlich gut aus, der Karpfen, den Stanislaus Ritscher hier präsentiert. Insgesamt rechnet er mit einer Menge von 500 Kilo, die sich da im ehemaligen Badeteich bei Puschwitz tummeln. Nur die kleineren Exemplare haben die Chance, zu überleben, denn der Rest wird an diesem Sonntag entweder gegessen oder verkauft.

Ritscher ist ein Tausendsassa. Er ist nicht nur Chef der Firma Ritscher Transporte und Entsorgung, sondern er ist auch ehrenamtlicher Bürgermeister von Puschwitz – einer Gemeinde mit nicht mal 1 000 Einwohnern. In seiner Freizeit sammelt er aber auch Oldtimer, organisiert mit dem Oldtimerclub Wetro Ausfahrten. Und er liebt Fische. Diese Liebe hat er vom Opa mitbekommen, der nach dem Krieg den Dorfteich in Jeßnitz durch die Bodenreform bekam und ihn viele Jahre bewirtschaftete. „Damit bin ich groß geworden“, sagt Stanislaus Ritscher. Und es tat ihm irgendwann leid, dass der ehemalige Badeteich zwischen Puschwitz und Neu-Puschwitz so verkam. Der heutige Fischteich war in den 60er Jahren von den umliegenden Betrieben für die Belegschaft und die Bewohner angelegt worden. Bis Ende der 70er Jahre war das eine öffentliche Badeanstalt. 1990 wurde der Teich stillgelegt. 

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Ritscher kaufte ihn Ende der 90er Jahre, setzte Fische ein und feierte auf dem Gelände mit Freunden. Aus diesen kleinen, eher familiären Abfisch-Festen wurde dann das heute immer größer gewordene Schaufischen, zu dem Ritscher einlädt. Allein, sagt er, könnte er das gar nicht schaffen. Aber er hat einen starken Rückhalt. Neben seinen drei Kindern mit ihren Partnern kommen gern auch weitere Verwandte und viele Freunde. 35 Leute sind es mindestens. Die die Fische schlachten, sind fast alles Angler – „oder wurden von mir geschult“, lacht Ritscher. Gekocht wird vor Ort. Vier Köche, die diesen Job sonst auch in der Gastronomie ausüben, und ein Hobbykoch bearbeiten die Fische, unter anderem auch 400 Kilo Forellen aus Nedaschütz, vor Ort und bereiten sie zu – gekocht, gebacken, gebraten. Und welchen Fisch isst der Organisator? Ritscher schmunzelt. „Eigentlich gar keinen, weil ich immer derjenige bin, bei dem die eine Grete, die noch drin ist, sich in meinem Hals querlegt“, sagt er. Aber wenn er Fisch isst, dann sind das eher mal ein Fischbrötchen oder Brathering. Aber es gibt am Sonntag auch fischlose Gerichte.

Worauf sich der Gastgeber wieder besonders freut, das ist der Stargast, der auch in diesem Jahr von einem Landauer an den Teich gefahren wird. Waren dies schon die Queen oder August der Starke, so ist es in diesem Jahr ein regionaler Promi aus dem Sorbenland. „Wer die Lausitz kennt, hat von ihm schon gehört“, sagt Ritscher. Wer ihn jedoch in der Kutsche erleben will, der sollte pünktlich da sein. Kutscher Christoph Scholze muss sich nämlich sputen, da er danach ein Hochzeitspaar kutschiert.

Mittlerweile ist dieser Sonntag beim ehemaligen Badeteich zu einem kleinen Volksfest geworden. Händler können sich präsentieren, die Puschwitzer Jagdbläser präsentieren sich. Zu Besuch ist auch „Clown Ferdinand“, der Späße mit und für die Kinder macht.

Schauabfischen in Puschwitz am Sonntag, ab 10 Uhr, mit vielen Attraktionen.